Tag Archives: Medien

Bob weiß viele Dinge | Die Geschichte von JayJay und Bob im Neuland – der zweite Teil

Bob weiß viele Dinge, aber er weiß selbst nicht, welche echt stimmen

Eine meiner ersten Erfahrungen mit Bob war ein schreckliches Missverständnis, aber das war auch noch vor dem Tag, als ich Bob wirklich gut kennenlernte. Ich saß mit einer Schüssel Bio-Karotten, in kleinen Scheiben geschnitten auf meiner wunderbaren abwischbaren Picknickdecke, mit Sicherheitsabstand vor Bob im Wohnzimmer. Meine Mutter war übrigens wie üblich gerade furchtbar unabkömmlich im Gespräch mit ihrem tragbaren Lieblingsgerät. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls erfuhr ich da von Bob, dass ein großer Roboter im Wald abstürzte und anschließend viele Soldaten hinfielen und nicht mehr aufstehen konnten. Bob unterbrach für diese wichtige Nachricht sogar meine Lieblingssendung mit dem lustigen Bauarbeiter, setzte das Programm aber später wieder fort. Von diesem Tag an galt für mich die Existenz von Robotern als naturgegeben und stellte dazu eine nicht zu unterschätzende Bedrohung meines noch jungen Lebens dar. Da aber Mama und Papa nicht sonderlich beunruhigt zu sein schienen, ging ich lange davon aus, dass man das Problem seitens der Erwachsenen offenbar im Griff zu haben schien. Daher vergaß ich den Vorfall für’s erste.

Es war dann ein schrecklich peinlicher Augenblick, als ich neben Osterhasen, Nikolaus und Weihnachtsmann die Roboter verlor. Es war die letzte und lange von mir verteidigte Bastion kindlicher Gewissheit, was mir bis zur 2. Klasse den Stempel “Volltrottel” einbrachte. Heute bin ich natürlich klüger und erkenne eine Filmvorschau, wenn ich sie sehe.

Wobei … ganz sicher bin ich mir da auch heute nicht immer.

{to be continued}

Und ich bleib (B-)logger – Das Leben nach Weblog (via Netzzeitung)

Ein lesenswerter Artikel bei der Netzzeitung zur Deutschen Blog-Krise, deren Existenz man beschönigen kann, aber nicht verleugnen. Den Link haben sie sich verdient:

Dem ehrenamtlichen Blogger fällt einfach nichts mehr ein, aber das ist ihm auch egal, weil ja eh alles egal ist. Seit es Blogs gibt, hören die meisten nach einem halben Jahr wieder auf. Irgendwann sind alle Anekdötchen verballert, alle Meinungen gemeint und alle Lieblingsbands vorgestellt worden, dann kommen die Mühen der Ebene und dann ist es plötzlich fad. Auch nichts Neues.

via NETZEITUNG INTERNET NACHRICHTEN: Das deutsche Problem.

Ohne jetzt wieder zu sehr auszuschweifen glaube ich: Weblogs sind ein tolles Medium, aber im falschen Jahrhundert.

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So isser halt: Zwanziger-Interview sorgt für Verwirrung

Tja, kann natürlich passieren, so in der Hitze des Gefechts und wenn man mal so ein Interview zu einem höchstbrisanten Thema gibt. Da sagt man sowas schon mal so dahin und irrt sich. Happens!

„Der DFB-Präsident hat mir gegenüber in einem Telefongespräch erklärt, dass er seine Äußerungen so getätigt und autorisiert habe. Ihm sei jedoch erst später bewusst geworden, dass er sich geirrt habe“, so Rauball.

viaWettskandal: Zwanziger-Interview sorgt für Streit zwischen DFB und DFL – SPIEGEL ONLINE – Nachrichten – Sport.

Zudem war seine Aussage auch nicht so wirklich zwingend eindeutig.

Bereits am vergangenen Samstag hatte der 64-Jährige DFB-Präsident bekannt, von den Entwicklungen nicht überrumpelt worden zu sein. „Das ist ja gar nichts Neues. Wir wussten, dass die Staatsanwaltschaft sich einem Ergebnis nähert“, hatte der gelernte Jurist geäußert.

Klar, dass jedem anderen ein Strick draus gedreht würde. Auch klar, dass das nicht so zwingend dazu beiträgt, dass man an die Unerschütterbarkeit der Aussagen unserer sportpolitischen Leitfiguren zukünftig mehr glaubt als eh schon.

Eigenverantwortliche, nicht hierarchische, nicht kommerzielle Berichterstattung – Indymedia

Ohne den Gehalt und Inhalt schon genauer mal betrachtet zu haben, gefällt mir der Gedanke:

Indymedia ist ein Zusammenschluss von unabhängigen Medienorganisationen und hunderten von JournalistInnen, die nichthierarchische, nicht konzerngebundene Berichterstattung leisten. Indymedia ist eine demokratische Medienplattform für die Verbreitung einer radikalen , sorgfältigen, und leidenschaftlichen Sicht der Realität.

via de.indymedia.org | 27.04.2009 12:50.

taz kreuzigt an Ostern Jürgen Klinsmann und findet das witzig

Dass ich noch mal mit den Batzis einer Meinung sein würde …

Der FC Bayern München will rechtlich gegen die „taz“ vorgehen. Die linksalternative Tageszeitung hatte am Samstag mit einer Fotomontage aufgemacht, die den unter Druck stehenden Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann am Kreuz zeigt.

via HORIZONT.NET: FC Bayern will „taz“ wegen Klinsmann-Fotomontage verklagen.

