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Im Interview beim FEED-Magazin

„Das unten stehende Interview mit Alexander Endl ist die (chronologische) Nummer zwei in der Serie der Feed-Magazin-Facebookfan-Porträts. Endl kann von sich behaupten, der Einzige zu sein, der in allen drei Feed-Print-Ausgaben (die Preview von 2010 mitgerech- net) vertreten war. Der Beitrag ist gleichzeitig als Teaser für unsere erste „Themen- woche“ (16.-20. Januar) anzusehen, die der Fankurve im Netz, also der deutschen Fuß- ball-Blogszene, gewidmet ist. In der Woche stellt Endl das von Stefan Helmer un ihm betreute Blog / Fanmagazin Clubfans-United.de („Von Fans für Fans des 1.FC Nürnberg“) vor.“

http://feed-magazin.de/ein-franke-im-exil-2-0-%E2%80%93-ein-interview-mit-alexander-endl/

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Im Interview bei Radio Zebra

Duisburger BürgerInnen machen selber Radio, im Bürgerfunk bei Radio Duisburg. Radio Zebra hat sich dabei ganz dem MSV Duisburg verschrieben und mich als Vertreter von Clubfans United um ein Interview gebeten.

Zu hören hier bei Radio Zebra vom 3.3.2009 (Interview ab 11:35 Minuten hier als mp3-File)

Seminararbeit zum Thema Web 3.0 von Lennart Brand – Transkript Interview Alexander Endl

Vor dem Hintergrund des Artikels bei Dr. Web »Die Zukunft im Web 3.0 – Eine Vision«, über das mich eine ganze Menge Anfragen erreichten (was mich wirklich positiv überraschte), bat Lennart Brand im Rahmen seiner Seminararbeit »Semantic Web und IPv6 – Ein Zukunftsszenario des Internets« im Seminar »Multimediale Präsentationsformen / Content Management« beim Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung an der Hochschule für Musik und Theater Hannover zum Thema um ein Interview.

Hier das „Transkript“ des finalen E-Mail-Interviews – für die, die es interessiert:

Fragenkatalog an Alexander Endl

1.
Bitte beschreiben Sie kurz Ihre berufliche Tätigkeit und Ihr Aufgabenfeld.

Ich bin seit 7 Jahren verantwortlicher Projektleiter mit Schwerpunkt Internet und Neue Medien in einer Agentur für visuelle Kommunikation in Frankfurt/Main.

2.
Wie ist die Idee zu dem Artikel bei Dr. Web („Die Zukunft im Web 3.0 – eine Vision“) entstanden?

Eine einfache Weiterentwicklung eines Gedankens. Als der Artikel entstand war eine Diskussion über die Differenzierung von Web 2.0 als „social network“ in aller Munde, aber nur wenige gingen dabei auf die Entwicklung danach ein. Wer über das Web nach 2.0 schrieb, meinte das entweder als vage Zukunftsvision a la Flash Gordon oder als technisches Projekt im Sinne der Semantik. Ich wollte hier meine Gedanken in eine andere Richtung, eine vielleicht naheliegende, reelle, ‚zu Papier‘ bringen.

3.
Ihrer Grundthese nach werden, durch weiterentwickelte Technologien im Internet (semantic web, IPv6), Informationen auf ihren Kern reduziert und unabhängig von ihrem Kontext selbständige Einheiten darstellen. Benutzer können diese Einheiten – abhängig von den Berechtigungen durch den Urheber – nutzen und frei kombinieren. Können Sie dazu bitte ein Beispiel anführen?

