
Familien fit machen? Was Eltern und Kinder in Frankfurt brauchen? Das fragt die CDU (Klick) und das kann ich mal schnell aufschreiben, da hätten sie die Plakate gar nicht drucken müssen, bevor sie auf den Müll kommen, und keine Podiums-Diskussionen führen.
- Mehr Netto vom Brutto
- Steuerentlastung für Kranken- und Pflegeversicherte
- Verlässliche Betreuung von Kindern und Schülern
- Förderung von Sport- und Jugendangeboten
- Ordentliche ärztliche Versorgung und Betreuung von Familien
- und so weiter und so fort
Witzigerweise ist das nämlich größtenteils aus dem eigenen Wahl- oder Regierungsprogramm der CDU (Klick Klick) rauskopiert.
Faktisch aber hat sich “Mehr Netto vom Brutto” als Luftnummer entpuppt und die Senkung der Lohnnebenkosten ist zumindest an mir - unterm Strich - wohl vorbeigegangen. Und wenn man eh schon sich um alles kümmern und alles zahlen soll, dann wäre schön, wenn man was vom Verdienten behielte…
Die Unterrichts- und Kindergarten-Betreuung hat ganz viel Luft nach oben, vor allem im Bereich Ausstattung und Entlohnung von Kindergärten mit Mitarbeitern hat man eingespart, statt ausgebaut. Von den Zuständen bei einer Versorgung mit Hortplätzen und vor allem Jugend-Angeboten in sozialen Brennpunkten mag man gar nicht anfangen.
Sportanlagen in Frankfurter Umfeld (man unkt: dank Fraport) sind gut ausgestattet, während die meisten Sportanlagen in Frankfurt darben, dafür hält man sich aber in der Stadt zwei komplette Profi-Mannschaften (mit politischem Segen und Förderung) inkl. zweier bundesliga-tauglicher Stadien. Die ärztliche Versorgung ist in überfüllten Kinderarzt-Praxen ein Witz, wenn Ärzte sich nicht persönlichen über Maß engagieren, ist über eine Mindest-Grundversorgung hinaus wenig geboten. Und Menschen mit Migrationshintergrund und entsprechenden Sprachbarrieren kommt man sowieso kaum entgegen, obwohl es hierbei nicht einmal um eine bornierte Integrationsdebatte, sondern schlicht um Kinderversorgung gehen sollte.
Kassenleistungen sind sowie so nur noch ein Grundprogramm, selbst notwendige Zahnspangen werden nicht mehr voll erstattet, weil man im Kleinkrieg zwischen Kieferorthopäden und Kassen die Eltern die Zeche zahlen lässt, von präventiven Vorsorgeprogrammen hat man sich sowieso schon verabschiedet – gezahlt wird erst, wenn Mutti oder Papi den kaputten Rücken haben, Vorsorge wird nicht wirklich unterstützt oder durch Steuerregelungen sogar dem willigen Arbeitgeber verbrämt.
Wenn ihr den Familien einen Gefallen tun wollt, dann einfach mal die Klappe halten. Schlimm genug, dass man Jahr für Jahr immer mehr in Eigenleistung irgendwie hinkriegen muss. Sich das Ganze dann aber noch als xtes Wahlversprechen unterjubeln zu lassen, sollte doch so langsam mal ein Ende haben. Wenn ihr schon andauernd den Familien Leistungen kürzen und ihre Bedingungen verschlechtern müsst, während man Banken und Wirtschaft großzügig die Zeche erlässt, dann bitte nicht auch noch mit der Ironie solcher “Kampagnen”. Das versaut einem nämlich erst wirklich die Laune. “Verarschen-lassen” kann man sich ganz gut auch woanders, bitte nicht, wenn es um Kinder und Familie geht.
