Tag Archives: sprache

Will kommen. Willkommen. Well come. Welcome.

Was soll das eigentlich heißen? Wer will kommen? Will er kommen? Wer? Warum die Frage? Jemanden willkommen heißen? Das führt einem ja auch nicht weiter. Oder doch vom Englischen für “Gutes Ankommen”?

Laufend benutzt man Wörter und keiner macht sich Gedanken. Aber echt jetzt.

Und komm mir jetzt keiner mit spätalthochdeutsch oder so nem Scheiß.

{lang: 'de'}

Amoureus

Niederländisch. Deutsch: Amourös. Silbentrennung: amou·rös, keine Steigerung. Lehnwort aus dem Französischen amoureux (“verliebt”)

Umgangssprachlich mit “höchst amourös” im Einsatz, aber habe vergessen, was wir damit eigentlich gemeint haben.

{lang: 'de'}

Pünktchen Pünktchen Pünktchen

Das Internet ist voller Missverständnisse – vor allem weil man auf die reine Textkommunikation beschränkt ist und die eben viel Interpretationsspielraum bietet. Ohne bspw. ein schelmisches Grinsen im Gesicht wirkt ein “Du Idiot!” vollkommen hart und beleidigend, obwohl es eher kumpelhaft gemeint ist. Versuche es mit Smileys aufzubrechen scheitern meist kläglich – entweder es driftet ins Alberne oder wirkt doppelt irreführend. Ein “Du Idiot! :grin: ” kann dann schon mal als hämisch und abfällig gewertet werden.

Geschriebenes ist eben Schwarz auf Weiß ohne Nuancen – bzw. nur wenigen gelingt es diese auf den Punkt zu bringen. Apropos “Punkt”. Eine meiner absoluten “Lieblinge” der Kommunikationspannen sind die “Pünktchen Pünktchen Pünktchen”.

“Mit dieser Formulierung wird im Mündlichen angedeutet, dass der Satz noch weitergeht und/oder dass es da etwas gibt, was man/frau gerade nicht sagen möchte.”
Vom richtigen Umgang mit drei Pünktchen

Viele setzen sie aber ein, ohne wirklich zu wissen ‘warum’. Für mich sind “Pünktchen Pünktchen Pünktchen” Ausdruck von Ironie, also dass ich das gerade Gesagte im Zweifel eher nicht meine oder sogar ins Gegenteil verkehre, weil ich das, was ich eigentlich meine, besser nicht sage.

Wenn einer sagt “Du siehst heute gut aus …” denke ich mir also, dass er das eben gerade nicht so meint und im Gegenteil sagen will, dass er das Aussehen übel findet. Frage ich jemand, ob man sich heute Abend wie vereinbart sieht und er antwortet “sicher …”, dann liest sich das nahe am “du kannst mich mal” oder wenigstens als “jaaa, wenn es sein muss, aber nerve mich nicht”. Apropos “jaaa”, die Verlängerung der Vokale ist auch so was. Aber dazu vielleicht ein anderes mal … :-)

{lang: 'de'}

Bloguzius sagt

Die Dinge, die ich später bereuen könnte,
tue ich besser erst gar nicht.

Das ist wohl die Weisheit der Älternen.

Glauben zumindest die Jungen…

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

{lang: 'de'}

Bloguzius sagt

Manche Dinge erledigen sich von selbst.
Manche nicht.

Bloguzius – Lebensweisheiten eines Bloggers

{lang: 'de'}

Alte Sprüche, modern interpretiert

Ausgangslage:
Deine Platte hat einen Sprung!

Modernisierung:
Deine CD hat einen Kratzer!
alt.: Deine Festplatte/Speichereinheit hat einen Hardwareschaden!

Bewertung:
Die Bedeutung des Ausspruchs einer “unnötigen Thesen-Wiederholung” des Gesprächspartner (Redundanz) geht leider in der aktualisierten Interpretation verloren, obwohl der gleiche physische Defekt beschrieben wird, dieser im modernen Wiedergabegerät aber nur zu Geräuschdissonanzen bis hin zum Daten-Komplettverlust führt. Um den Wortsinn der Redewendung zu erhalten müsste man es daher transponieren.

Moderne Interpretation:
Dein eMPi steht wohl auf Auto-Repeat.

{lang: 'de'}

Wort des Tages: Erbschaf

Erbschaf {das} – Gemeinhin ein gutmütiger Mensch, der nach dem Ableben des Erblassers die meiste Arbeit und Mühe mit der Hinterlassenschaft hat, während die Filetstücke der Erbschaft unter den Erbwölfen {Erbwolf; der} verteilt werden oder vorab bereits verteilt wurden.

Selten: schwarzes Erbschaf {schwarze Erbschaf; das} – Person, die zwar die Rolle des Erbschaf faktisch annimmt, sich mit der Rolle aber nicht identifiziert. Fällt in der Gemeinschaft negativ mit ständiger rückwärtsgerichteter Kritik an den Vorgängen beim Erbfall auf. Schwarze Erbschafe stören den Gemeinschaftsfrieden und werden ausgegrenzt.

{lang: 'de'}