Letztendlich sind Beispiele bereits real existent: Via RSS-Feeds werden ‚entkernte‘ Contentelemente bereitgestellt und anderswo im anderen Zusammenhang eingebettet und neu aufbereitet. Der Gedanke darüber hinaus, den ich bei dem Artikel hatte, ging in die Richtung, dass auch der Ort obsolet wird. Jetzt wird der Content noch von einer Quelle ausgeliefert, diese Quelle könnte in Zukunft unwichtig sein, weil der Content die Quelle selbst ist. Ich versuche das mal so zu formulieren: Wer mich erreichen wollte, hatte früher meinen Festnetzanschluß und meine Anschrift benötigt, heute trage ich meine Erreichbarkeit mit mir herum, meine Erreichbarkeit ist mit mir verschmolzen (außer der Akku meines Handys geht aus…). Aber auch das ‚witzige‘ Beispiel in Klammern ist gar nicht so daneben: Wenn ich jetzt noch eine Möglichkeit habe, dass bei Ausfall meiner primären Erreichbarkeit eine Alternativ automatisiert bereit steht oder die Alternative sogar sich nicht nach einer Hierarchie, sondern nach simpler Einfachkeit geknüpft wird, ist das vielleicht eine simple Erläuterung für meinen Gedanken. Jemand versucht mich zu erreichen und landet dort wo ich eben gerade bin, am Festnetz, am Mobilen Endgerät, per Voice-Stream im Netz. Man muss nur diesen Gedanken noch übertragen auf ein Objekt, das multiplizierbar ist: „Content“. Verteilt und erreichbar über unendliche Kombinationsmöglichkeiten.

4.
Wie schätzen Sie die Problematik der Rechtekontrolle durch den Autor und die Wahrung der Urheber- und Verwertungsrechte bei einer solchen Unabhängigkeit und flexiblen Kombinierbarkeit von Informationseinheiten ein?

Sehr hoch. Oder noch weitergehend: Man müßte sich von den existierenden Denkmodellen von Urheber- und Verwertungsrecht komplett lösen müssen und neue Modelle entwickeln. Tut man das nicht, wird das gleiche Schicksal ereilen wir der Musikindustrie und der schreibenden Presse: Content für lau wird entweder eingefordert oder Piraterie breitet sich aus.

5.
Wie ist Ihre Meinung zu der Kritik, dass durch das semantic web die Informationstiefe und das Bildungsniveau der Benutzer aktiv eingeschränkt werden könnte. Die Idee hinter dieser Kritik ist, ähnlich des Videos EPIC über das fiktive Google-Monopol, dass man nur noch die Informationen finden kann, die durch eine teils maschinengestützte Ontologie als für einen Benutzerprofil zutreffend bewertet werden. Zufällige Treffer, die den Wissenshorizont erweitern könnten, werden dadurch nahezu ausgeschlossen.

Wie sagte Jeff Goldblum alias Dr. Ian Malcolm in Jurassic Park so schön: „Das Leben bahnt sich seinen Weg“. Das Internet ist nicht von ungefähr auch deshalb so eine „killer application“, weil es so praktisch ist, sondern weil es eben Pluralität brachte, Meinungs-Pluralität. Die Masse wird sicher ähnlich wie beim Privatfernsehen abzufangen sein, wer sich aber informieren will, wird das können. Das wird sich nicht mehr ändern lassen, das merkt man heute schon in Krisenregionen, wo trotz größter Bemühungen zur Vertuschung die Informationen nach außen dringen, – und das ist auch gut so, birgt im Privaten aber auch enorme Risiken.

6.
Wo liegt Ihrer Meinung nach der Vorteil, Informationseinheiten mittels IP-Adressen statt über eine erweiterte Funktionalität von URIs zu adressieren?

Ausfallsicherheit und Variabilität. Wenn ein Objekt nicht an einen Ort gebunden ist, kann es dorthin „gehen“, wo Erreichbarkeit gewährleistet ist. Auch ist eine Verteilung eine Lösung bei hoher Zugriffslast, das „Bit Torrent“ Modell ist ja quasi schon der Beweis, dass dieses Modell funktioniert.

7.
Das Schlagwort „Killer-Applikation“ ist schnell zur Hand, wenn man von technischen Innovationen spricht. Viele Experten sind der Meinung, dass die drastische Verbesserung der Zugangsbedingungen die „Killer-Voraussetzung“ für das Web 2.0 bildete. Schätzen Sie IPv6, auch z.B. aufgrund von mobile IPv6, als die mögliche „Killer-Voraussetzung“ für das Web 3.0 ein?

IPv6 ist für mich keine Applikation, es erweitert einfach den Adressraum. Das ist wie die Einführung von 7-stelligen Telefonnummern in einer Stadt nachdem man mit 5 Stellen nicht mehr zu Recht kam. Die 7 Zahlen sind dann nicht die Killer-Applikation, das war ‚das Telefon‘. Die Rahmenbedingungen müssen aber natürlich stimmen für Entwicklung, IPv6 erweitert einfach die Grenzen und ist der Boden eine solche Weiterentwicklung.

