Tag Archives: marketing

Mitglied bei einem Fußballverein aus Marketing-Sicht

Bild © Endl 2008

Bei aller Liebe zu seinem Verein muß der kritische Blick auf zugesandte Materialien zur Vereinsmitgliedschaft erlaubt sein. Und da gibt es wirklich ne ganze Menge anzumerken …

Meine Devotionalien Formalien Unterlagen zu meiner Club-Mitgliedschaft

Also passt doch perfekt, so drei Tage vor dem Showdown noch ausgestattet mit allem was das Club-Mitglied braucht. Doch da muss ich – Berufskrankheit! – die übersandten Materialien gleich mal unter die Lupe nehmen.

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Sparmenü auf Zahnriemenwechsel

Bild © Endl 2007

Jetzt drehen sie verbal alle total ab im Marketing.

Zudem eine “heiße” Marketing-Aussendung. Sieht aus wie ne Rechnung, kommt aber als “unverbindlicher Kostenvoranschlag” und geht in dem Fall an ehemalige Kunden, die auf eine möglicherweise nach Alter und Fahrzeug anstehende Routine-Inspektion/-Reparatur anspielt. Drüber steht sowas wie: »Achtung! Kapitaler Motorschaden droht!«

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Der Verlust der Fußballromantik

Über Fußball-Transfers und Geld und eigentlich alles

Stefan von Blog-G fordert Planungssicherheit, weil die Transferschiebereien nicht mal nach Saisonbeginn enden wollen und bis Ende August noch ganz offiziell die Gazetten beschäftigen. Geht Van der Vaart oder bleibt er? Kriegt Hertha noch die erhofften 27 Neuen? Darf Magath doch noch versuchen Kaka nach Wolfsburg zu locken, macht dann beim nächsten Golf pro Zulassung handgeschätzte 75 Euro Aufpreis wenn man das auf drei Jahre ‘abschreibt’. Zahlenspielereien.

Also die Fluktuation der Mannschaften ist schon krass und gerade am Beispiel Hertha und auch dem HSV sieht man, was das für bunte Blüten treiben kann. Da hat die Mannschaft die Vorbereitung hinter sich und bei Hertha fehlen angeblich immer noch 5-10 Mann (mindestens!) im Kader! Und der HSV hat sein ganzes Spielsystem auf einen Mann ausgerichtet, seines Zeichens auch noch Kapitän, und dann schicken so Spanier mal so ein Fax mit ner Mio-Summe drauf, so frei nach dem Motto “und jetzt schreibe ich ihnen mal eine Zahl auf einen Zettel und dann sagen sie mir was dazu”. Hat er, der Beiersdorfer, und ziemlich deutlich wohl und der Rafael ist deshalb sauer, weil man ihn nicht gehen lassen will. Die sind aber auch “echt gemein” beim HSV. Hätten ja noch gut 2 Wochen im laufenden Spielbetrieb um woanders für Ersatz wildern zu gehen. Na die werden alle auf den HSV warten um dann wiederum ihren Spielmacher abzugeben. Aber am Ende werden sie ihn doch ziehen lassen, die Hamburger, wartet nur ab.

Planungssicherheit … ja, das wäre schön. Wenigstens ab Spielbeginn. Aber die Wahrheit sieht anders aus, denn verhandelt wird auch zwischendurch, wie die Bayern mit Klose angeblich kurz vor nem wichtigen Europapokalspiel. Wenn’s um Geld geht, ist schon klar, was jucken da schon Verträge und Regeln.

Ist die gleiche Frage wie beim Doping: Soll man den Kampf gegen Windmühlenflügel aufnehmen oder einsehen, dass es alles keinen Sinn macht, weil man es nie kontrollieren kann. Man kann die Spieler ja nicht kasernieren und ihnen während der Saison (respektive ihren Beratern) die Handys wegnehmen.

Und so würfelt es sich so bis zum 10. Spieltag in die Saison, bis auch die letzten Namen der Mitspieler halbwegs verinnerlicht wurden. Und dann ist ja auch bald Winterpause und das ganze geht von vorne los.

