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Bob weiß viele Dinge | Die Geschichte von JayJay und Bob im Neuland – der zweite Teil

Bob weiß viele Dinge, aber er weiß selbst nicht, welche echt stimmen

Eine meiner ersten Erfahrungen mit Bob war ein schreckliches Missverständnis, aber das war auch noch vor dem Tag, als ich Bob wirklich gut kennenlernte. Ich saß mit einer Schüssel Bio-Karotten, in kleinen Scheiben geschnitten auf meiner wunderbaren abwischbaren Picknickdecke, mit Sicherheitsabstand vor Bob im Wohnzimmer. Meine Mutter war übrigens wie üblich gerade furchtbar unabkömmlich im Gespräch mit ihrem tragbaren Lieblingsgerät. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls erfuhr ich da von Bob, dass ein großer Roboter im Wald abstürzte und anschließend viele Soldaten hinfielen und nicht mehr aufstehen konnten. Bob unterbrach für diese wichtige Nachricht sogar meine Lieblingssendung mit dem lustigen Bauarbeiter, setzte das Programm aber später wieder fort. Von diesem Tag an galt für mich die Existenz von Robotern als naturgegeben und stellte dazu eine nicht zu unterschätzende Bedrohung meines noch jungen Lebens dar. Da aber Mama und Papa nicht sonderlich beunruhigt zu sein schienen, ging ich lange davon aus, dass man das Problem seitens der Erwachsenen offenbar im Griff zu haben schien. Daher vergaß ich den Vorfall für’s erste.

Es war dann ein schrecklich peinlicher Augenblick, als ich neben Osterhasen, Nikolaus und Weihnachtsmann die Roboter verlor. Es war die letzte und lange von mir verteidigte Bastion kindlicher Gewissheit, was mir bis zur 2. Klasse den Stempel “Volltrottel” einbrachte. Heute bin ich natürlich klüger und erkenne eine Filmvorschau, wenn ich sie sehe.

Wobei … ganz sicher bin ich mir da auch heute nicht immer.

{to be continued}

Highlanders Schuh

Meine DVD/Blue-ray-Sammlung wächst langsam, auch wenn diese Art Sammelleidenschaft zu entdecken in bevorstehenden Zeiten von Video-on-demand und Cloud-Servern wohl eher anachronistisch sein dürfte. Neu an Bord, nachdem ich meine alte selbst aufgenommene VHS-Kassette partout nicht mehr finden konnte: Highlander – Es kann nur einen geben. Ich liebe diesen Film (allerdings nicht die beiden Fortsetzungen) – und das obwohl ich Christopher Lambert als Schauspieler eigentlich nicht sonderlich schätze und ihn auch (als Mann ist dieses Urteil wohl eher obsolet) für einen der unerotischsten Männer halte. Vielleicht liegt es an Sean Connery, der den Film ähnlich wie Alec Guinness in seiner doch eher überschaubaren Leinwandzeit als Obi-Wan Kenobi in „Krieg der Sterne“ einfach auf ein anderes Level heben kann. Und vielleicht – nein, sogar sicher! – liegt es im Falle des Highlander auch an der Musik, dem Soundtrack von Queen, ein Meisterwerk. Highlander hat in mir was berührt, was sicherlich auch mit meiner Liebe zu Schottland zu tun hat.

Um einen Film bei mir aber erst zu einem Klassiker zu machen braucht es noch etwas Stilprägendes für mich darin. Im Falle von Highlander waren das seine Schuhe. Kein Witz. Die Kombination eines Trenchcoat mit Jeans und diesen ausgetretenen weißen Turnschuhen war ab dem Tag des Erscheinens absolut gesellschaftsfähig. Ok, den Trenchcoat hat man dann doch besser weggelassen, aber die Schuhe waren kultig.

Bei Matrix war es übrigens die Brille, bei Mission Impossible das Klapp-Handy, bei Blues Brothers die Ray Ban und der Hut. Und wenn ich länger nachdenke, fällt mir bestimmt noch mehr ein.