8.
Durch die IPv6 wird es möglich, jedem Endgerät eines Benutzers mittels stateless autoconfiguration eine IP zuzuweisen. Bei mir wären das allein bei den klassischen Medien schon 6 verbrauchte IPs (Computer, Laptop, Mobiltelefon, PDA, Fernseher, Radio). Als virtuelle Person im Internet belege ich eine weitere IP. Als Blogger fallen für mich wöchentlich etwa 5 weitere IPs für meine Blogeinträge an, meine Kommentare in anderen Blogs nicht mitgezählt. Ist unter diesen Gesichtspunkten Ihre Idee, dass mittels IPv6 jeder Informationseinheit eine IP zugeordnet werden kann, kritisch betrachtet überhaupt realisierbar?

Ja. Auch weil IPv6 ja nicht das Ende der Fahnenstange sein muss und weil man noch gar nicht abschätzen kann, wie alles sich entwickelt. Manche prognostizieren ja ‚eine‘ IP für jedes einzelne Objekt dieser Welt, von der Wasserflasche bis zum Toaster. – Vielleicht wird es regionale IPs geben? Oder IPs in (semantischer) Kombination? Wie oben gesagt: IPv6 ist für mich nichts anderes als eine Erweiterung des Terrains. – Zudem kann man mit 340,28 Sextillionen Adressen aber erst mal arbeiten.

9.
Im Dr. Web Weblog schlug „Siegfried“ im Kommentar #15 am 8.09.2006 vor, die IPs nur an Personen zu binden. Im Sinne einer ontologischen Zuordnung wären personenabhängige Aspekte wie geschriebene Artikel und Kommentare dann mit dem Autor verknüpft. Über thematische Gemeinsamkeiten gelänge man über die Aspekte von einer Person zur anderen. Wie bewerten Sie diese Modifizierung Ihrer Vision?

Streng genommen geht das für mich dann nicht weit genug. Ob ich den Ort oder die Person dann verknüpfe ist dann nur eine neue Definition, kein neuer Ansatz. Das Problem beginnt dann bereits bei Gemeinschaftsarbeiten, verliert sich endgültig dann in Wiki-Projekten, bei denen dem Grunde nach unendlich viele Personen zuordenbar wären. Nur wenn man alle Informationen voneinander löst und nur noch in Korrelation über eine Systematik setzt, wäre es für mich eine Evolution.

10.
Hat sich Ihre Sicht auf Ihren Artikel in den zwei Jahren seit der Veröffentlichung geändert? Was würden Sie ergänzen, streichen oder verändern, wenn Sie heute eine gleiche Zukunftsvision formulieren sollten?

Ein Problem der „Theorie“ ist für mich ungelöst, das Problem des „Versioning“. Wie garantiere ich, dass die Content- und Web-Objekte alle am letzten Stand sind, oder wie entferne ich etwas wieder? Aber das sehe ich eher als Lücke des Artikels, die man schließen könnte mit einer Idee. Auch denke ich wären Details von Semantik- und IT-Experten besser auszuleuchten als von mir. Die Resonanz dieses Artikels – vor allem die bemerkenswert geringe Kritik daran in Anbetracht der Verbreitung – zeigt mir aber, dass die Idee dahinter so falsch nicht sein konnte.
Was ich heute anders oder differenzierter sehe ist die Wirtschaftsmacht, die dieser Entwicklung eine ganz andere Richtung geben könnte. Ich hielt damals weit mehr als heute es für eine fast unaufhaltsame Entwicklung, dass sich alles voneinander löst. Beobachtet man heute die Entwicklung und Bestrebungen der global internet player, kommt man vielleicht zu dem Schluß, dass das Gegenteil der Fall sein könnte: Statt Lösung eine Bündelung, Konzentration. Statt einer freien Verknüpfung gesteuerte Verknüpfungen, die allein darauf abzielt am Ende auch wirtschaftlich verwertbar zu sein (was der oberflächlichen „Qualität“ nicht unbedingt anzusehen sein muss). Das Netz dann (negativ ausgedrückt) nicht als semantisches Monster, das unkontrolliert eine Art Eigenleben entwickelt – Skynet (Terminator) lässt grüßen -, sondern ein Modell basierend auf nacktem wirtschaftlichen Kalkül alter Schule, nur eben ins Netz übertragen: Wer Information hat, verdient Geld – und wer die Kontrolle darüber hat, hat Macht – und wer die anderen verdrängen kann, ist auf dem Weg zu einem Monopol. – Es gibt also durchaus ‚gewichtige Gründe‘ dem freien Wildwuchs einer rein auf Logik basierten semantischen Verknüpfung von der ersten Stunde an den Kampf anzusagen. Aber der Widerstand kommt nicht seitens des Users, die bis dato eher wie Lämmer zur Schlachtbank folgen und alles relativ schmerzfrei mitmachen, und auch nicht seitens der Politik, die bisher weitgehend durch Ahnungslosigkeit und Handlungsunfähigkeit auffallen – sondern durch die Wirtschaft.