Also mir war die Romantik früherer Tage lieber. Da spielte ne Mannschaft manchmal über Jahre in der gleichen oder ähnlichen Formation (so mein Eindruck damals). Und wenn einer mal wohlverdient ins Altenteil wechselte, erst dann wurde ein neuer geholt oder einer etabliert, der mit langer Hand aus der Jugend rangeführt wurde. Heute trubeln Superstars mit je einem Länderspiel einer südamerikanischen Nationalelf ein, ein scheinbar nie endender Strom wie die Dukaten aus dem Goldesel. Und wer sich das nicht leisten kann, den brasilianischen Zweitliga-Gott für 8,5 Millionen Euro, zahlbar an eine Finanzgruppe auf den Bahamas mit Sitz in Sri Lanka, zu verpflichten, der stöbert im Balkan oder so und präsentiert dann Namen wie Malealov Botitschkov, oder so ähnlich, die moldawische Antwort auf Zidan. Aber die Gelder sind dann wenigstens im Lokus außer Landes. Schlimmer sind die Gelder, die ins Land fließen und damit die ganze Liga durcheinanderbringen, weil zum einen die eigene Mannschaft durcheinander ist und zudem mit dem plötzlichen Reichtum bei den Mitbewerber gewildert wird.

Und weil alles eh schon so schön monetär ist, will Rummenigge nun noch viel mehr Geld um das Spiel ganz oben mitspielen zu können. 70 Mios .. pah, das gibt doch schon mal ne Mitläufermannschaft in England aus und das ohne groß ein Faß aufzumachen, las ich irgendwo. Wir brauchen richtig Geld und wenn man dafür Fußball im freien Fernsehen erst nach 22:00 Uhr sehen sollte, weil sich das Die-deren-Gebete-erhört-wurden sich auch richtig was kosten lassen würden fürs Pay-TV, dann muss man das halt auch mal verstehen. Ok… gut … dann können die Kids halt kein Fußball mehr gucken und langfristig verlieren die vielleicht wieder die gerade erst wieder entflammte Klinsmannsche Begeisterung .. aber hey! Man muß auch mal an sich selbst denken.

Also ich würde nicht einsteigen bei PayTV. Ich glaube, käme es soweit, dann würde ich dem Fußball den Rücken zudrehen. Nicht sofort, aber langsam und stetig. Würde dann vielleicht noch im Radio mitzittern, solange das noch ginge. – So wie mich die Champions League schon nicht mehr interessiert und ich letztes Jahr maximal 1 oder 2 der im Free-TV übertragenen Partien verfolgte. Einfach ausgeblendet und nur kurz gefreut als die Bayern ausschieden (natürlich begleitet vom gebotenen wehmütigen Blick auf die so verschlechterte europäische Bilanz).

Nö, ich muß die Superstars nicht haben, gibt eh zu viele “angebliche” darunter. Mir wären gewachsene Teams lieber. Und die meisten Fans denken ähnlich. Natürlich versteht man die Macher, dass da oben noch ein paar Prozent mehr rauszukitzeln wäre an Sponsoreneinnahmen und TV-Geldern, dass man im Marketing-Bereich noch so manche Goldmine entdecken könnte, aber man darf dabei nicht die Basis vergessen, das Fundament, die echten, die langjährigen Fans mit Einmal-Regionalliga-und-zurück-Hintergrund. Die, die sich mit Leib und Seele dem Support des Teams verschrieben haben und sich richtig Mühe machen mit Choreographien und Fangesängen, aber auch die, die durch dick und dünn auch bei Regen im Mittelfeld der 2. Liga nach 5 sieglosen Spielen ins Stadion schleppten, oder eben auch die, die sich in Blogs die Finger wund schreiben über ihren Verein.

32 Euronen kostete mein mittelmäßiger Sitzplatz fast ganz oben und mit Tuchfühlung zum Gästeblock in Nürnberg. 32 Euro, pro Mann. Dazu noch dann Fanartikel und Monatsgebühren für TV-Berichterstattung? Ich glaube, hier wird gerade das Maß ein wenig überzogen.