Harry Potter – Ich nehme Abschied

Als ich gestern mit der besten Ehefrau aus dem Kino kam, wussten wir, dass mit „Harry Potter und die Heiligtümer des Todes Teil 2“ für uns eine Ära zu Ende geht. Nun hab ich den letzten Teil von Potter also auch im Kino gesehen. Das war’s.

Komisch, dass wir uns beide noch so genau daran erinnern konnten, wo wir die ersten beiden Bände erstanden haben, in einem kleinen Buchladen irgendwo an der Ostsee, nachdem uns eine Bekannte davor aus einem Schulunterricht ein paar kopierte Seiten als Leseproben mit auf dem Weg gegeben hatte. Als meine Frau längst bei Band 2 war, übernahm ich die Nachhut mit Band 1. Natürlich in English als „Harry Potter and the Philosopher’s Stone„, das war sogar damals ein Running Gag von Harald Schmidt – der Klassiker der Entschuldigung, warum man als Erwachsener ein Kinderbuch liest: Zum Englisch lernen/verfestigen. Später hat keiner über 20 mehr Entschuldigungen gebraucht, wer mit Potter unter dem Arm zur Strandliege schlenderte.

Harry Potter war der „Karl May“, der „Herr der Ringe“ unserer Generation. Wir erlebten seine Geburt, lernten ihn kennen und lieben und fieberten schon lange vorher dem nächsten Erscheinungstag entgegen. Wir versuchten uns virtuell die Augen und Ohren zuzustopfen um der groben Unsitte der Spoiler zu entkommen. Ja, damals starteten wir sogar Gegen-Spoiler-Aktionen um den Spaßvögeln den Spaß auszutreiben.

Potter war vielleicht nicht mal ein literarisches Meisterwerk (wer immer das beurteilen mag, ich bin kein Ranicki), aber hatte eine wunderbare Phantasie, eine mitreißende Story und schaffte eines, was es dann doch zu einem Meisterwerk machte, dass eine Story bis zum Ende eine Linie behält und gerade am Ende man entdeckt, wie genial sich nun alle Puzzle-Teile sich noch einmal zu einem großen Ganzen zusammenfügen: 7 Puzzle, die sich am Ende zu einem Gesamtwerk zusammenfügen. Chapeau, J.K. Rowling!

Es tat gut, gestern den letzten Teil nun auch im Kino zu sehen. Es war toll, spannend (obwohl man die Story ja kannte) und wieder einmal gut umgesetzt. Auch dass zeichnete die Reihe aus, dass die filmische Umsetzung gelang. Sicher waren sie keine 1:1 Buchverfilmungen, das ist auch dem Format gar nicht gerecht, aber man schaffte es eine eigene Linie zu verfolgen, Schwerpunkte zu setzen und so einfach einen anderen Blick auf die Story zu geben, ohne sie zu verkaufen.

Ich werde es vermissen, auf einen „neuen Potter“ zu warten. Und ich beneide sogar ein wenig meine Kinder, die alle Teile noch neu entdecken können, auch wenn ich kaum vermeiden kann, dass sie sie vielleicht auf einem eBook wie dem Kindle lesen werden, statt die wunderbaren gebundenen Ausgaben in den Händen zu halten, oder sich gar zuerst die Filme reinziehen wollen – was definitiv ein Verlust wäre und ich werde versuchen werde die Magie des Buchs so zu vermitteln, dass sie es auch verstehen.

Ob wir alle noch eine weitere Geburt einer solchen Reihe in unserem Leben mitverfolgen dürfen?


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Avatar – Aufbruch nach Pandora (Review)

Sagt sich so leicht: Prädikat „Muss man gesehen haben!“ – und natürlich in 3D! Liest sich auch so leicht, wie damals beim Buch Harry Potter – und natürlich da nur in english – Aber dann muss man am Ende doch (s)einen Zugang zu finden, was bei Potter mir einfach fiel, da ich des englischen ausreichend mächtig bin und eine Vorliebe zu Geschichten der Phantasie-Klasse vorhanden ist. Bei Avatar (Der Film) von James Cameron musste ich da schon länger in mich gehen.