Dieser Fragenkatalog ist Bestandteil der Seminararbeit von Lennart Brand zum Thema „Semantic Web und IPv6 – Ein Zukunftsszenario des Internets“ im Seminar „Multimediale Präsentationsformen / Content Management“ des Sommersemesters 2008 am Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik und Theater Hannover.
Die aus dem telefonischen Interview erhaltenen Informationen werden ausschließlich für die inhaltliche Bearbeitung der Seminararbeit verwendet und dienen den Zwecken der Lehre und Ausbildung. Das Verwertungsrecht der Arbeit liegt bei dem Institut für Journalistik und Kommunikationsforschung der Hochschule für Musik und Theater Hannover.

Ich in der FAZ

Heute bei FAZ.net »Frankfurt in der Blogosphäre« von Andreas Pöschl mit Auszügen einiger Interviews mit mir. Wurde am Ende mehr ein allgemein informativer Artikel, hätte sich nach den drei oder vier Telefoninterviews auch durchaus mehr in kritische Richtungen der Blogosphäre entwickeln können bzw. in welchem Prozeß man sich befindet, jedenfalls so wie ich das sehe. Bspw. der Aspekt, dass nach meiner Meinung das Bloggen an sich in einer Art Selbstfindungskrise befindet, wo man nicht weiß, werde ich nun ein Magazin, eine Publikation, wie es auch die großen Verlage es anstreben, nur eben autark, mit heeren Zielen und großen Themen, oder spezialisiere ich mich auf ein Thema. Zunehmend verpönt – und das klingt im Artikel auch an – das Bloggen frisch von der Leber weg.

Die Kritik an den ‚einfachen Bloggern‘ kommt noch nicht mal maßgeblich von ‚außen‘, denn die Diskussion zwischen Journalismus und Bloggern ist ja in Bezug auf die ganze Blogosphäre eher akademischer Natur. Bloggersdorf reibt sich selbst gern auf.

Das Bloggen des einfachen Mannes (oder Frau) von der Straße, die Möglichkeit einfach von sich zu erzählen, von seinen Ansichten, seinen Erlebnissen und Eindrücken, wäre ja eigentlich das Potenzial der Masse – doch genau das wird in der offenen Diskussion und selbst von den führenden Lead-Blogs (manche sagen: A-Blogger) doch mindestens zwischen den Zeilen als überholtes (nahezu nostaligisch-romantisches) Modell angesehen. Bloggt man nur für eine kleine Leserschaft, fehlt die Relevanz, bloggt man seine subjektiven Ansichten, fehlt das Know how und die Differenzierung, bloggt man spontan aus dem Bauch, mangelt es an Tiefgang und Recherche. Konzentriert man sich auf sich, ist man selbstreferenziell, versucht man sich nach außen zu wenden, ist man eine Link-Schleuder. Ist man viel unterwegs und beteiligt sich, prostituiert man sich für einen Kommentar-Link, bleibt man in seinen Kreisen, kriegt man den Vorwurf zu hören, man würde doch nur unter seinesgleichen bleiben und sich isolieren.

Kein Wunder also, dass vielen die Lust vergangen ist, einfach mal vor sich hin zu bloggen. Abmahnfallen sind da das eine, viel schlimmer die kleinen Abkanzelungen und Demütigungen, die sich so mancher durch Trolle, Besserwisser-Kommentierer und auch gern mal durch einen Seitenhieb eines der A-Blogger gefallen lassen soll. Auch fehlt vielen das Recht auf Redefreiheit. Das Recht auf Anonymität, das Recht auch etwas falsches sagen zu können, ohne gleich juristische Konsequenzen zu fürchten. Was wundern wir uns, wenn wir keine Diskussions- und Streitkultur entwickeln können, wenn jedes falsche Wort, jede falsche Ansicht als Ruf- oder Geschäftsschädigung vor dem Kadi landet.

