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Jugendsprache im Schnellkurs

Es ist eigentlich schnell gelernt:

1. Lass Artikel und Präposition weg
2. Subjekt, Prädikat, Objekt reicht
3. Nutze ’sch‘ reichlich
4. Versuche im Präsenz zu bleiben
5. Benenne das Geschlecht vor jedem Satz

So wird schnell aus:
„Hör doch bitte auf andauernd zu spielen und geh mal ein bisschen an die frische Luft“

Das auch für Jugendliche verständliche:
„Junge, mach Handy weg und geh Wiese!“

Vielleicht klappt das ja effizienter in der Ansprache.

Wer es genauer wissen will, kann ja mehr über Ethnolekt nachlesen. Ups, sorry: Junge, Ethnolekt mussu lernen!

Aber nicht solange du deine Füße unter meinen … aber das kennt ihr ja alle.

Das wird Tränchen geben

Wie sag ich es meinen Kindern?

Was will ich meinen Kindern sagen, wenn sie mich fragen, ob es sein kann, dass der nette Onkel, der lustige Nachbar, der Papa und vielleicht auch der Bruder sich in Uniformen stecken und wegfahren.

Wie will ich meinen Kindern erklären, dass das alles mal passiert ist, dass eben der Onkel, Nachbar, Papa und Bruder an „die Front“ gefahren sind – oder morgens aus dem Haus gegangen sind, um Menschen, nur weil sie anders waren, einzusammeln, einzusperren oder nur aufzupassen, dass keiner rauskommt, während andere sie in Baracken umbrachten. Und sie zusahen, wie man die Leichen mit Schubkarren herauskarrte.

Wir machen Geschichtsbücher auf und sollen sie unseren Kindern erklären. Sollen erzählen, dass das alles jetzt „Geschichte“ ist, dabei lebt die Geschichte sogar „noch“ – wenn auch im hohen Alter – mitten unter uns, und wir nennen sie Ur-Opas und -Omas und sie machen liebe Geschenke, aber sie erzählen nicht mehr von damals, außer in sentimentalen Momenten, dann sind manche ganz traurig.

Wie kann ich meinen Kindern das alles glaubhaft machen und erklären, dass das alles nur „damals“ passierte. Wie kann ich ihnen versichern, dass das nicht mehr passieren wird? Weil wir heute „aufgeklärter“ sind? Oder „demokratischer“? Oder schlicht viel zu fett geworden und kapitalistisch, als dass wir nur für Nationalstolz unseren LCD-Flachbildschirm riskieren würden?

Ich kann das meinen Kindern aber nicht sagen, dass es nie mehr passieren wird, weil auch damals keine Zombies in den Wohnzimmern saßen – auch damals weinten Kinder, wenn der Vater in Uniform mit Küsschen und „ich komm bald wieder“ ging, und auch damals wollte man sich als moderner Mensch wissen.

Auch damals dachte man, dass man aus der Geschichte, aus dem vergangenen Krieg, genug gelernt habe. Heute weiß jeder, dass dem nicht so war, und dass das eigentlich auch für unsere Generation gilt, wie für jede Generation: Der Mensch lernt nicht aus seiner Geschichte. Aber wie sag ich es meinen Kindern?

CDU will Familien fit machen? Ich hätte da ne Idee!

Familien fit machen? Was Eltern und Kinder in Frankfurt brauchen? Das fragt die CDU (Klick) und das kann ich mal schnell aufschreiben, da hätten sie die Plakate gar nicht drucken müssen, bevor sie auf den Müll kommen, und keine Podiums-Diskussionen führen.

  • Mehr Netto vom Brutto
  • Steuerentlastung für Kranken- und Pflegeversicherte
  • Verlässliche Betreuung von Kindern und Schülern
  • Förderung von Sport- und Jugendangeboten
  • Ordentliche ärztliche Versorgung und Betreuung von Familien
  • und so weiter und so fort

Witzigerweise ist das nämlich größtenteils aus dem eigenen Wahl- oder Regierungsprogramm der CDU (Klick Klick) rauskopiert.

