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Wahlplakat: Unser Wort gilt.

Bild © Endl 2009

… sagt die FDP auf ihren Wahlplakaten zur Hessenwahl 2009.

Da denk ich mir immer: Bringt auch nur was, wenn man was zu sagen hat … und nicht nur brav den Mehrheitsbeschaffer hinter dem großen Onkel mimt.

Aber ist auch nicht einfach, das mit der Wähleransprache.

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Der Koch ist weg

Werbeplakate © Endl 2009

Aus den Augen, aus dem Sinn?

Thorsten Schäfer-Gümbel hat sein ehemals biederes Erscheinungsbild zwischenzeitlich gründlich überarbeitet und gibt den “deutschen Obama“. Und ob diese Metamorphose nun strategisch war oder sich irgendwie so eben zufällig ergab wie beim Collaborative Storytelling, ist auch nicht ganz klar. Jedenfalls twittert TSG zwischenzeitlich volksnah und strahlt fröhlich, omnipräsent und vor allem selbstbewusst von allen Plakatwänden dieser Stadt.

Und der Platzhirsch? Vielleicht eine Frage (m)einer selektiven Wahrnehmung, aber Roland Koch ist für mich in der ganzen Plakatiererei für Hessenwahl-High Noon reloaded am Sonntag bemerkenswert unterrepräsentiert – lange dachte ich sogar, er wäre ganz weg (von den Plakatwänden). Die meisten (gerade auch eben die 18/1) Plakate sind reine Typografie und dieses hier abgebildete Plakat, bei dem die Litho/Retusche mal wieder ihr bestes gegeben hat, musste ich wirklich schon suchen.

Ob das Zufall ist?

Sicher würde ein guter Wahlkampfstratege nun sagen: Wir schieben eben die Inhalte in den Vordergrund! – und sowas wie – In schweren Zeiten dürfen einzelne Personen sich nicht in den Vordergrund stellen, es geht um uns alle! Andere würden meinen, dass man den Koch besser nicht so sehr in den Fokus rückt, denn dann könnte man sich ja am Ende noch daran erinnern, dass viele den eigentlich gar nicht mehr wollten, also bevor die Ypsilanti und so …

Man könnte sich eben (schon wieder) erinnern an Parteispendenaffäre, Postkartenaktion aka Unterschriftenaktion gegen die Reform des deutschen Staatsbürgerschaftsrechts oder – ganz frisch – an die Diskussion um “Jugendlichen Straftäter mit Migrationshintergrund”, was nicht nur im Hessenlande eine Debatte auslöste die imho der Migration und Integration ganz sicher nicht dienlich war.

Also besser gar nicht groß in Erscheinung treten und dem Volkszorn nach der Ypsilanti-Wahllüge, die man natürlich ganz clever vor der letzten Wahl schon bisschen mit so forciert hatte, einfach schön wirken lassen. Obwohl sicher kein noch so kühner Stratege der CDU geglaubt hätte, dass man wegen so einer kleinen Schummelei bei der Benennung der möglichen Koalitionspartner dann echt und ernsthaft über die eigenen Füße stolpert. Aber so ist sie eben, die SPD, immer für eine Überraschung gut.

Klar, Lügen sind BÄÄÄAAHH!, aber leider politischer Alltag, da muss ich immer an Lisas Welt und die Sache mit den Wahllügen denken, bei denen Verterter des konservativen Lagers bemerkenswert oft genannt werden. Aber oft klappt das eben ja auch, das mit den Lügen und dem Vergessen, und daher am Besten gar nicht drüber reden. Und “gar nicht drüber reden” wurde ja von Chefin Angie Merkel nahezu kultiviert: Einfach überhaupt schön die Klappe zu allem halten, das ist besser als jede Position! Und die SPD kriegt dann schon ihre eigene Krise. Und der Wähler hat dieses Aussitzen in 16 Jahren Kohl ja fast schon zur deutschen Tugend erkoren.

Diese kleine Memo nur falls jemand was vergessen hat und wer denn da gerade zur Wahl steht. Kleiner Service vom Zielpublikum.