Es gibt bessere Filmkritiker als mich, daher versuche ich mich gar nicht wirklich darin und verweise auf die, die es können. Aber ein, zwei Dinge doch so von meiner subjektiven Sicht:

Die Story von Avatar ist sowas von grottenschlecht, dass ich am Ende mehr nur aus leicht irrwitziger Faszination bis zum Ende blieb (meine Frau wäre wohl sonst gegangen). Wobei „grottenschlecht“ vielleicht noch das Kernproblem verfehlt, es ist eine Beleidigung des Intellekts – auch auf die Gefahr hin hier arrogant zu wirken.

Haben Amerikaner wirklich keine andere Botschaft als diese? Weißer Mann kommt in fremde Jagdgründe und verfällt der Gier des Goldes, aber einer der ihren freundet sich mit dem ausgebeuteten Urvolk an und führt sie (natürlich, schließlich brauchten sie ja einen so strammen Burschen und Ledernacken als Führer) zum Sieg. Das ganze angereichert mit absehbarer Love-Story und bisschen Mythologie und am Ende der Kampf Gut gegen Böse mit ungleichen Mitteln bis zum Finale Mann gegen Mann, wo guter Mann den bösen Mann mit Pfeil und Bogen gegen Monster-Tötungsmaschine besiegt.

Kennt man woher? Klar! Mindestens 1.000.000 mal schon verwurstet und James Cameron hat quasi die 1:1 Replik von „Der mit dem Wolf tanzt“ nur ins blaue Weltall genudelt. Aber auch sonst ist die Geschichte ein Wiedersehen mit allem was der amerikanische Film so hergibt – allen voran die Szene von Independence Day oder auch eben Matrix (im Dritten Teil glaub ich): Einer steht auf einem Podest, die Lage ist aussichtslos und mit ner kernigen Ansprache und gutem Willen stürzen sich die Jünger in den Kampf, von denen die meisten hingemetzelt werden – tja, Opfer braucht es halt auch.

Es spiegelt meiner Ansicht nach einfach das amerikanische Weltbild wieder: One brave man wird gebraucht, um das Böse zu besiegen. Dass der eine Auserwählte dann aus dem eigenen Volk stammt, ist ein Ausdruck von Selbstverständnis als Eliteklasse der Welt. Man selbst ist generell der Nabel der Welt. Man zieht aus und erobert (selbstverständlich schafft man das auch), unterdrückt (selbstverständlich schafft man das auch), reflektiert sein eigenes Fehlverhalten (selbstverständlich schafft man das auch) und überwindet zum Guten (selbstverständlich schafft man das auch). Man selbst ist das Schicksal in persona und wenn es mal schwierig wird hilft der liebe Gott God’s Own Country zum Sieg – und sei es sogar im Kampf gegen einen selbst, also dem Schlechten in einem. Selbst fremde Götter dürfen das manchmal einsehen, da ist man nicht so…

Amerikanische Filme die ohne so einen „Geist“ auskommen und statt dessen eine geistreiche Story kreiieren sind selten. Genannter Film Matrix hatte so Ansätze im ersten Teil, aber offenbar erschrak man derart über so viel Komplexität, dass man gleich zwei Folgefilme brauchte, um alles wieder auf die alte Formel zurückzubomben, was dann auch gelang.

Sicher, am Ende wird man sagen: Prädikat „Muss man gesehen haben!“ – wegen der virtuell so noch nie dagewesenen Animationen, die Realität von Animation teilweise endgültig verwischen lassen. Allerdings muss man die wenigen Brotkrumen interessanter Gedankenansätze, wie die „denkenden Wälder“ oder eben die „Verkörperung einer virtuellen Identität in einen lebendigen Avatar“, in Ehren halten und den Rest der Story mit einer gewissen Fröhlichkeit und Ironie goutieren, sonst werden die 161 Minuten plus 30 Minuten Vorlauf und Pause ein wenig lang.