Fußball ist und sollte es auch bleiben: Volkssport

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Nein! Ich will bei Ihrer Telefonumfrage nicht mitmachen!

Ich will auch nicht telefonisch Lotto-Spielen, will keine Gewinnbenachrichtigungen vom Band, will auch keine Versicherungswechsel oder Zeitungsabonnements und meinen Telefonanbieter wechsel ich auch nicht – jedenfalls nicht deswegen.

Telefon-Marketing sucks!

Eigentlich immer, und leider immer öfter (zum Teil 2-3 pro Woche!) aber insbesondere wenn sie Samstag früh um 8:30 Uhr erfolgt oder nach 18:00 Uhr. Wütende Erklärungen, man verbiete sich zukünftig solche Anrufe, werden müde belächelt. Manche – so berichtete ein Kollege – legten auch schnell auf, bevor der Angerufene verbal zu Ende bringen konnte, dass er eine Verwendung der Telefonnummer widerspreche.

Meine Frau hatte kürzlich mal ein Nähkästchen-plauderndes Objekt an der Leitung, die tatsächlich auf die Frage, woher man denn auch auf Nummern käme, die gar nicht im Telefonbuch stünden, folgende Antwort gab:

Ach, darauf käme es gar nicht an. Man nehme einfach eine existierende Nummer, lasse die letzten Nummern wegfallen und diese durch einen Zufallszahl ersetzen. So bekäme man die Nummernliste, die man abtelefoniert.

Kein Scheiß jetzt. Das hat die gesagt!

Wie war das noch mit Robinsonliste? Wo gab es sowas? Bringt das was?

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Rolle Reis

rollereis.jpg

Ist ja nicht so, dass das Bloggen langweilig wäre, dafür sorgen mittlerweile auch immer wieder die Marketing-Agenturen, die uns lustige Dinge zuschicken. Heute – fast passend zum Werbe-Thema der letzten Wochen: Ein Sack Eine Rolle Reis

Allerdings kein echter Reis, sonder das Bild von Reis. Sonst nichts bis auf nen Anhänger mit nem Schlüssel (schon wieder ein Schlüssel…?) und der Ankündigung, dass in drei Tagen noch was kommt. Na wie gut, dass das mit der DHL kommt, die liefern wenigstens zuverlässig, mit der klassischen Post hab ich da immer so meine Bedenken.

Der Absender ist im Gegensatz zur Hustle-the-Sluff-Aktion hier aber vollkommen transparent, steht nämlich auf dem Adress-Etikett »Schröder + Schömbs PR« und die haben auch ein Blog.

Na, da lassen wir uns mal überraschen.

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Dolce Comunicazione (updated)

dolce comunicazione

Ich mag die Kaffeemaschine ja, dieses stylische Stück, das Dolce Gusto-Teil. Auch wenn ich – Tradition italienischer Kaffeekunst hin oder her – nicht ganz verstehe, warum man keine Auto-Funktion eingebaut hat, die die Wasserzufuhr auf Wunsch automatisiert reguliert, und man daher jedesmal daneben stehen bleiben muss und versucht an der Färbung der herabfließenden Flüssigkeit zu identifizieren, ob das nun schon mehr Wasser oder noch immer guter Kaffee bzw. Milch ist, oder eben nicht – aber anyway, auch ok, daran sollte es nicht scheitern und zu Ostern organisierten wir das für meine Mutter als Geschenk (gezahlt und besorgt hat es dann der Papa, btw.). Und der Geschmack ist auch klasse, finde ich jedenfalls.

