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Google meint es doch nur gut

[Video nicht im Archiv - Link zu YouTube]

Man darf nicht immer alles zu negativ sehen – viele Informationen bieten auch viel Wissen und damit eine gute Basis für einen guten Rat. In der Zukunft könnte da auch in punkto Lebensberatung Google eine wichtige und sogar proaktive Rolle spielen. Wir freuen uns darauf.

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Google Friend Connect

Das Problem an Google ist: manche Dinge sind eben auch richtig gut. Gute Idee, einfach umgesetzt, dank Verbreitung durchaus auch mit der Chance auf Etablierung.

Google hat nun mit Google Friend Connect ein Tool zur Verfügung gestellt, das man problemlos in die eigene Website einbinden kann und so “Sozialkontakte” pflegt, wie man das ja von Twitter & Co. zu Genüge kennt. Der Vorteil: Google unterstützt dabei auch andere Accounts außer dem eigenen, Yahoo!-Accounts zum Beispiel und auch OpenID. Neben der Freundesliste können noch verschiedene Gadgets mit eingebaut werden, bspw. um Beiträge zu bewerten, Freunde einzuladen oder Kommentare in Form der immer weiter verbreiteten “Shoutbox” abzugeben.

Der “Witz” dabei ist eben die Plattformunabhängigkeit, da jeder selbst das Tool einbauen kann. Ich probier es mal aus.

Kleine persönliche Anmerkung an der Stelle:
Ich weiß, dass mancher nun sagen wird: “Hey! Du kritisierst an der einen Stelle Googles Datensammelwut und auf der anderen Seite trägst du aktiv dazu bei! Ist das nicht irgendwie widersprüchlich?!”
Bleibt mir nur zu antworten: “Stimmt!”. Aber mit dem Widerspruch muss ich leben. Zum einen bin ich einfach total neugierig, auch aus beruflichen Gründen, wie solche Tools funktionieren und das hier ist eben auch mein Blog und damit meine Spielwiese, zum anderen sehe ich die Gefahren. Ich für meinen Teil habe eben für mich beschlossen einen Weg zwischen Nutzung und gezielter Verweigerung zu gehen. Manche Dinge gehen bei mir nie über bestimmte Kanäle, bei anderen ist es mir tatsächlich fast schon resignativ egal, weil ich eh sehe, dass wenn ich die Hand auf das eine Loch halte meine Daten aus dem anderen Loch fließen. Ich sehe meine “Aufgabe” eher darin zu informieren, damit jeder weiß was da läuft und wie er vielleicht auch seine eigene Entscheidung fällen kann. Und ich sehe auch meine Aufgabe darin einen Mini-Anteil an politischer Sensibilisierung voranzutreiben, denn dieses Thema “Unsere Daten in Händen von Unternehmen” muss politisch gelöst werden.

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Update 16.12.2008:

Knapp ne Woche am Laufen gehabt, hier mein Fazit: Braucht keiner, da eh keiner mitmacht und es auch nicht so dolle aussieht. Also wieder raus damit.

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Meiner virtuellen Exekution persönlich beigewohnt – die Google PageRank-Strafe

Manchmal kann man einfach auch “Glück” haben! Eher per Zufall mal wieder für einen Kunden den Future Page Rank gecheckt und auch mal seinen eigenen durchlaufen lassen: Und siehe da! Ich durfte/darf wohl meiner eigenen Google-PR-Exekution beiwohnen. (Sozusagen live, denn nach und nach verschwinden die PR3-Einträge und ein uneinheitliches Bild beim Blick auf die Google Server bedeutet eine bevorstehende Veränderung)

Kurz zur Erklärung: Der Google™ PageRank™ sollte einst ein Indikator der Wichtigkeit einer Website sein und berechnete sich aus einem Algorithmus, der im Wesentlichen darauf sich gründete, wer auf dich verlinkt und wie wichtig wiederum der Verlinkende ist. Durch diese Konstellation wurde der PageRank bald zu einem “Wert”, der auch monetarisierbar war: Wer einen hohen PageRank (kurz: PR) hatte, galt demgemäß als begehrter Linkpartner – eine Anziehungskraft, die auch Geschäftsmodelle blühen ließ, dem Link-Handel. Und das war letztendlich auch das Ende der guten Idee des PR, denn natürlich wurde das auch gemacht und wird gemacht. Gekaufte Rezensionen und Link-Verkäufe sind vor diesem Hintergründe daily business im Web und wer eben einen hohen PR-Wert hatte, war ganz oben bei den Link-Head-Huntern.