Ich schließe mit einem Zitat von einem, der es eben doch besser kann als ich – das Filme kritisieren meine ich.

Batzman meint: Vielleicht wird die von Camerons Crew mitentwickelte Technik schon bald einen wirklich großen Film hervorbringen. Das Potential dazu hat sie durchaus. Dazu braucht es dann aber auch jemanden, der genauso viel Zeit in sein Drehbuch steckt, wie in die Technik. Denn wenn diese Art von Bildern bald ganz gewöhnlich ist, kommt es wieder darauf an Geschichten zu erzählen. Zumindest wenn man der König der Welt sein möchte.

Disclaimer: Nein, sowas schreibe ich nicht während meiner Arbeitszeit, hab es nur gerade rüberkopiert vom Handy und noch finalisiert.

Für Dich, Dude

White Russian

Für dich, Dude

White Russian. Für dich, Dude. (Ronny via Facebook)

Auch so ein Thema, das mich verfolgt

John Hughes ist tot

Hatte ich ja gar nicht mitbekommen. 🙁

John Hughes ist gestern im Alter von nur 59 Jahren an einem Herzinfarkt gestorben und mit ihm der Erschaffer von Ferris Bueller und The Breakfast Club, zwei meiner Alltime-Favorites und ich will gar nicht wissen, wie oft ich „Ferris macht blau“ gesehen habe, nachdem das der zweite oder dritte Film war, die ich damals im Kino gesehen habe (der erste war „20.000 Meilen unter dem Meer“).

viaJohn Hughes R.I.P. | Nerdcore.

Auch für mich definitiv ein ganz wichtiges Element meiner Jugend und frühen Zwanziger – wie eben Sixteen Candles oder Breakfast Club, Pretty in Pink oder Ferien zu Dritt. Bekannter waren allerdings seine späteren Werke als Autor und Produzent aus der Reihe „Kevin allein zu Haus“ mit John Candy, die ich zwar auch gern sah, aber die an den Kultstatus seiner Frühwerke mit Judd Nelson, Molly Ringwald, Emilio Estevez, James Spader, Harry Deab Stanton, Andrew McCarthy oder Jon Cryer nicht rankamen.

Vielleicht aber bleibt John Hughes auch deswegen immer in bleibender Erinnerung, weil seine Filme viel zu oft zu wahren Meisterleistungen deutscher Grotten-Übersetzungen von Filmtitel animierten. So wurde bspw. aus Breakfast Club ein Der Frühstücksclub, aus Sixteen Candles das fast prosaische Werk Das darf man nur als Erwachsener und – unübertroffen! – aus Class Reunion der sicher auch in der Einzelkabine konkurrenzfähige Titel Ich glaub’ mein Straps funkt SOS.

Ruhe in Frieden, John, früher warst du einer meiner Helden und wirst unvergessen bleiben!

Oder um mit den Worten aus seinem Film zu schließen:
Schrauben fallen andauernd irgendwo raus, die Welt ist eben nicht perfekt“ (John Bender, Breakfast Club)

Don’t You Forget About Me
Don’t Don’t Don’t Don’t
Don’t You Forget About Me

Will you stand above me?
Look my way, never love me
Rain keeps falling, rain keeps falling
Down, down, down

Will you recognise me?
Call my name or walk on by
Rain keeps falling, rain keeps falling
Down, down, down, down

Simple Minds – Don’t You (Forget About Me)

Soundtrack Breakfast Club (den hab ich sogar auf CD zu Hause…)

Moin – Moin – Moin – Moin – Was gibt’s Neues? – George wird grade gegessen…

Toter Fisch

-Moin
-Moin
-Moin
-Moin
-Was gibt’s Neues?
-George wird grade gegessen…

Zwei Sechs Fische – in: Ein Fisch names Wanda »Meaning of Life« (und der Fisch hieß Howard, nicht George)