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Schäfer Gümbel Song

Na, wenn Rob Vegas (ja, genau – der mit der Mindtimeshow, der es mal zum Schmidt Harald geschafft hatte und mit dem mich mindestens oder wenigstens verbindet, dass wir eine der wenigen Menschen waren, die einen Mystery Ride hatten), also wenn Rob Vegas mich schon persönlich per Mail bittet, dann kann man doch gar nicht Nein sagen und muss sein Video bringen, auch wenn’s musikalisch nicht so mein Ding ist und Lachen muss man auch nicht – aber so isses eben manchmal mit der Satire.

Passt ja auch ganz prima wegen dem … und dem … naja und wegem dem auch und irgendwie wegen dem allen eben. Nur der hat mal nichts damit zu tun, aber der muss ja auch in den Knast.

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Schäfer-Gümbel »HOPE«

Neulich im ZEITmagazin:
Schäfer-Gümbel – »HOPE« – herausnehmbares Plakat

Der hessische SPD-Spitzenkandidat Thorsten Schäfer-Gümbel ist Barack Hussein Obamas Bruder im Geiste. Wie Obama, dem er auch in Ausstrahlung und Körpersprache immer ähnlicher zu werden scheint [...] Nur das Wort »HOPE«, das auch die stilisierten Plakate seines amerikanischen Genossen zierte, kann adäquat ausdrücken, welche messianischen Erwartungen er bundesweit zu entfachen vermochte.

:lol:

Wenn die Kreativen nicht aufpassen, bauen sie tatsächlich vor lauter kreativer Ironie noch eine Kultfigur. Und irgendwie kann ich mir gerade vorstellen, dass es heute a) wirkt, b) funktioniert und c) allen auch irgendwie wurscht ist, solange es lustig ist, denn die Politik nimmt eh keiner mehr ernst. Und daran hat man seitens der Politik, vor allem gerade in Hessen, hart gearbeitet…

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Lisas Welt und der »Change in Hessen«

Jetzt also doch auch endlich gefunden – wegen Hessen und die USA:

Lieber ein Ende des Changes als ein Change ohne Ende … Und deswegen haben die Amerikaner jetzt Obama und die Hessen immer noch den Koch.

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Was Hessen und Amerika trennt

Ich fühl mich mal wieder so ausgebrandenburgt: Es gibt Länder, wo was los ist. Es gibt Länder, wo richtig was los ist. Und es gibt: Hessen

In Amerika gibt es Jagdbomberflieger John Sidney McCain III, Sarah ‘Barracuda’ Palin und natürlich den designierten Mr. President Barack Hussein Obama – in Hessen haben wir Metzger, Koch und Ypsilanti, kein Scherz.

Alle Augen sind wie gebannt auf die USA gerichtet gewesen und nur wenige rufen mahnend “Obama, Obama – und die Bundestagswahl?“. Doch eigentlich gibt es doch noch ein ganz anderes Thema: “Hessen!

Da eiern wir jetzt seit Januar in Hessen durch die politische Gegend und kriegen es nicht hin, eine neue Regierung zu stellen und der Koch kocht weiter sein Süppchen und lacht sich ins Fäustchen, denn offenbar war es Aufgabe der Politik zu demonstrieren, dass nicht nur der Wähler sich blöd bei Wahlen anstellen kann.

Jetzt mag man politisch denken wie man mag, dass Andrea Ypsilanti jetzt quasi zum zweiten Mal an ihrer eigenen Partei scheiterte, ist hochgradig peinlich. Klar kann man der Auffassung sein, dass es doch gerade gut ist, dass die Mitglieder der eigenen Fraktion, namentlich Jürgen Walter, Dagmar Metzger, Carmen Everts und Silke Tesch, klar machten, dass sie nur ihrem Gewissen verantwortlich sind und gerade mal davon Gebrauch machen, doch warum – fragt sich der geneigte Mann – passiert das ausgerechnet dann, wenn Frauen aufeinandertreffen (hier im Fall nenn ich den Walter mal eher den Quoten-Mann). Ich bin wahrlich keiner, der ein patriarchaisches Weltbild hat, aber ich bin auch wahrlich keiner, der Mann und Frau gleich sieht – auf die Wertung (oder eben Nicht-Wertung) kommt es eben an. (Aber das nur ein Einschub, sonst gibt es da wieder Haue.) Aber Hand auf’s Herz: In der Politik und Wirtschaft hätten das Männer anders gedeichselt – da wette ich fast drauf. Da hätte es “Deals” und Absprachen vorher gegeben, bevor man den eigenen “Verein” derart debakulös und hochpeinlich an die Wand knallen lässt.

