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Herr Lehmann über Fußball

Sven Regener, Autor (»Herr Lehmann«) und Sänger der Band »Element of Crime«, mit weisen Worten über den Fußball:

»Es ist nicht charakterbildend, Fan einer Mannschaft zu sein, die dauernd Meister wird. Das ist zwar eine tolle Sache und eine schöne Unterhaltung, aber es ist nicht gut für die Seele. Charakterbildend ist, wenn man diese ganzen Leidensphasen auch durchmachen muss.«

11 FREUNDE – Bundesligen – »Bremen ist Fun-Punk«.

Element of Crime hat wohl ne neue Platte:

Buch-Empfehlungen für Sie

Sowas baut einen natürlich auf so gleich am Morgen. Danke, Amazon!

Towel Day

Bild © Endl 2008

Hier das Beweisphoto vom Südpolarmond im Wellkreis-Zirkular von Ludwiga31 (Nahe Essensausgabe)

Also dieses mal war es wirklich knapp und – um der Wahrheit genüge zu tun – ohne den Unwahrscheinlichkeitsdrive hätte ich es nicht geschafft. Wie gut, dass mich der reversible Umkehrbenachrichtigungsdienst von Nedcore-839372noch erreicht hat.

Studentensyndrom

Also schon was gebracht, dieses twittern: Ein neues Wort und eine Erkenntnis

bosch wollte prokrastinieren und wer sowas schreibt, hat meinen Respekt! Denn das Wort kenne ich nicht. 😀

Dahinter versteckt sich vermeintlich banal das Wort Aufschieben, doch dafür gibt es doch glatt einen eigenen Wikipedia-Eintrag mit interessanten Aspekten:

Manche Menschen sind wesensbedingt erhöht motivationsabhängig, sie schaffen es nur unter großer Überwindung, Tätigkeiten, die als langweilig empfunden werden (und deren Gewinn erst sekundär oder zukünftig entsteht), in Angriff zu nehmen. Dabei sind sich die Betroffenen der ihnen durch das Verschieben entstehenden persönlichen Nachteile durchaus bewusst, was Unlust oder sogar Angst auslöst, die aber als Negativgefühle ihrerseits das In-Aktion-Treten erschweren oder gar verunmöglichen. Ein Teufelskreis entsteht: Die Betroffenen nehmen sich immer wieder vor, die unangenehmen Aufgaben zu einem bestimmten Zeitpunkt zu erledigen – doch sie lassen diese Zeitpunkte auch immer wieder verstreichen. Dadurch wachsen Angst, Scham und Druckgefühl stark an, welche als Negativgefühle ihrerseits zusätzlich das In-Aktion-Treten untergraben.

Dabei musste ich zum einen an meinen noch immer nicht wiedergefundenen Effekt denken, zum anderen an meine Studentenzeit – womit wir beim nächsten Punkt heutiger Aha-Erlebnisse wären: Dem tatsächlich so benannten Studentensyndrom.

Vielleicht ist mein gesuchter „Gorson-Effekt“ eigentlich ein Goldratt-Effekt und bezieht sich auf die Methode der kritischen Kette? Aber diese Theory of Constraints beschäftigt sich zwar auch mit Verhalten von Menschen mit Aufgaben verschiedener Komplexität und Gewichtung, aber eben noch nicht den Effekt, dass man sich stets der Aufgabe zuwendet, die zwar auch unangenehm ist, aber eben nicht so unangenehm wie die eigentlich wirklich wichtige Aufgabe. Beispiel: Student putzt Wohnung statt die Abhandlung fertig zu schreiben. Womit wir also dann doch eher wieder bei einer Art „Studentensyndrom“ wären.

Alles sehr interessant.

Zitat des Tages

Man rettet zukünftige Opfer auch dadurch,
dass man Leute davon abbringt,
zukünftige Täter zu sein.

Martin Walser

[via]

Der Fall der kriminellen Straftäter Max S. und Moritz B.