Ich mach aus meiner Ansicht kein Geheimnis, dass ich meine die Politik hat hier bei der Gestaltung dieses neuen Mediums Internet und seinen Möglichkeiten nahezu vollständig versagt. Hier hätte man nicht mühsam die Übertragung bestehender Rechtsansichten versuchen sollen, sondern die Chance begreifen den Bürger eine Freiheit und ein neues Demokratieverständnis zu vermitteln. Wie schwer wäre es denn gewesen Verfahren der kostenneutralen Streitschlichtung zu installieren in Zeiten von E-Mail und schnellen Kommunikationswegen? Wäre es so dramatisch gewesen, wenn man sich über Unternehmen in Foren offen und kontrovers auslassen darf, wenn doch der Betroffene die einfache Möglichkeit hat, das Gegenteil in einer Gegendarstellung auszuräumen und so den unbeteiligten Betrachter die Möglichkeit geboten wird, beide Argumente und Sichtweisen abzuwägen und sich eine Meinung zu bilden.

Meinung bilden – das wäre die Chance gewesen. Und zum Meinung bilden gehört manchmal erst sich die eigene zu vergegenwärtigen, sie zu formulieren und dann anderen vorzustellen. Genau hier lag die Chance der Weblogs. Genutzt wird sie nur von wenigen. Die Frage ist, ist es überhaupt gewollt, dass die Leute sich wieder mehr eine eigene Meinung bilden. Die Frage ist rhetorisch.

Doch der Artikel bleibt beim Thema »Frankfurt in der Blogosphäre« und konzentriert sich (absolut berechtigerweise) auf eine nicht zu tiefgehende Auseinandersetzung damit, warum eigentlich in so einer großen Stadt so wenige über dieselbe schreiben – ob gut oder schlecht, ob staatstragend oder nebensächlich. Und in der Tat komme ich mir manchmal wie ein kleines Lichtlein in der dunklen Großstadt vor und wundere mich, wenn für die FAZ kein anderer außer ich (mit meinen nüchtern betrachtet bescheidenen Zugriffszahlen) gefunden werden kann, der wenigstens ab und an aus und über die Stadt schreibt (und dabei bin ich noch nicht mal ein Einheimischer).

Auch genannt übrigens ein mir bis dahin unbekanntes Blog namens meiersonline.de … und weil ich weiß, wie hart es einen treffen kann, wenn in einer solchen Publikation der Link falsch ist, hier noch ein funktionierender Link zu meiers.blogg.de – das kleine „www“ davor, wie im FAZ-Artikel enthalten, führt nämlich zu einer bedauerlichen Weiterleitung auf blogg.de, der zentralen Startseite des Blog-Dienstleisters, und nicht zu den Meiers.

»Frankfurt in der Blogosphäre« bei FAZ.net > Gesellschaft > Menschen

Alles über Frankfurt findet man übrigens hier im Blog über den Tag »Frankfurt«

Blogger der Woche Interview

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Warum blogge ich zur Zeit eigentlich so wenig? Hmm. Wahrscheinlich weil im Fussball so viel los war. Aber trotzdem gibts was Neues: Eine Interview-Anfrage vom LGBlog. Ich durfte den Anfang einer neuen Interview-Reihe machen, ist doch auch mal was Nettes.

9 Fragen und Antworten, aber für die die hier lesen wenig Neues und doch … z.B. das Twitter-Thema (Stand der Antwort noch vor dem Selbstversuch), die Frage ob ich ein Nerd bin und (m)eine mittlerweile etwas veränderte Auffassung über die Zukunft von Blogs.

LGBlog: Neu: Das Blogger Der Woche Interview

Vorratsdatenspeicherung ist Kinderkacke

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Die letzten Tage wird man vermehrt auf diese komische Vorratsdatenspeicherung angesprochen … jetzt … wo sie beschlossen ist … 🙄 … typisch. Meine Reaktion ist gewohnt gelassen: Vorratsdatenspeicherung ist für mich Kinderkacke. Warum? Weil das an sich zwar schon ein ziemlich schwerer Schlag in dein Grundrecht auf den Schutz deiner persönlichen Daten und deinem Recht auf Selbsbestimmung damit ist, aber (aber! sic!) was da real an Bedrohung diesbezüglich besteht, dagegen ist unser kleines bürokratisiertes Vorratsdatenspeicherlein doch nahezu niedlich.