Was ich aber nicht verstehe ist die Kommunikation mit der Bude, oder man versucht da bewusst auch italienische Vorurteile zu bestätigen, dass man es dann mit dem Kundenservice nicht so genau nimmt. Ich hab jedenfalls meine Eltern da registiert beim Dolce-Gusto-Online-Shop und brav dann auch die beiden im Karton enthaltenen Gutschein-Codes eingetippt. Also da steht also: Einfach registrieren (Haken dran, erledigt) und Sie erhalten ein hochwertiges Geschenk. Ohne Wenn und Aber. Ich also Gutschein-Code eingetippt und dann steht da: »14.04.2007 Genusspunkte Einkauf + 0« … Wie? … Na, vielleicht ist das mehr so eine Quittung. Also nächsten Gutschein zur Hand: »Registrieren Sie sich … Online« (Haken dran, erledigt, siehe oben) »und Sie bekommen 32 Kapseln gratis zugestellt«. Punkt. Ohne Wenn und Aber. Ich also Gutschein-Code eingetippt und dann steht da: »14.04.2007 Genusspunkte Gutschrift
Code: ####### + 500«. … Wie? … Jetzt entsprechen 200 Punkte 16 Kapseln Espresso und wohlwollend sind die 500 Punkte also 32 Kapseln Espresso plus eine Art Versandkostenzulage in Höhe von 100 Punkten. Das kann ich ja noch halbwegs so zusammenreimen, doch warum wird das nicht erklärt? Ich meine, da steht eindeutig: Registrieren und man bekommt vollkommen gratis 32 Kapseln. Organisatorisch nicht hinbekommen, was sich das Marketing ausgedacht hat? Und wo bleibt das hochwertige Geschenk?

Ich also erst mal einige Tage gewartet, dann mich mal via Web-Formular an den Support gewandt und nachgefragt. Keine Reaktion. Das ganze – man weiß ja, manchmal geht auch mal was verloren … – einige Wochen später wiederholt. Keine Reaktion.

Gerade erst traf ich einen Bekannten, der genau das selbe hinter sich hat. Der hat dann auch noch angerufen bei der Hotline und ihm wurde das mit den 500 Punkten so erklärt wie gedacht. Zwar seltsam, aber egal. Das mit dem Geschenk wollte man klären. Das war aber nun auch schon einige Wochen her und passiert ist gar nichts.

Ist nun nicht die Knaller-Geschichte, ich weiß, aber ich finde, sowas sollte auch mal laut gesagt sein. Das ist in meinen Augen nämlich ziemlich peinlich, wenn man die Lippe so voll nimmt, immerhin steckt da NESCAFE (TM) dahinter, und dann weder in der Lage ist das Versprechen vollständig bzw. so wie angekündigt zu erfüllen, noch einen Support zu gewährleisten.

Aber da bin ich noch nicht durch mit dem Thema. Auch wenn die meisten wohl längst abwinken und sagen: Na ja, was soll’s.

Kleiner Nachtrag 25.06.2007:
Nachdem nun bis heute immer noch nichts passierte habe ich mich durch die Telefone gehangelt. Ergebnis: Die beiden Karten wären so gar nicht so gemeint. Die Karte mit dem Geschenk sei nur für die schweizer Kunden gedacht, die mit den Kapseln nur für die deutschen. Woher man das wissen soll? Weil die Adressen, an die man die Gutscheine alternativ per Post schicken kann einmal eine deutsche und einmal eine schweizerische sei. Ob das nicht ein wenig weit hergeholt sei? Dies räume man ein, dass das ein wenig missverständlich sei. Zur Frage, warum nie eine Antwort auf Anfragen kam: Hm, die gingen über das Online-Formular in die Verbraucherzentrale und von dort würden sie an den Kundenservice weitergeleitet werden. Ob dies auch schon mal erfolgt sei, wollte ich wissen, schließlich kenne ich auch andere Kunden, die nie eine Antwort bekamen? Man meinte, das wäre schon passiert. Und so lege ich es doch ad acta. Auf der Basis bleibt nur ein resignierendes Achselzucken.

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Mehr geht eigentlich nicht

Nur noch nach oben © Endl 2007

Eigentlich sollte ich das als Key Visual an die Wirtschaftsverbände verkaufen, oder besser noch: An die Regierung! Dagegen ist “vorwärts immer, rückwärts nimmer” ja 20. Jahrhundert.

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