Ich muss zugeben: Rein nüchtern betrachtet verstand ich den Groll, der seitens Google entstand. Da wird also versucht ein Algorithmus, der eigentlich dazu dienen soll, die Suche zu verbessern, zu unterwandern um des schnöden Mammons willen. Zugleich – aber das sagt man bei Google natürlich nicht laut – will man das Geschäft des Vermarktens von Websites ja selber machen. Ergo griff Google ein: Erst drohend und feinjustierend, zwischenzeitlich mit Rute und zur Not Verbannung. Wer sich nicht an die Regeln hält, der kriegt eben einen niedrigen PR und damit ruiniert man diese Einnahmequelle schlichtweg, denn eine PR0- oder PR2-Seite ist für den Linkpartner uninteressant.

In den Fokus rückten insbesondere auch in der deutschen Blogosphäre bekannte und verbreitete Geschäftsmodelle wie Linklift und Trigami. Es entstand damals schon eine mehr als nur hitzig zu bezeichnende Grundsatzdebatte, ob man generell sich dem Mammon hingeben dürfe als Blogger für Geld. Einen Konsens gab es damals nicht – es blieb bei verhärteten Fronten und einem fast kalten Krieg, der immer wieder in Bosheiten und Seitenhieben hochkocht.

Davon unberührt ob solcher verbalen Scharmützel des Mobs zieht Google seine Linie offenbar weiter durch. Frei nach dem Motto: We are good. Und was “gut” ist, bestimmen wir. Ich hab mir damals das alles angesehen und meine eigene Meinung gebildet, die im wesentlichen auf zwei Thesen fußt: 1. Linkverkäufe sind in der reinen Lehre nicht gut, was die Suche käuflich manipuliert, schadet im weitesten Sinne uns allen – und 2. Jeder hat das Recht darauf nach eigener Entscheidung seine Website zu vermarkten und darf nicht von Marktführern und Quasi-Monopolisten darin beinträchtigt werden.

Beide Thesen zusammen ließen mich zu einem Schluß kommen: Spiele nach den Spielregeln.

Und diese Spielregeln sind:
- Werbung machen ja, aber außerhalb des redaktionellen Contents und gekennzeichnet
- Rezensionen ja, aber gekennzeichnet und die Links mit rel=nofollow, damit es den Algorithmus nicht manipuliert (ein mit rel=nofollow gekennzeichneter Link sagt Suchmaschinen, dass sie den nicht für den Algorithmus berücksichtigen sollen)
und
- keine Linkverkäufe

Ich beendete damals daraufhin meine Partnerschaft mit Linklift, arbeitete aber weiter bspw. mit Trigami zusammen, die rel=nofollow voll unterstützen. Werbeangebote im redaktionellen Content lehnte ich ab, Linkangeboten erteilte ich eine Absage. Bis heute jedenfalls.

Ich informierte Google über die Webmaster Tools mehrfach, dass ich entsprechend reagierte und auch rückwirkend alle Rezensionen überarbeitet habe (mit rel=nofollow). Die Reaktion war: keine. Reaktion auf was? Reaktion auf meinen Antrag, meine Website schlicht wieder normal erfassen zu lassen, denn Google hatte ganz offensichtlich an meinen PR “Hand angelegt”. Statt PR 4 ging es auf PR 2 und auf meiner Hauptdomain gar auf PR0. Und (siehe oben) nun wurde aus dem händischen PR3 für das Weblog offenbar auch ein PR0. Begründung: keine. Dass der Wert manuell modifiziert wurde, lässt sich leicht belegen, da andere Domains von mir, als google-unbedenkliche Weiterleitung angelegt, selbst höhere Werte haben. Die Gründe sind aber unklar.

