
… als in Weinbergen zu wandern und den Abend mit dem Blick zu beenden:


… als in Weinbergen zu wandern und den Abend mit dem Blick zu beenden:


Heute ist der Tag nach St. Martin und somit – wenn man ganz tief kramt – der Beginn einer ehemals traditionellen Adventsfastenzeit, von der ich mich schon öfter habe inspirieren lassen. Da ich mich hier im Blog schon mal grundsätzlich dazu äußerte, was das Wesentliche betrifft, beschränke ich mich auf ein Update.
Auch dieses Jahr ist diese Art des Fastens offenbar sehr erklärungsbedürftig. Entweder man versteht gar nicht, wozu das Ganze soll, oder man findet die Regelung mit dem “Sonntag ist kein Fastentag” als einen “Cheat” oder eine Inkonsequenz, was am Ende bedeutete, dass das alles auch keinen Sinn habe – selbst faste man allerdings nicht, weder konsequent noch inkonsequent.
Dieses Jahr habe ich ne ganze Menge auf der Liste, die mir vor allem auch reine Konzentration abverlangen werden: Kein Alkohol und keine “Süßigkeiten” ist da noch relativ einfach, da so offensichtlich, aber kein Koffein oder keine Wurst sind da schon schwieriger, da man z.T. fast beiläufig und unterbewusst darauf zugreift. Und eben das (sic!) ist eben ein Teil der Übung. Dabei ist im Übrigen auch vollkommen egal, jedenfalls nach meiner mir selbst auferlegten Fastenzeit, was man sich vornimmt, ob es reine Genußmittel sind, ob es ein reiner temporärer Verzicht ist (kein xy mehr nach 18 Uhr) oder veränderte Verhaltensweisen für diese Zeit. Einzig eines ist mir wichtig: Keine weiteren Ausnahmen zuzulassen, keine Familienfeier, kein so nett und unbedacht mitgebrachtes Stückchen des Kollegen vom Bäcker, kein “besonders schwerer Tag, an dem man sich was gönnen sollte”. Und bis Weihnachten zieht sich das, kann man gern mal ausprobieren…
Neben eines religiösen Aspekts, der gar nicht von der Hand zu weisen ist, geht es mir bei diesem Fasten um einen Besinnungsprozess. Ich will wieder lernen zu genießen, was man nur noch konsumiert hat. Ich will mich von Sonntagabend bis Sonnabend wieder auf etwas freuen lernen. Es vielleicht sogar zelebrieren und auch darunter leiden, wenn es nicht so ist, wie man erhoffte oder etwas dazwischen kommt – eben weil es nicht zeitlich beliebig nachholbar ist.
Ach ja: Mit dem Engel am Pfannkuchen hat das alles überhaupt nix zu tun. Außerdem sieht es auch mehr so aus wie eine Fee.

Kollege mit seiner Frau haben uns heute im Büro bekocht: Eine Fisch-Spezialität Tilapia in typisch philippinischer Weise zubereitet mit Reis und Gemüse.
Dies war meine erste Begegnung mit einer Variante des „Petrus-Fisch“ – und es war äußerst lecker. Als Franke wird man mit Fisch ja quasi großgezogen und ist insoweit ohne Berührungsängste, aber vor Tilapia muss auch der ungeübte keine Angst haben, denn die mächtigen Gräten sind einfach zu lokalisieren und entsprechend problemlos der Fisch zu verspeisen. Eher sind die für einen Barsch zwar typischen, hier aber besonders ausgeprägten, spitzen Flossenstrahlen an der Rückenflosse mit Vorsicht zu behandeln.
Was man aber immer wieder feststellen muss: Asiatischer Reis asiatisch zubereitet ist einfach ne andere Hausnummer. Sehr lecker.
Kollege reicht hier auch gerade noch das Rezept für Filipino Escabeche zum Nachkochen rein.

Sie nennen es: “Schokoladenbrunnen” und sie legen als Lockmittel Früchte aus.
Später rollen sie die dann wehrlosen Opfer einfach weg. Ganze schlimme Sache sowas.

Kommunen sind eh sowas von 70er und damit out, viva la familia – und die kochte heute am Muttertag was mit Pastinaken. Hätte ja nicht gedacht, dass eine “krautige Pflanze mit einer lang-kegelförmigen, bei Kultursippen rübenförmig verdickten Hauptwurzel” (Wikipedia) schmecken kann, tut es aber – so bisschen wie süße Kartoffeln. Dazu gab es dann Fisch und Nudeln.

Ja, es gibt Workshops, die verdienen den Namen, es gibt aber auch solche, die mit “Work” (zumindest für den Teilnehmer) aber so gar nichts zu tun haben. Zu einem aus der letzteren Kategorie zählte der gestrige Charo-Workshop unseres lokalen Metzgereibetriebs “Haxen Reichert“, der sich aber nicht (nomen est omen) dem Unterschenkel eines Huftiers zuwendet, sondern der Krönung der “Fleisches Lust”, dem Steak.
Mitten im Betrieb (insoweit also doch der “Workshop”) und direkt neben dem Kühlhaus fanden sich ca. 10 geladene Teilnehmer, die sich zunächst am dargereichten Wein gütlich taten und dabei über die grundsätzliche Haltung, Aufzucht und Verarbeitung von Rindfleisch im Allgemeinen, und dem Charolais-Rind (daher auch “Charo-Workshop”) im Besonderen von Metzgermeister Reichert aufklären ließen. Danach ging es in die Zubereitung und schließlich dem Verzehr von Filet, Entrecôte, Rumpsteak und Hüfte. Abgerundet wurde das Programm mit einer Anleitung zur einfachen Soßenherstellung und vielen Fragen.

Geht auch mit normalen Äpfeln. Trés lecker, nur bisschen fragil am Teller und serviert optisch eher wie ein Apfel-Kompott mit Mürbeteig-Fragmenten.