Apropos. Das da ist auch mir einen Artikel wert um auf Parksters prosaischen Geniestreich zu verweisen:

Frankfurt/Main. Der hessische Ministerpräsident Koch hat sich nach seinen heftig umstrittenen Äußerungen zum Thema “Jugendkriminalität bei Tätern mit Migrationshintergrund” nun auch für eine Verschärfung der Strafen bei deutschen Jugendlichen ausgesprochen. Anlass dafür ist der nun bekannt gewordene Fall der beiden kriminellen Straftäter Max S. und Moritz B., die über Monate hinweg unschuldige Mitbürger terrosisiert haben.

Erstes Opfer der beiden Jugendlichen wurde die Rentnerin E. Bolte, an deren Kleinvieh sich das Duo vergriff und mit der Tötung des Geflügels den Tatbestand der Sachbeschädigung erfüllte. Anschließend begangen sie mit dem Entwenden der toten Tiere noch einen Diebstahl.

Weiter bei Parkster – Unbedingter Lesebefehl!

Kleiner Nachtrag: Auch in der FAZ ein Artikel mit gleichem Aufhänger: »Jugendkriminalität bei Wilhelm Busch – Bosheit ist kein Lebenszweck« … Parkster ist aber witziger! … honi soit qui mal y pense … 😉

Karla im Koma Folge XIII: Unerwartete Wendungen

Grafik © Batz

Karla im Koma (KiK), die Blog-Soap, ist eine 14-teilige Geschichte im Stile einer klassischen TV-Soap-Opera (zu gut Deutsch: Seifenoper) und geschrieben nach den Grundsätzen des »Collaborative Storytelling«. Batz setze die Grundregeln, entwarf die Basis-Story und führte die wesentlichen Charaktere ein. Weiterschreiben durfte der – »first come first serve« – der sich als erstes meldete. Den Abschluß der Geschichte wird Batz wieder schreiben und damit den Kreis schließen.

Hier Folge 1 und die Regeln, hier die weiteren Folgen: 2, 3, 4, 5, 6, 7, 8, 9, 10, 11, 12

Dies hier ist mein Teil der Geschichte, der 13te Teil, nachdem ich bei Renés Teil 12 »Super Chemical Hyperenhanced« unvorsichtigerweise und aus einer Laune heraus „Hier“ rief. Und ganz im Stile großer Momente der Filmgeschichte gibt es noch das »Making Of« dieses 13ten Teils.

Doch in diesem Artikel geht es nun los, mit dem vorletzten Teil. Film ab.


*** PROLOG ***
Vorspann, Titelmusik, Sprecher

Karla Bock wird jäh aus ihrem Leben als alleinerziehende Mutter dreier Kinder und Lottobuden-Besitzerin gerissen, als ein paar zusammengeklumpte Kamellen beim Kölner Rosenmontagsumzug sie am Kopf treffen und direkt ins Koma befördern. Dieses höchst bedauerliche Ereignis würde sonst vielleicht außer den Kindern niemand interessieren, es sei denn vielleicht Tante Wachtel, die sich nun um den Lotto-Laden kümmern muss und so keine Zeit mehr für ihren Nagel-Pflege-Studio hat, würden sich nicht im Folgenden höchst merkwürdige Dinge ereignen, in denen auch der plötzlich wieder aufgetauchte Ex-Ehemann Joachim Bock verwickelt und in deren Zusammenhang auch ein Todesopfer bereits zu beklagen ist. Alles zufällige Ereignisse? Oder eine von Anfang an geplante Intrige und der Beginn einer Spirale von Gier und Gewalt?

 


*** SZENE 1 ***
Behandlungszimmer im Krankenhaus, durch die dicken Vorhänge dringt ein verwaschenes Dämmerlicht, eine Frau dreht im Close-Up ein braunes Fläschchen in ihren Fingern. Neben ihr ein Mann im Arztkittel. Auf einer Liege im Hintergrund ein stöhnender Mann, der offensichtlich gerade erwacht. Seine Hände und Füße sind mit Tapes gebunden, über seinem Mund ein weiteres breites Pflaster.