Faktisch ist es so, dass man meines Wissens gegen meine Interpretation der Spielregeln nichts einwenden kann, man mag anderer Auffassung sein, aber ich bewege mich innerhalb der Regeln. Warum reagiert Google dennoch nicht nur “nicht” sondern sogar “noch negativer”? Zwei Erklärungen fallen mir dazu nur ein: 1. Ich berichte hier sehr kritisch über Google und die zunehmende Konzentration von Universal- und Individual-Wissen in einem Unternehmen – und 2. Google geht es nicht um die Einhaltung irgendwelcher Fake-Regeln, man will schlicht nur seine eigenen Regeln spielen und die heißen: Wir bestimmen wo es lang geht und wer was im Netz mit Werbung verdient. – Was sich schon wieder nach Verschwörungstheorie anhört (vor allem beim ersten Punkt) mag man mal in dem Lichte sehen, warum andere bereits betroffene Blogs, die bereits einmal “ein bisschen” abgestraft wurden, ihre Praxis knallhart weiter durchzogen und dennoch bei noch moderaten PR wie 3 oder 4 blieben. Warum? Was macht den Unterschied im “Google Unrechtsbewußtsein”?

Heul doch! Wir jetzt mancher Kritiker denken und sich ins Fäustchen lachen. Und das darf der Kritiker auch. Ich könnte nicht wie Robert Basic mit Inbrunst sagen: So what! Mich stört es, weil ich es auch ungerecht empfinde, schlicht ungerecht in Bezug auf den kleinen Mann und das große Unternehmen. Ich kann auch nicht sagen, dass mir das Geld von Rezensionen egal wäre, das ist es nicht, das Zubrot durch Web-Einnahmen sind nicht für die Spielgeld-Kasse vorgesehen. Aber sie würden mich sicher nicht umbringen, wenn sie wegfielen. Ich finde es ungerecht, weil man versucht seinen Weg zu gehen und feststellen muss, dass die anderen sich nicht an die eigenen Regeln halten und gerade die, die sich selbst als die Guten gerieren. Und genau die haben über kurz oder lang den größten Wissenschatz der Welt in ihren Händen. Da sage ich nur: Gnade uns Gott!

Noch hat ein PR übrigens ganz offensichtlich keine Auswirkungen auf die Suchmaschinenerfassung, das berichten unisono auch andere Betroffene, die ich aber hier jetzt nicht zitiere aus gutem Grund. Noch dient der PR für Google offenbar als reines Belohungs- und Bestrafungsmittel und das funktioniert auch solange die meisten Werbe-Partner weiter den PR als relevant erachten (was er aber eigentlich nicht mehr ist). Aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Wenn diese Rute nicht mehr ihre Wirkung tut, wird Google nachlegen und die Schrauben anziehen. BMW durfte das schon mal zu spüren kriegen, als man den Autobauer kurzerhand aus dem Index warf. Und heute ist eine Nicht-Erfassung bei Google – wenn man nicht bereits exzellent im Web 2.0 aufgestellt ist, was die allerwenigsten sind – wie ein Versetzung zum Eremiten-Dasein im Netz. Aber klar ist: Wenn Google dies durchzieht und bspw. auch “größere” Unbelehrbare (wie vielleicht Robert) aus dem Index werfen, dann geht es ans eigene Eingemachte und Google würde sich selbst um die Allwissenheit berauben und dem Anspruch, wirklich alles zu finden – denn am Ende ist nicht die Suchmaschine der Schatz, sondern die erfassten Websites. Dann geht es wirklich um die Glaubensfrage und ein Wirtschaftsunternehmen kennt da keine Freunde mehr und auch kein Gut oder Böse, sondern nur Gewinner und Verlierer.

Nicht nur aus eigener Betroffenheit prangere ich diese Missstände an, die natürlich nur meine eigene subjektive Sichtweise sind. Prangere an, dass wir im Netz bereits ein derartiges Monopol-artiges Gebilde haben, dass nicht nur über Erfolg und Misserfolg eines Online-basierten Unternehmens entscheiden kann (und dazu zählen auch werbe-finanzierte Angebote), sondern generell über die Awareness, die Möglichkeit eine Stimme im Netz zu haben. Und wer heute dabei weiter diebisch grinst, weil es eben zufällig im Ergebnis gerade mal zur eigenen façon passt, wird vielleicht morgen an seine eigenen Grenzen kommen, wenn vielleicht nicht mehr die Werbe- und Link-Spielregeln von Google definiert werden, sondern vielleicht die Meinungs-Spielregeln oder man um seiner politischen Ausrichtung direkt oder indirekt (Erklärungen bekommt man ja nie) mehr oder weniger im Netz präsent sein darf.