Faktisch aber hat sich „Mehr Netto vom Brutto“ als Luftnummer entpuppt und die Senkung der Lohnnebenkosten ist zumindest an mir – unterm Strich – wohl vorbeigegangen. Und wenn man eh schon sich um alles kümmern und alles zahlen soll, dann wäre schön, wenn man was vom Verdienten behielte…
Die Unterrichts- und Kindergarten-Betreuung hat ganz viel Luft nach oben, vor allem im Bereich Ausstattung und Entlohnung von Kindergärten mit Mitarbeitern hat man eingespart, statt ausgebaut. Von den Zuständen bei einer Versorgung mit Hortplätzen und vor allem Jugend-Angeboten in sozialen Brennpunkten mag man gar nicht anfangen.
Sportanlagen in Frankfurter Umfeld (man unkt: dank Fraport) sind gut ausgestattet, während die meisten Sportanlagen in Frankfurt darben, dafür hält man sich aber in der Stadt zwei komplette Profi-Mannschaften (mit politischem Segen und Förderung) inkl. zweier bundesliga-tauglicher Stadien. Die ärztliche Versorgung ist in überfüllten Kinderarzt-Praxen ein Witz, wenn Ärzte sich nicht persönlichen über Maß engagieren, ist über eine Mindest-Grundversorgung hinaus wenig geboten. Und Menschen mit Migrationshintergrund und entsprechenden Sprachbarrieren kommt man sowieso kaum entgegen, obwohl es hierbei nicht einmal um eine bornierte Integrationsdebatte, sondern schlicht um Kinderversorgung gehen sollte.
Kassenleistungen sind sowie so nur noch ein Grundprogramm, selbst notwendige Zahnspangen werden nicht mehr voll erstattet, weil man im Kleinkrieg zwischen Kieferorthopäden und Kassen die Eltern die Zeche zahlen lässt, von präventiven Vorsorgeprogrammen hat man sich sowieso schon verabschiedet – gezahlt wird erst, wenn Mutti oder Papi den kaputten Rücken haben, Vorsorge wird nicht wirklich unterstützt oder durch Steuerregelungen sogar dem willigen Arbeitgeber verbrämt.

Wenn ihr den Familien einen Gefallen tun wollt, dann einfach mal die Klappe halten. Schlimm genug, dass man Jahr für Jahr immer mehr in Eigenleistung irgendwie hinkriegen muss. Sich das Ganze dann aber noch als xtes Wahlversprechen unterjubeln zu lassen, sollte doch so langsam mal ein Ende haben. Wenn ihr schon andauernd den Familien Leistungen kürzen und ihre Bedingungen verschlechtern müsst, während man Banken und Wirtschaft großzügig die Zeche erlässt, dann bitte nicht auch noch mit der Ironie solcher „Kampagnen“. Das versaut einem nämlich erst wirklich die Laune. „Verarschen-lassen“ kann man sich ganz gut auch woanders, bitte nicht, wenn es um Kinder und Familie geht.

Echt krasse Kirche

Liebe Kinder, diese „echt krasse Kirche“ nennt man ganz einfach „Dom“. *seufz

Bei der Frage, was denn dann einen Dom von einer echt krassen Kirche unterscheidet, wollte dann aber plötzlich keiner der anwesenden Erwachsenen mehr zuständig sein. Als ich dann mit dem Handy das Rätsel via Wikipedia fachkundig auflösen wollte, schüttelten alle natürlich wieder mal den Kopf (er wieder und sein Handy…) 🙄

Kindsein 2010

Kinder, die in der 2. Klasse den Schulkameraden wegen seiner Turnschuhe aufziehen, weil die nicht von einer der einschlägigen Sportartikelhersteller sind.

Kinder, die sich auf der Rückbank ein Wortduell über die Features „ihres“ Fernseher liefern, und dabei von HD bis DVD und „mit Internet“ alles an Registern ziehen, was man je aufgeschnappt hat. Und viele technische Geräte sind ohne „Super“ oder „XXL“ in der Beschreibung fast schon der „gesellschaftliche Tod“.

Kinder, die deine Frau erstaunt ansehen und nicht verstehen, warum sie denn arbeiten geht und warum wir denn keine Putzfrau haben?

Kinder, die bei dem ganzen Urlaubs-Stress zwischen Skifahren, Oster-/Pfingst-Urlaub, „große Ferien“ und Herbst-Kurztrip sich auch noch wundern, warum sie in ihrem sozialen Umfeld nie richtig Fuß fassen.

Kinder, die mit 7 Jahren schon wissen was „Jackass“ ist, Harry Potter und Star Wars gesehen haben und beim Wrestling dabei waren.

Kinder, die nur noch Bayern-/Real- oder Barcelona-Fans werden wollen, weil „Dank“ Konsolen-Spiele und Fußball-Sammelkarten den latent bei Kinder veranlagten Hang zum Opportunismus auch noch die nötige Grundlage in Form von Zahlen gegeben wird. Wieso sollte man auch Fan eines Spielers sein, der in der Offensive nur 45 und Defensive nur 32 Punkte hat?

Wir wundern uns, warum unsere Kinder immer früher „reifer“ werden und „erwachsener“ tun.
Wundern wir uns wirklich?

Oder romantisieren wir uns die eigene Kindheit zusammen?

Kinderkunst

Ich bin immer wieder beeindruckt und begeistert, was in Kinderzimmern manches mal so entsteht.