“Es ist klar, dass die hessische SPD nicht zwei Mal mit dem gleichen Kopf gegen die gleiche Wand rennen wird”.
(Der damalige) SPD-Parteichef Kurt Beck im März 2008

via an|di|ary

Und eben doch gleich zweimal, sowas muss man erst mal hinbekommen! Und ob das nun eine Form “fehlender instinktiver Intelligenz” (3-Bein) ist oder einfach nicht “wahr sein [kann], das eine Partei so hilflos 3 Karrieristenarschlöchern ausgeliefert ist” (weltfrieden), sei da mal ganz dahingestellt.

Wenn meine kleine Tochter versehentlich vor die Glastüre vom Wohnzimmer läuft, dann passieren zwei Dinge:

Erstens wird sie sich vermutlich eine blutige Nase holen und zweitens wird sie in ihren (nicht zu ergründenden, weil weiblichen) Gehirnwindungen speichern, daß man besser nicht vor Glastüren rennt.
Und sie wird es nie wieder tun, weil sie lernfähig ist.

Ja und damit ist meine Tochter mit mehr instinktiver Intelligenz gesegnet als SPD-Spitzenkandidatinnen. Punkt.

Quelle: Blutige Nase – 3-Bein

Ich will da wahrlich keinen reinen Geschlechterkampf daraus basteln, aber das kann ich einfach nicht auf die Reihe kriegen, das hätte sich die SPD nicht antun dürfen. Da hätte es vorher – und daher muss man Frau Metzger fast rausnehmen (zumindest aus der Kritik) – klare Ansagen geben müssen, bevor sich SPD und Grüne geoutet hätten durch ein grundsätzliches Bekenntnis für eine von der Linken tolerierte Regierung. Wenn schon mal ne Frau die Chance hat, den Koch zu stürzen (wollte schon sagen: das Süppchen kochen zu vermiesen), wird sie von drei Frauen (plus Quoten-Mann) dabei aus den eigenen Reihen aufgehalten. Na bravo! Und wie gesagt: Es geht nicht darum, dass man nicht zu seinen Prinzipien stehen darf, auch wenn man ein einzelner ist und gegen eine ganze Partei steht (wobei auch das so ne Sache ist…), es geht da vor allem mal um das “Wie”.

Jetzt hat man nämlich die doppelte Arschkarte: Nämlich keine Regierung und den Wortbruch (mit ‘Hilfe’ der Linken nie eine Regierung zu stellen).

Und nun “Wie weiter in Hessen?”, fragt die Netzzeitung: Erstmal abwarten, meint die SPD … Wie lange denn noch? Und worauf? Lasst mich raten: Auf einen dritten Versuch sich zu blamieren?

Klar ist (für mich): Bei den nächsten Wahlen hat die SPD damit ein ganz schweres Erbe. Mich würde nicht wundern, wenn dann für eine Ampel-Koaltion ohne Beteiligung der SPD eine zumindest denkbare tragfähige Mehrheit geben würde. SPD und CDU als große “Oppositions-Koalition”, das wäre man was ganz Neues. Verdient hätten sie es allemal.


Nachtrag via [zeitcollector]: Es wird immer doller in Hessen!
Es geht nämlich noch schlimmer: »Ich glaube, ich träume, einen Albtraum – die SPD schließt eine große Koalition nicht aus! Die Partei, die angetreten ist, Roland Koch abzulösen! Die Angst vor Neuwahlen lässt alles vergessen.«


Und noch ein Nachtrag: Jetzt doch Neuwahlen am 18. Januar.

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