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Warum ich mich vor dem Hobbit fürchte

Weil ich mich sorge, dass Jackson auch diesen Teil zu einem Jackson-Film gemacht haben wird.

Man müsste da zu weit ausholen, daher versuch ich es sehr verkürzt. In den Herr der Ringe-Büchern ging es darum, dass ein Volk, die Auenländer, in eine Weltgeschichte geworfen wurden und darin eine Rolle zu spielen hatten, die für ihr Selbstverständnis zu groß war – in allen Belangen – und die es trotzdem bestanden, weil sie Werte hatten, die größer waren. Dazu hätte man das erst mal herausarbeiten müssen, den Zuschauer hinein versetzen, was im Kino nicht geht, deswegen galt das Buch auch zu Recht als unverfilmbar. Was aber Jackson darüber hinaus machte, war ein Menschheits-Epos zu zimmern, in dem Humanoide die Helden waren, die anderen die netten, mitunter lustigen Helfer (wie man überall seinen Jar Jar Binks braucht) oder bösen Gestalten. Es fehlte die Leichtigkeit der Hobbits, die sich immer wieder gegen das zunehmende Grauen zur Wehr setzte – nicht mit Waffen, sondern aus sich selbst heraus, ihrem Wesen. Und es fehlten elementare Figuren, wie Tom Bombadil. Allein die Hektik der Ents konterkarierte alles, was das Buch auszeichnete. – Es wurde ein Schlachtgemetzel mit ‘schön viel’ Grauen – eben Jackson. Ich hab mir die Filme auch gern angesehen, da gut gemacht, aber mit den Büchern haben sie eben nicht viel gemein. Oder anders: So hätte wohl ein menschlicher Chronist die Ereignisse beschrieben, nicht Tolkien.

Wer sich auf die Bücher einließ, der fand sich erkannt – weil wir Menschen wie die Auenländer in der Regel eben keine Helden sind, sonder kleine Lichter, von denen man nicht mal Notiz nimmt. Und doch werden manche von uns in Ereignisse hineingezogen und müssen dort dann so einen entscheidenden Schmetterlingsflügelschlag für die Geschichte tun, ohne eigentlich in die Gesellschaft der großen Rädchendreher hinein zu passen. Keine „Earthshakers und Historymakers“, weil wir uns still und heimlich lieber auf unseren Fernsehsessel an einem alltäglichen Abend in einer alltäglichen Woche wünschen, als die Geschichte zu beeinflussen.

Diese Geschichte erzählte mir Tolkien. Jackson muss er wohl eine andere erzählt haben.