Ich will kein Google-Bashing betreiben, aber ich predige die ganze Zeit die Problematik, wenn zu viele Daten in eine Hand gelangen. Und ich weiß, das Thema ist irgendwie so abstrakt, so technisch und zugleich so weit weg – aber was heute passiert wird unser Leben morgen prägen, ja vielleicht sogar sehr schwerwiegend beeinflussen, da bin ich mir sicher.

Aber vielleicht finden die Worte des Informatik-Professor Hermann Maurer mehr Gehör als meine:

Die Problematik ist zunächst die, dass Google als größte und mächtigste Detektei, die es jemals gab, über jede wichtige Person und Organisation ein sehr genaues Dossier mit Informationen hat. Das alleine ist natürlich schon gefährlich. Für Privatpersonen deshalb, weil dadurch unsere Privatsphäre zutiefst gefährdet wird und Informationen auch fallweise gegen uns benutzt werden können. Es wäre durchaus denkbar, dass, wenn jemand so viele Informationen über Personen hat, er diese unter Umständen an andere verkauft und zu seinen Gunsten ausnützt. Ich will Google nicht beschuldigen, dass so etwas schon getan wird. Eine gewisse Versuchung muss es allerdings schon sein, wenn jemand eine größere Summe bietet, um Informationen über eine bestimmte Gruppe von Menschen zu kriegen. Was aber vielleicht noch wichtiger ist, ist die Tatsache, dass Google auch viel über Firmen, Unternehmungen und ökonomische Strömungen in der Welt weiß. In gewissen Bereichen kann das Unternehmen so recht gute Prognosen der Zukunft abgeben. Natürlich ist da die Versuchung für eine Firma groß, das auch beispielsweise am Aktienmarkt auszunützen.

Und neben der „Versuchung“ steht dann – imho – noch die Kleinigkeit staatlicher Eingriffe wie durch sowas wie den Patriot Act – und dann geht es nicht um Geld, dann geht es um (politische) Macht.

Ein absolut lesenswertes Interview beim medienhandbuch über Google, Data-Mining, Wissensverflachung und mit einem Plädoyer für Sensibilisierung für ein gesundes Misstrauen: »Google ist die mächtigste Detektei, die es je gab – Interview mit dem Informatik-Professor Hermann Maurer«

Das wichtigste ist zu verstehen, dass es nicht um die Suchmaschine Google alleine geht, sondern um das Imperium Google. Es ist die Kombination der verschiedenen Unternehmungen von Google wie YouTube, GoogleEarth, GoogleMail etc. die im Komglomerat die gesammelten Informationen untereinander austauschen, bewusst koordinieren und verschmelzen. Das macht die Situation so gefährlich.