  • »Anfänger. Solche Anfänger. Sowas klappt doch nur im Fernsehen. Als ob man mit dieser Dosis Chloroform einen Erwachsenen länger als ein paar Minuten betäuben könnte.« Die Frau schüttelt den Kopf. »Da lobe ich mir das da«. Sie tippt mit einem langen gut gepflegten Fingernagel auf die braune Flasche.
  • »Wer ist der Kerl eigentlich, Uta?« Chefarzt Dr. Tannenbaum blickt in Richtung des Mannes, der gerade erwacht und die Augen weit aufreißt und wirr um sich blickt, als ob er von einem schrecklichen Traum erwacht wäre und sich des Umstandes bewußt würde, dass die Realität nicht wirklich besser ist.
  • »Werner, Ernst Werner.« Sie blickt auf ein kleines Plastikkärtchen, das vor ihr auf dem Tisch liegt. »Ist wohl Mitglied in diesem Karnevalsverein«
  • »Was ist eigentlich passiert?« Dr. Tannenbaum senkt seine Stimme.
  • »Das erzähle ich Dir später« Schwester Uta blickt in Richtung Ernst Werner. »Als ich zu mir kam war der Bock weg, der mich betäubt hatte. Der da war da und hatte eine Waffe und drehte mir den Rücken zu. Die Spritze in meiner Tasche und das da« sie klickt wieder auf das braune Fläschchen »haben mir schon oft gute Dienste geleistet.«
  • »Kann er uns gefährlich werden?«
  • »Wir lassen ihn einfach hier. Morgen ist eh alles vorbei, danach kann er uns nicht mehr schaden.«
  • Dr. Tannenbaum wischt sich schwitzige Hände an seinem Kittel ab. »Manchmal bist du mir unheimlich.«
  • Uta dreht sich provokant in Richtung Dr. Tannenbaum und schmiegt sich an ihn, das rechte Bein eng um sein linkes geschlungen. »Nicht nervös werden, Werner, einfach nicht nervös werden«. Und sie beginnt ihn leidenschaftlich zu küssen.

 



*** SZENE 2 ***
Verhörzimmer der Polizei, Joachim Bock auf einem einfachen Stuhl vor einem Schreibtisch. Kommisar Packdreschner geht rauchend mit einem Krempenhut vor ihm auf und ab. Die Tür öffnet sich, ein Mann betritt den Raum.

  • »Soll ich sie immer noch John Mclain nennen«
  • »Ssschhht …« Kommisar Packdreschner wirft den Hut hastig unter den Schreibtisch »Packdreschner, Kommisar Packdreschner will ich mir erbitten!« Seine Augen funkeln Bock an keine weiteren Fragen mehr zu stellen in diese Richtung. »Ah, Doktor Schellack, gut dass sie da sind. – Das ist der Mann mit der Psychose. Er erzählt was von Toten und Zombies und Mord … ach, lassen sie ihn die Geschichte doch selbst erzählen.«
  • »Haben Sie das Krankenhaus umstellt?! Es geht um LEBEN UND TOD!« Joachim Bock springt auf und schreit Kommisar Packdreschner an.
  • »Setzen Sie sich, sofort!« Bock setzt sich. »Wir haben eine Streife hingeschickt, die werden ihre Angaben überprüfen.« Bock sackt in sich verzweifelt zusammen. »Nun also noch mal für unsere Doc zum Mitschreiben. Sie gaben zu Protokoll im Krankenhaus in der Dahlstraße 20-42 Ungewöhnliches im Zusammenhang mit Zombies, außerirdische Superhelden und Penisprothesen bemerkt zu haben. Zudem bezichtigen Sie sich selbst der Mitgliedschaft einer …«
  • Ein junger einfacher Polizist platzt in die Szene. »Karl-Heinz! Das ist so krass, Alter!« Er zuckt zusammen als er die Anwesenden sieht. »Ähh Kommisar Packdreschner, ich habe eine Meldung! Die Streife meldet eine Leiche im Krankenhaus! Wahrscheinlich Mord! Vielleicht sogar Doppelmord! So geil.«

