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Verlockende Angebote

Aber wir konnten der gepflegten Außendarstellung widerstehen.

Vom Klappern und Wind machen

Neulich hatten wir es einmal wieder, die Frage, wie viel Wind man machen darf, um auf sich aufmerksam zu machen. Aber vielleicht ist das ja schon die falsche Frage.

Sich im Netz im stillen Kämmerlein zu präsentieren und dann aufgrund der vermeintlich überragenden Qualität entdeckt zu werden, ist ein Ammenmärchen der frühen Blogosphäre. Es gehört einfach dazu, dass man sich finden lässt, weil das gefunden werden meist nur dann funktioniert, wenn man entweder was extrem peinliches, extrem dummes oder extrem ungerechtes zu bieten hat, was bei Selbstbetroffenheit auch nicht unbedingt das Ziel der Träume ist.

Die Windmacher dominieren wie einst die Werber in den 90ern die Szene. Die, die sich nicht zu schade sind wirklich überall ihren virtuellen Aufkleber aufzukleben und sich anzubiedern und selbst zu beweihräuchern, bis der Fremdschämfaktor den Rand der Skala eigentlich überschritten haben sollte. Das Schlimme ist ja nur, es funktioniert. Und natürlich beschränkt man sich nicht nur auf virtuelle Aufkleber, sondern benutzt auch richtig reale Aufkleber, um die Werbetrommel anzukurbeln.

Haben wir uns gefragt, warum man, man es schon erkannt hat, nicht auch ordentlich Wind macht. Aber nicht jeder ist eben zum virtuellen Klingelputzer und Staubsaugervertreter geboren. Und weil es neben dem Wind machen noch eine andere Art gibt, auf sich aufmerksam zu machen, das Klappern. Der Handwerker klappert, damit er den Passanten zeigt, dass hier gearbeitet wird und der Laden läuft, die Nachfrage stimmt. Und wo Nachfrage ist, da schauen die Leute hin, weil der Mensch eben Herdentier ist und dabei wohl eine Schafherde im Sinn hatte, denn der Mensch ist eben auch ein Neidhammel – was die anderen wollen, das will er auch, zumindest will er immer Dabeisein, wenn alle dabei sind.

Drum muss man nicht in Understatement untergehen, während die Poser einem die Show vor ihrer Hollywood-Fassade stehlen, während man vielleicht selbst wirklich was zu sagen hätte. Man muss nur ordentlich klappern.

Twittern live aus dem Firmen-Kommunikationszentrum

Herrliche Satire zum Thema: Wenn Unternehmen twittern (wollen)

Auszug:

Twitter Abteilung X Freigabe, Tweet #1

Freitag, 12:45 Uhr

Sehr geehrter Herr M.,

im Zuge der neuen Social Media Strategie unseren Unternehmens und als direkte Konsequenz unseres Workshops vom letzten Mai, hat sich die Abteilung X einen twitter-Account zugelegt und wird ab sofort twittern. Ich habe Ihnen den ersten tweet (siehe Worddokument) zur Freigabe geschickt. Herr K. hat aus Sicht der Pressestelle keine Bedenken.

Mit freundlichen Grüßen F.

via Wenn Unternehmen twittern | TRENDOPFER.

😆

[via]

Gästetoilette bitte nicht bei Besuch benutzen

Gästetoilette (nicht an Spieltagen)

Der FSV Mainz 05 stellt an Spieltagen seine Gästefans vor große Herausforderungen … das könnte auch das Hüpfen in den Blocks erklären.

(aufgenommen im Stadion am Bruchweg)

WUMS die Grünen

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Nennen BÜNDNIS 90/ Die GRÜNEN ihre Europakampagne glatt WUMS!. Ausgerechnet die Grünen…

Also für mich – wie schon bei Hensch in Facebook geäußert – ist WUMS mehr so eine Ausdruck der Explosion, also martialisch und in jedem Fall ohne jede pazifistische Konnotation. Eher dagegen in Richtung: „Wumme“ (umgs. für Pistole, Handfeuerwaffe). Wie sagte ein Kollege gerade: Da sieht man doch gedanklich schon den Kanonenlauf am Plakat und auch die Gestaltung ist ja wie eine gerichtete Explosion.

WUMS! Für ein besseres Europa!