Nein, ich werde nun nicht bockig irgendwelche Konsequenzen ankündigen und sagen: So, aber jetzt nach meinen eigenen Regeln, who the fuck is … Dazu bin ich viel zu sehr Gerechtigkeitsfanatiker und tue nichts, was ich nicht selbst richtig oder falsch halte. Aber wenn Spielregeln nicht von beiden Seiten eingehalten werden, machen sie keinen Sinn. Man muss daran arbeiten, sich von diesem ganzen System zu emanzipieren! Wenn das nicht gelingt, geraten wir alle über kurz oder lang in eine brutale Abhängigkeit. Und das sage ich auch, wenn morgen die Begnadigung käme. Mir ist nicht wohl bei der ganzen Geschichte, ich hab da ein ganz ungutes Gefühl.

[Und dafür opfere ich meine Mittagspause ...]

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Googlen wie zu Großmutters Zeiten

Soll keiner sagen, ich krittel ausschließlich an Google rum. Die Idee ist wirklich genial: Google hat zum 10jährigen eine Special-Website aufgesetzt, bei der man im Google Index aus dem Jahr 2001 googlen kann. Ach – wie BloggingTom schon sagt – waren das noch Zeiten. :-)

Google Index 2001

Wenn ich mir das heute so im Vergleich anschaue, dann hab ich mich dagegen ziemlich im Netz ausgebreitet. :-P

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Google Webmaster Tools

Gerade jemanden erklärt, was die Google Webmaster Tools sind:

Was das ist? Das kann man Google seine Sitemap zeigen oder auch Nachrichten schicken und andere anschwärzen, wenn sie böse Dinge tun, wie bezahlte Links einsetzen oder den Index spammen.

Dort kann man also richtig mit Google reden!

Also aber mehr wie ein Art Gebet:

Man spricht,
formuliert seine Bitte
und hofft erhört zu werden

Ob man erhört wurde, zeigt dann das Leben.

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Wege zur Weltherrschaft – Heute: Die Biometrie

Genau genommen: Auch gestern, wie der Browser, wobei der eigentlich vorgestern sein sollte. Gestern war der Browser aber in aller Munde, ganz still und heimlich hat Google aber hinter dem frontalen Angriff des Turmes auf dem Damenflügel seinen Springer in Position gebracht:

Picasa 3 steht zum Download bereit.

Schau mir in die Augen, Kleines!

Man will doch auch wissen, wer hinter dem netten Account DerAbchecker0815 in dem Single-Forum immer die Weiber aufreißt und sich die Antwortmails auf sein geheimes Gmail-Konto schicken lässt. Ist doch schön, wenn man dann auch sein Gesicht zuordnen könnte, natürlich nur zum internen Gebrauch und zur Verbesserung der Suchergebnisse, vorerst. Auch schön: Wenn man dann anhand von Party-Shooter-Bildern per Suchmaschine alle Teilnehmer identifizieren kann. Und nützlich: Würde sicher auch unsere sicherheitsbedürftige Exekutive interessieren.

Damit das nicht allzu fehlerhaft ist und lange dauert, wäre es doch schön, wenn der User mitmacht – bei der identifizieren. Bspw. wenn er über eine praktische und kostenlose Bildkatalogsoftware seine eigenen Freunde und Bekannten zuordnet und dann uploaded. Wäre doch prima.

Doch warum sollte man sowas tun?

Google hat gestern nachgelegt und Picasa 3 beta (vorerst nur in englisch) veröffentlicht.

