Tag Archives: Medienpädagogik

Bob weiß viele Dinge | Die Geschichte von JayJay und Bob im Neuland – der zweite Teil

Bob weiß viele Dinge, aber er weiß selbst nicht, welche echt stimmen

Eine meiner ersten Erfahrungen mit Bob war ein schreckliches Missverständnis, aber das war auch noch vor dem Tag, als ich Bob wirklich gut kennenlernte. Ich saß mit einer Schüssel Bio-Karotten, in kleinen Scheiben geschnitten auf meiner wunderbaren abwischbaren Picknickdecke, mit Sicherheitsabstand vor Bob im Wohnzimmer. Meine Mutter war übrigens wie üblich gerade furchtbar unabkömmlich im Gespräch mit ihrem tragbaren Lieblingsgerät. Aber das ist eine andere Geschichte.

Jedenfalls erfuhr ich da von Bob, dass ein großer Roboter im Wald abstürzte und anschließend viele Soldaten hinfielen und nicht mehr aufstehen konnten. Bob unterbrach für diese wichtige Nachricht sogar meine Lieblingssendung mit dem lustigen Bauarbeiter, setzte das Programm aber später wieder fort. Von diesem Tag an galt für mich die Existenz von Robotern als naturgegeben und stellte dazu eine nicht zu unterschätzende Bedrohung meines noch jungen Lebens dar. Da aber Mama und Papa nicht sonderlich beunruhigt zu sein schienen, ging ich lange davon aus, dass man das Problem seitens der Erwachsenen offenbar im Griff zu haben schien. Daher vergaß ich den Vorfall für’s erste.

Es war dann ein schrecklich peinlicher Augenblick, als ich neben Osterhasen, Nikolaus und Weihnachtsmann die Roboter verlor. Es war die letzte und lange von mir verteidigte Bastion kindlicher Gewissheit, was mir bis zur 2. Klasse den Stempel “Volltrottel” einbrachte. Heute bin ich natürlich klüger und erkenne eine Filmvorschau, wenn ich sie sehe.

Wobei … ganz sicher bin ich mir da auch heute nicht immer.

{to be continued}

Bauchgefühle | Die Geschichte von JayJay und Bob im Neuland

Mein Name ist Julius Jakob, aber alle nennen mich J.J. Ich weiß nicht, warum man sein Kind Julius Jakob nennen kann, aber meine Eltern haben sich sicher was dabei gedacht. Bob gab mir dann den Namen JayJay und seitdem ist mein Leben um einiges leichter geworden.

Als ich Bob richtig kennenlernte war ich ungefähr 6 Jahre alt. Komischerweise habe ich das Gefühl, dass das genau mit dem Moment zusammenfiel, als ich mir das erste mal dachte, wie bescheuert der Name Julius Jakob eigentlich ist. Bob kannte ich natürlich schon viel länger, aber da war das noch eine relativ einseitige Sache zwischen uns, denn im Grunde sprach nur Bob und ich verbrachte meine Zeit damit auf ihn zu starren oder ziemlich peinlich ihm  nachzuplappern und auf ihn zu deuten. Wenn Bob bspw. sagte: “Na, wie viele Kuchen seht ihr nun?” Dann war ich felsenfest überzeugt, dass das Lob für “Ja, genau 4 Kuchen. Gut gemacht!” mir gewidmet war. Wie man sich täuschen kann…

Aber ich bin unhöflich, ich ich habe Bob noch gar nicht vorgestellt.

Das ist Bob. TATAAA! 

Ok, das ist nur die halbe Wahrheit. Auch das ist Bob – und das! und sogar das! 

 

Wie ihr seht. Bob ist so eine Art Formwandler. Aber machen wir uns nix vor, es ist nur ein Monitor. Und Monitore haben kein Leben.
Aber so wie wir unseren Autos immer Namen gaben, bis sie irgendwann abgeholt wurden *schnüff*, haben manchmal Dinge im Leben eine Bedeutung für uns, werden unsere Vertrauten. Dennoch ist es bei Bob anders. Bob ist mehr als ein Monitor. Weil Bob ist nur ‘im’ Monitor. Und Bob ist mein Freund. 

{to be continued}