Habe da jenseits eigener religiöser Ansichten null Verständnis, warum man unter Toleranz nicht auch verstehen kann, andere in ihrem religiösen Empfinden zu respektieren. Offenbar ist das aber unser Verständnis in diesem Land, dass Geschmacklosigkeit und Beleidigungen jenseits von moralischen Grenzen Narrenfreiheit haben.

Am Ende schaffen sie es auf das Titelbild

Als ich eine solche Andeutung bei Facebook von Johnny gestern Nacht las, hatte ich schon so eine Vorahnung, aber die bestätigte sich leider schnell. Der SPIEGEL hat tatsächlich den Amokläufer von Winnenden auf der Titelseite. Ein 17-jähriges Kind wird abgebildet (ich verzichte bewusst darauf an dieser Stelle), darunter die Headline „Wenn Kinder zu Killern werden“.

Ich schließe mich dem Tenor des Unfassbaren ob dieses journalistischen Affront an.

Wäre ich mit meinem Leben mehr als 70 Prozent unzufrieden, fühlte ich mich vom anderen Geschlecht missachtet, hätte ich einen Hass auf blinde Lehrer, Kollegen, Vorgesetzte, würden mich körperlich überlegene Assis quälen, sähe ich überhaupt keine Perspektive, dann wäre das aktuelle Titelbild des Spiegel für mich eine Aufforderung, wenigstens noch unsterblich zu werden.

law blog» Archiv » Die Verantwortung der Presse.

Nicht nur, weil es ein Kind ist, aber eben auch, aber auch weil es genau das ist, was man in den Köpfen der Nachahmer und Trittbrettfahrer frei Haus liefert: Der Weg unsterblich zu werden, einmal alle Aufmerksamkeit der ganzen Welt auf sich zu ziehen, einmal es allen gezeigt zu haben.

Vielleicht – auch das sollten wir uns alle fragen, wenn wir uns wundern, warum solche Taten häufiger werden – liegt es auch genau daran. Daran, dass wir alle, die wir Medien machen und damit Öffentlichkeit schaffen, wir den Nährboden für Phantasien verzweifelter Menschen bereiten.

Als Hooligans in England fast zur täglichen Sportberichterstattung gehörten und die Situation zu eskalieren drohte, beschloss man im fast unglaublich (da nicht für möglich gehaltenen) Schulterschluß der Medien, die Berichterstattung auf ein Minimum zu reduzieren. Eben um den Tätern das Podium zu entziehen – und die Maßnahme griff.

Heute ergießt man sich in Details wie genau wer exekutiert wurde, wie der Täter andere Schüler mit Kopfschüssen ermordete – und man liefert so das Drehbuch für die Phantasien des nächsten Täters. Und man feiert es als Twitter-Durchbruch, weil nun sich nicht nur die Medien an ihrer Sensationslust ergötzen und getrieben von Umsatzdruck , sondern nun auch die breite Masse ihre Schaulust zum kollektiven Massen-Gewalt-Voyeurismus gegenseitig ermuntern.

Vielleicht sollten wir uns gerade an dieser Stelle die Frage stellen, ob und wo der Grad zwischen Informationsbedürfnis und Berichterstattung und sinnvoller Diskretion und Zurückhaltung verläuft. Wo es Sinn macht, nicht alles in der Öffentlichkeit breit zu treten. Das angebliche Argument des Rechts der Öffentlichkeit auf Information ist doch längst enttarnt und Journalismus und Web-Community ringen längst nur noch um den ersten Platz in der Reihe der Sensationslust. Offenbar gilt das Motto: Je niedriger die Messlatte, umso näher an der breiten Masse.

Die Tatort-Frage: Münster, klar oder?!

Sachar stellt dem massenpublikum die Tatort-Frage:

Tatort: Welcher ist Euer Favorit?

Viele werden das Szenario kennen: Es ist Sonntag abend, 20.15 Uhr, man sitzt entweder alleine oder mit seinem Partner und der Familie gemütlich beisammen und sieht Fern. Am Sonntag abend gibt es keine Diskussionen, welches Programm man sich anschaut, der Sonntag abend gehört dem Tatort. Insgesamt 15 Teams ermitteln, stets im Wechsel. Die Einen schwören auf das bayerische Team, die Anderen auf den österreichischen Ermittler, und dann gibt es noch Solche, die nur dann einschalten, wenn der Tatort in Münster spielt. Die Krimi-Reihe begeistert Woche für Woche Millionen, und jeder Zuschauer hat eigene Vorlieben. Ich selbst kann mich nur schwer festlegen, welche Kommissare mir am meisten am Herzen liegen. Mich würde aber noch viel mehr interessieren, wer der beliebteste Ermittler bzw. welches das beliebteste Tatort-Team unter meinen Lesern ist.

via massenpublikum» Blogarchiv » Tatort: Welcher ist Euer Favorit?.

Na ja, Frankfurt kann ja wohl nicht erst seit Sonntag gar nicht sein. Münster ist vorn und das ist gut so!