  • intern.de:
    Besonders interessant scheint allerdings eine Änderung, die Picasa bei den Web-Alben eingeführt hat. Dort können Portrait-Fotos mit Hilfe einer Gesichtserkennung gruppiert und mit “Name Tags” versehen werden. Die Anwendung macht es wahrscheinlich für viele interessanter, Fotos überhaupt online einzustellen. Denn die bisherigen Möglichkeiten der Bildbeschriftung sind einfach zu umständlich, um sie wirklich zu benutzen.
  • telekom-presse.at:
    Gesichtserkennung
    Ein besonders interessantes neues Feature ist die Gesichtserkennung. Dazu muss der Nutzer den Gesichtern auf seinen Fotos Namen geben. Auf Anfrage durchsucht Picasa anschließend die gesamte Bildersammlung nach Fotos, auf denen diese Gesichter erscheinen. Als Grundlage für diese Funktion soll den Google-Entwicklern die Technik der vor zwei Jahren übernommenen Firma Neven Vision gedient haben. Die Funktion ist noch nicht perfekt, das Programm erkennt die Ähnlichkeiten nur wenn die Person direkt in die Kamera schaut.
  • chip.de:
    Außerdem können beliebige Fotos zu einem Film kombiniert und bei YouTube hochgeladen werden. So wird aus den Urlaubsbildern schnell eine Diashow fürs Web. Der integrierte Photo Viewer zeigt eine Vorschau der Bilder, ohne die komplette Picasa-Anwendungen öffnen zu müssen.
    Zu den weiteren Neuheiten gehören das Anfertigen von Screenshots, das Hinzufügen von Wasserzeichen, vereinfachtes Hochladen und Synchronisieren mit dem Picasa Web Album sowie die Möglichkeit, Verzeichnisse auf der Festplatte nun direkt mit Picasa zu verwalten.
  • GoogleWatchBlog.de:
    Der 3. September 2008 markiert mal wieder einen sehr wichtigen Tag in Googles 10jähriger Geschichte: Ohne große Vorankündigung – gerade einmal 1 Tag Vorlauf-Zeit – hat Google 2 Programme veröffentlicht mit dem man sich auf dem heimischen PC noch breiter macht als man eh schon ist. Mit Chrome und Picasa hat man ein heimliches Betriebssystem und einen Standard-Photo-Viewer auf den Markt gebracht, der in Redmond die Stühle diesmal sehr sehr tief fliegen lassen dürfte…
    Sowohl Picasa als auch Chrome dürften in den nächsten Tagen zu der am meist-heruntergeladenen Software werden und der Konkurrenz kräftig Marktanteile abknabbern. Auch wenn beide Anwendungen, wie schon gesagt, keinem der Konkurrenten überlegen ist, so sind sie doch simpel zu bedienen und bieten dem Nutzer genau die Funktionen die er erwartet. Ich denke das beide Anwendungen Standard-Programme auf vielen PCs werden dürften.
    Gerade bei dem Browser geht es für Google um viel – daher wird dieser derzeit auch kräftig beworben. Neben dem enormen Medienecho – und das schon vor der Veröffentlichung – wird das ganze jetzt auch auf der Startseite in so gut wie jedem Land beworben. Der gleichzeitige Release der Software in 100 Sprachen – quasi ein Novum von Google – zeigt wie wichtig die Software ist. Ich denke das wir in nicht all zu ferner Zukunft auch Funktionen in Google-Diensten sehen werden die “only for Chrome” sind und so viele Menschen zum Umstieg bewegen könnten. Könnte auch nach hinten losgehen, aber das Risiko wird Google wohl eingehen müssen…

    [Hervorhebung redaktionell]

Vielleicht sollte gar nicht von Google Zone reden, vielleicht sollte man an Skynet aus Terminator denken…

Warum man es trotzdem benutzen wird. Weil es verdammt gut gemacht ist – die Benutzerführung ist für DAUs, die Funktionen auf das wirklich wichtige reduziert. Ich hab es ausprobiert, die neue Oberfläche für Schnellbetrachtung von Bildern unter Vista ist ein Kick.

Es wird sich durchsetzen, weil niemand etwas dagegenzusetzen hat. Wir bauen das universelle Wissen und legen es einem wirtschaftlich orientierten Unternehmen vertrauensvoll in die Hände. Das ist quasi so sicher, wie die (Daten)-Bank von England

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Wege zur Weltherrschaft – Heute: Der Browser

Alle reden drüber, wir haben ihn: Der neue Browser am Himmel heißt Google Chrome (natürlich Beta)

Für die einen ist Chrome …
»schon in der Betaversion ein ziemlicher Kracher« (Spreeblick)
Für die anderen ist Chrome …
»nichts anderes als ein stinknormaler Browser« (filzo)
… ich tendiere im ersten Eindruck zu letzterem.