 



*** SZENE 3 ***
Flughafen Köln. Ticketschalter.

  • »Patrick Wagenschneider und Janine Bock, das ist richtig«
  • »Dann wünschen wir einen guten Flug und angenehme Reise«
  • Patrick unterschreibt den Kreditkarten-Beleg und geht mit den Tickets zu seiner im Hintergrund wartenden weiblichen Begleitung, die mit Sonnenbrille und italienischen Kopftuch kaum ein Stück ihres Gesichts preis gibt. »Du sollst doch nicht stehen. Setz dich doch« Patrick ergreift ihren Arm. »Du bist doch noch viel zu schwach.« Sie setzen sich und Patrick schlägt rhythmisch mit zwei Reisepässen auf die Innenfläche seinen Hand. »Das ging ja einfacher als gedacht«
  • »Wie geht es Pascal?« flüstert die Frau fast unhörbar.
  • »Mach dir keine Gedanken! Der ist jetzt in besten Händen.« Er streichelt ihre Hand. »Das war einfach alles zu viel für ihn, der ist total durchgeknallt. Nachdem er mich angegriffen hat brachte ich ihn an einen Ort, wo man damit umgehen kann. Nach dem, was die da in ihn reingepumpt haben, ist der nicht vor Morgen wieder wach.« Kurze Pause. »Ich weiß, du hättest ihn gern bei dir gehabt, aber das Risiko war jetzt einfach zu groß.« Sie seufzt und nickt.

 



*** SZENE 4 ***
Krankenhaus. Im Gang vor einer mit einem Laken abgedeckten Bahre. Vier Polizisten. Eine schluchzende Schwester Uta. Dr. Tannenbaum. Mit etwas Abstand: Mehrere Patienten, Krankenschwestern, osteuropäische Reinigungskräfte, ein Arzt im Praktikum rennt vorbei zur Visite.

  • »Jetzt bohren Sie doch diese Frau nicht weiter, Sie sehen doch, sie ist mit den Nerven durch« Dr. Tannenbaum fährt den Polizisten herrisch an, der mit Block und Stift bewaffnet seinen Dienst tut.
  • »Ich weiß, diese Fragen sind unangenehm« (er wollte das schon immer einmal sagen) »aber ich muss sie stellen…«
  • Ein Schrei kommt aus einem Zimmer – »Sie ist WEG! Sie ist WEG!« Aus einem Krankenzimmer stürzt eine übergewichtige Frau mit panischem Ausdruck. »Wo haben Sie sie hingebracht?« »WO IST MEINE MUTTER?«
  • Schwester Uta und Dr. Tannenbaum sehen sich entsetzt an. »Oh mein Gott!«

 



*** SZENE 5 ***
Eine kleine Lotto-Bude. Britt Wachtel sitzt allein vor einem Sortiment aus Zeitschriften und Süßwaren und lächelt. Vor ihr ein kleiner Beleg.

  • Sie streichelt über den Zettel. »Das war gar nicht so einfach.« Sie lächelt wie eine jung Verliebte. »Aber wir gehören zusammen«.
  • Eine Frau lehnt sich über den Verkaufsladen. Britt schreckt zusammen und schiebt den Zettel hastig unter eine Zeitschrift. Dann sieht sie der Frau ins Gesicht: »Ach Du bist das! Du sollst mich nicht so erschrecken!«
  • »Du solltest nicht so unvorsichtig sein. Noch haben wir 24 Stunden durchzustehen!« Sie lacht.
  • Britt lacht zurück. »Du hast wieder einmal recht, ich hätte schon viel früher auf dich hören sollen, Janine«

 



*** ABSPANN ***
Liste der Darsteller, Titelmusik, Disclaimer, Hinweis auf Fortsetzung mit dem letzten Teil bei Batz, dort wo alles begann.