Wenn so ein Slogan nicht mal in falsche Parteihände kommt, dann liest sich das gleich ganz anders…

Und dann soll man es auch noch an Wände schmieren.

Was Sie unbedingt über Twitter wissen sollten

… aber vielleicht bisher nie zu fragen wagten: Was in aller Welt finden die alle so toll daran?

Man sagte der re:publica ’08 nach (Quelle: meedia.de), Twitter in Deutschland salonfähig gemacht zu haben oder jedenfalls dafür die Initialzündung gewesen zu sein. Ich selbst verfolge das ganze aktiv seit Mai 2008 und fand es irgendwann ganz nett, glaubte aber nicht an Twitter, ja war sogar bisweilen ob der Follower-Geilheit ziemlich genervt.

Zeit ein neues Fazit zu finden – und das lautet:

Bei Twitter muss man eigentlich einfach mitmachen

Warum jetzt das?

Alles Geschriebene und Kritik ist irgendwie auch berechtigt und sowieso würde ich mich nie revidieren :-P, aber erst wenn man mal Twitter mal richtig in Aktion erlebt hat, wie bspw. auf der re:publica ’09, dann merkt man, was da an Potenzial drin steckt. Ganz abgesehen davon, dass Twitter in vielen Teilen der Welt die einzige Methode ist, der staatlichen Zensur wirklich zu entgehen, wie man auf der re:publica ’09 erfuhr.

Twitter braucht Technik

Wer nur so bisschen rumtwittert über den Browser und seine eigene Seite, wie hier meine, wird irgendwann die Lust verlieren. Twitter macht nur richtig Laune, wenn du es auch unterwegs nutzen kannst, also sowohl am PC wie auch mobil unterwegs dabei hast. Das bedeutet nicht, dass man ständig mit rummachen muss, aber man muss es immer nutzen können, wenn man will – ein entscheidender Punkt. Dazu braucht es ein Notebook oder vernünftiges Handy wie iPhone, G1 android oder ein Smartphone.

Man braucht die richtige Software

Ich probierte auch mit Smartfon-Browser rum, aber das rockt nicht, ebensowenig wie via Digsby. Browser und IM wie Digsby sind nützliche Helfer „als Ersatz“, aber so richtig Spaß machte Twitter erst mobil am G1 android (getestet für nen halben Tag) mit Twitroid, am Symbian bringt Twibble etwas Besserung. Und für Mac und PC gibt es Twitter-Clients (hier in der Übersicht), die Twittern erst richtig nutzen lassen. Ich benutze da jetzt TweetDeck. – Man mag gar nicht glauben, wie viel es ausmacht, wenn man plötzlich sortieren kann oder wie es einfach sexy ist, wie man am G1 android durch die Einträge surft, angeschubst vom eigenen Finger am Touchscreen, und man mit Flatrate sich nicht jedesmal einloggen muss und auf die Tarifuhr guckt.

Ich kann das nur so vergleichen:

Wie will ich einem Menschen begreiflich machen, warum TV-Zappen witzig ist, wenn der andere keine Fernbedienung hat?

Wenn Technik und Software-Ergonomie passt, dann beginnt es erst witzig zu werden. Twitter ist dann tatsächlich sowas wie ein kollektives Gruppenquasseln. Das kann ein munteres Tratschen sein, das geht aber hin bis zu klassischem Informationsaustausch, Gerüchte, Anekdoten, Nützliches. Mit den so genannten Hashtags, wie bspw. #rp09 für die re:publica ’09, kann man schnell lokales oder thematisches Bündeln.

Ich muss zugeben: Seit der re:publica ’09 bin ich begeisterter denn je von Twitter. Es ist einfach sehr kommunikativ. Einzig die Performance-Probleme (vor allem Abends bei mir) sind sehr lästig.

Man sollte aber in jedem Fall sich nicht übernehmen. Ab einer bestimmten Menge (je nach Quassel-Intensität der einzelnen) an Freunden wird es zu viel um überhaupt noch folgen zu können. Dann auszufiltern ist albern, denn dann kann ich es gleich lassen sie zu „verfolgen“, wenn es mich dann nicht interessiert.

Anforderungskontakt

Anforderungskontaktschild

Nur 653 Google-Treffer für „Anforderungskontakt“, aber ein eigenes Verkehrszeichen.

Deutschland, deine Schilder …