Making Of: Karla im Koma Folge XIII: Unerwartete Wendungen

Grafik © Batz

  • Im Interview mit Alexander Endl, Erfolgsautor des Zielpublikum Weblogs, und begnadeter Drehbuchschreiber.
  • »Herr Endl, oder darf ich Alexander sagen?«
  • »Bleiben wir erst mal bei Herr Endl.«
  • »Natürlich, Herr Endl. – Sie sind der Verfasser der 13. Folge der viel umjubelten Blogsoap »Karla im Koma« des Erfolgsautors Oliver Wombatz. Wann dürfen wir mit dem Erscheinen rechnen?«
  • »Die Arbeiten daran sind abgeschlossen. Die Story steht. Wir gehen morgen, Montag, ab 11:00 Uhr auf Sendung.«
  • Interviewer aufgeregt: »Ist das amtlich? Ich meine, ist das verbindlich. Das wäre die erste exklusive Benennung eines Erscheinungstermins. Und das so nahe!«
  • Endl lächelt: »Sie und ihre Leser können sich glücklich schätzen das als erste zu erfahren. Ja, morgen 11:00 Uhr.«
  • »Können Sie uns schon erste Details verraten? Werden noch weitere sterben? Wird Batz in seiner Abschlußfolge noch Darsteller übrig haben?«
  • »Ich hoffe Sie haben Verständnis, dass ich hier noch keine Angaben machen will. Das bin ich der Story und auch den Fans schuldig. Nur so viel: Die letzte Folge wird zu einem eindeutigen Ende kommen können. Und …« (lacht) »genügend Darsteller bleiben sicher übrig.«
  • »Zuletzt wurde vermehrt der Vorwurf laut, die Geschichte würde die Grenzen einer Soap sprengen und wäre für das Nachmittagsprogramm nicht mehr tragbar. Wie sehen Sie das?«
  • »Welche Vorwürfe? Wer sagte das?«
  • »Sagen wir so, es wurde auch redaktionsintern diskutiert. Und wir waren sicher nicht die einzigen.«
  • »Die Medien haben da viel hineingetragen und überinterpretiert. Auch Ihr Haus hat sich da ja beteiligt…«
  • »Und das ist ja auch unsere Aufgabe, zu hinterfragen und zu polarisieren.« -… »Eine Frage unserer Leser: Wie kamen Sie zu der Ehre als Autor in dieses Erfolgsformat einzusteigen? Ging es nur ums Geld und Prestige«
  • »Ich gehe davon aus, dass der letzte Teil der Frage von Ihnen hinzuinterpretiert wurde … … Aber sei es drum: Nein, finanziell hätte es sich eher gelohnt Rezensionen zu schreiben. Das hier war eine Sache aus Überzeugung.«
  • »Manche meinten: Sie hätten vor ihrer Zusage einzusteigen von der gesamten Reihe noch nie etwas gehört! Ist das korrekt?«
  • »Das sind alles Gerüchte. Natürlich kannte ich „Karla im Koma“, wenn ich auch die einzelnen Folgen aus Zeitgründen nicht verfolgte.«
  • »Das heisst: Sie kannten die Story nicht?«
  • »Das haben Sie gesagt. … Für mein Engagement tat es im Übrigen nichts zur Sache. Es war eine Spontan-Entscheidung zu der ich noch heute stehe. Wenn ich Sie auch bisweilen bereute, doch das ist vorbei.«
  • »Bereute?«
  • »Die Einarbeitung in das Thema war doch umfangreicher als gedacht. Fest zugesagte Projekte, wie das Säubern meiner Schuhbekleidung, mussten verschoben werden. Doch ein Endl steht zu seinem Wort. Zudem waren die zugesagten Hilfen nicht immer so ergiebig wie erhofft.«
  • »Welche Art von Hilfen?«
  • »Skizzen z.B.« … kramt einen Zettel hervor und hält ihn in die Kamera …
    © Walter 2007

    Sie verstehen sicher, dass diese Skizzierung der Handlungsstränge, wie man das ankündigte seitens meines Vor-Autoren Walter, nicht wirklich zielführend waren. Dennoch meinen Dank für den Versuch…«

  • … lacht … »… verstehe. Doch zum Werk: Was war für Sie die größte Herausforderung? Wie war Ihre Herangehensweise? Was war Ihr Ziel?«
  • »Sie verstehen sicher, dass Kritik an Kollegen nicht über meine Lippen kommen wird. Auch werde ich nicht – auch wenn Sie noch so oft fragen – etwas aus der Handlung verraten. Nur so viel: Es war nicht einfach durch die verschiedenen Stilrichtungen und Tendenzen, die auf die Geschichte von Karla Bock einwirkten, immer eine klare Linie zu erkennen. So wurde so manche Figur zum Spielball persönlicher Interessen und Neigungen. Meine Aufgabe sah ich darin, die Geschichte wieder auf Bahnen zu bringen, die dem Schöpfer eine Ende ermöglichten, das – so interpretierte ich es – in seinem Geiste längst geschrieben ist. Oder sagen wir es einfacher: … das im Sinne des Erfinders ist.
    Nichtsdestototz auch mein Lob an meine Kollegen: Das Studium der Manunskripte, die immer noch vor mir liegen, fesselte und machte Lust auf mehr. Ich hoffe ich konnte hier auch meinen Beitrag dazu leisten.«
  • »Frei heraus: Stirbt Harry äääh Karla Bock?«
  • »Das Interview ist für mich beendet. Warten Sie einfach, wie alle anderen auch, auf die Veröffentlichung. Auftauchende Spoilern kann ich eine klare Absage erteilen. Außer mir kennt niemand das wahre Ende von: »Karla im Koma Folge XIII: Unerwartete Wendungen« … bis auf den Titel.«