In jedem Fall ist es ein weiterer Baustein auf dem Weg zur Weltherrschaft. Nichts lag wohl näher, als den Suchenden schon dort abzuholen, wo er bereits tippt, statt erst auf den Besuch seiner Suchseite abzuwarten. Und so wird nun auch als Feature verkauft, wofür man Gates & Co. noch ans Datenschutz-Kreuz genagelt hätte: Man schickt bereits das Eintippen im Browser nach Hause zu Muttern.

Was wäre, wenn Microsoft und Mozilla auch sowas implementieren würden? Das Senden von URL-Eingaben nach Hause? So plemplem sind die nicht wirklich, oder? Das HQ von Microsoft würde man verbrennen und Mozilla den Löwen zum Fraß vorwerfen. Dass Google-Brillenträger auf sowas kommen und sich “nix bei denken”, dürfte klar sein.
Quelle: Basic Thinking Blog

Dürfen die nicht? Ach was, sagt da der hoffnungsvoll optimistische US-Amerikaner mit einem “Yes we can” garniert, weil “we are good”. Klar. Na dann. Ich nun wieder böses bei gedacht. Und damit die Schäfchen auch markiert sind, kriegt jeder eine eindeutige Nummer – Google wird mich also immer erkennen und beschützen und versorgen können.

Unstreitig sind paar nette Features drin, wie “Anonymes Browsen” (muss ja nicht jeder so viel wissen wie Google), aber unter dem Strich eben einfach ein Browser. Kein Grund in Installationspanik zu verfallen. Warum trotzdem viele davon sprechen und warum das »der Anfang von etwas Großem« sein soll, dazu muss man schon tief in die Cloud-Client-Vision Googles einsteigen. Am Ende soll man nämlich eigentlich alles nur noch direkt bei Google machen, am besten einfach alles – Mails, Termine, Dokumentverwaltung, Browsen, Einkaufen. Google Zone anyone?

Das begehrte Objekt: Unser Verhalten.
Der erklärte Gegner? Manche sagen: Microsoft – und zwar im Herzen von MS, dem Betriebssystemgeschäft.

Die Bedenkenträger werden heulen, die Karawane zieht bemerkenswert stoisch weiter. Niemand scheint in Anbetracht so vieler Segnungen, die Google verteilt, ernsthaft etwas entgegensetzen zu wollen. Marktbeherrschung, Informationsmonopol, Datenschutz. Themen, die angesprochen werden, aber kein Gehör finden.

Die wenigsten stört, dass ihnen zu den Suchergebnissen auch noch die passende Werbung mitgeliefert wird. Der Nutzer verrät beim Googeln so viel über seine Vorlieben, dass ihn die Werbewirtschaft mit personalisierten Botschaften ansprechen kann. Die Kapitalismuskritiker von vor zehn Jahren haben eines der erfolgreichsten Geschäftsmodelle des Computerzeitalters entwickelt.
Quelle: sueddeutsche.de

Der Nutzer sieht die Segnungen mehr als den Fluch, die Gefahr. Die Politiker sind derzeit noch froh, wenn sie nicht auf dieses Internet angesprochen werden, bei dem wo die Sekretärin ab und an mal was ausdruckt. Der perfekte Zeitpunkt für die Vorbereitung der Weltherrschaft – was so ironisch klingt, kann mal im Rückblick resignatives Kopfschütteln über so viel Ignoranz der politisch Handelnden auslösen. Google hat derzeit keine ernsthafte Konkurrenz und ist in punkto Innovation geschätzte 10 Schritte voraus. Microsoft kann sich warm einpacken. Für die Nutzer wechselt vielleicht irgendwann dann das Feindbild – doch wann? Und mit welcher Konsequenz?

Und wenn wir 2013 lesen, dass das chinesische Staatsunternehmen XYZ die Mehrheitsanteile von Google aufgekauft hat, dann brauche ich nicht mal einen Internet Patriot Act. Dann will ich mal die politischen Erklärungen lesen, die förmlichen Protestnoten, die dann abgegeben werden – wenn die Parteiführung genüßlich Angelas Surfverhalten durchstöbert. Dann wäre China in der Ideal-Konstellation: Die einzigen, die alles wissen und von denen keiner was weiß.

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