Tag Archives: web-2.0

Neue Feed-Adresse für Feedburner-Abonnenten

Aufgrund der Übernahme von Feedburner durch Google sollte man bei Abonnement des Feedburner-Feeds eine Aktualisierung in Erwägung ziehen. Auch ohne Umstellung erfolgt zwischenzeitlich eine Weiterleitung auf diesen Feed.

Neu: http://feeds2.feedburner.com/endl

Der WordPress-Direktfeed ist davon unberührt:
http://www.endl.de/weblog/feed/

Weitere Infos im Zielpublikum Weblog:
Neuer Feed aufgrund Feedburner-Übernahme durch Google

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Ich bin ein Avatar, holt mich hier raus!

Gestern meine erste SL-Leiche gesehen. Ein Avatar, der aus Second Life nicht mehr ausloggen konnte, also weiter auf der Sim steht, der zum Avatar zugehörige Mensch aber nicht mehr einloggen kann. Keine Möglichkeit den Avatar auszuloggen plus kein Einloggen mehr ist der faktische SL-Tod.

Einzig ein kompletter SIM-Neustart soll hier Abhilfe schaffen, doch offenbar ist der SIM-Owner dazu nicht bereit oder in der Lage – jedenfalls steht die “Leiche” dort nun schon geraume Zeit in der Gegend rum.

Memo an mich: Virtuelles Bestattungsunternehmen gründen

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Fast wie im richtigen Leben …

sl

Second Life ist …

in japanischer Tracht mit Katana auf einer alten Kiste vor einer Wand mit AC/DC Plakaten sitzen und gerade unter Metal-Klängen aus den Boxen dem DJ zurufen, dass ich ihm meinen SLIP ZUWERFE KREISCH SCHREI

… verrät aber nicht, welche/welchen Blogger er gerade sprach, der/die nach DSDS googlte…

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Du musst Zeit haben

Es gibt so ganz bestimmte Aussagen, auf die reagiere ich allergisch “Du musst Zeit haben” oder “Deine Zeit hätte ich gern” gehören definitiv dazu. Daher auch gleich reflexartig ein Artikel, da ich es gerade bei Robert gelesen habe – das Thema dort spielt dabei gar keine besondere Rolle.

Als Blogger und Internet-Freak, wie man ja auch gern mal bezeichnet wird, hört man das ja besonders gern: “So viel Internet?! Da hätte ich ja gar keine Zeit für!” – Und wisst ihr was? Habt ihr! Denn wir alle teilen uns die gleichen 24 Stunden Tag für Tag.

Ich zitier da endlich mal gern Mario Sixtus:

Wenn ich noch ein einziges Mal gefragt werde …
… woher ich die Zeit für meine Netzaktivitäten nehme und woher all die Blogger, Twitterer, Wikipedianer und Free-Software-Developer die Zeit für ihre manigfaltigen Aktivitäten im Netz nehmen, werde ich künftig ganz maulfaul einen einzigen Link auf den Tisch knallen.

No one who works in TV gets to ask that question. You know where the time comes from. It comes from the cognitive surplus you’ve been masking for 50 years.” [...] And television watching? Two hundred billion hours, in the U.S. alone, every year. Put another way, now that we have a unit, that’s 2,000 Wikipedia projects a year spent watching television. Or put still another way, in the U.S., we spend 100 million hours every weekend, just watching the ads. This is a pretty big surplus. ][..]

Und sinngemäß sagt es einfach auch das aus: Niemand fragt einen danach, woher man die Zeit für Fernsehgucken nimmt, was im Übrigen die Basis und Grundlage für Berufe aus dem Bereich Werbung bis Journalismus ist. Niemand fragt danach, woher man die Zeit für Konversation bspw. per Telefon nimmt, für Bücher lesen, für Einkaufen, für Bank-Besuche, für die Warteschlange in der Support-Hotline, für wild durch die Gegend fahren um einen geeigneten Händler oder Dienstleister zu finden.

Das Internet ist keine ominöse Masse, kein Spiel, dessen Laufzeit einmal abläuft und man den Spielstand dann löscht. Das Internet ist Kommunikation, Kreativität, Ausdrucksform, Beratung, Meinungsaustausch, Kontaktmöglichkeit, Einkaufsmeile, Bank, Publikation, Bibliothek. Hier bringe ich mich zum Ausdruck, hier entwickle ich neue Ideen und tausche sie mit anderen aus. Hier vergleiche ich Produkte, lasse mich beraten, kaufe sie ein. Das Internet ist für viele längst keine Spielwiese mehr, es ist etwas Neues im Leben, etwas, was Aufgaben und Tätigkeiten des Lebens und alte Gewohnheiten ersetzt. Und vielleicht sogar vereinfacht und für andere Dinge mehr Zeit freisetzt.

Das Internet nimmt mir keine Zeit, ich investiere meine Zeit hinein und ziehe es woanders ab. Ich sehe bspw. so gut wie kein Fernsehen mehr, weil es mir zu passiv ist und ich es nur wie einen Kinobesuch zelebriere, wenn ein guter Film mal kommt oder ein spannender Tatort. Aber es rieselt nicht mehr durch. Ich hatte die letzten zwei Tage krankheitsbedingt wieder “mehr Zeit” zum TV sehen und habe wirklich nichts verpasst…

Es ist auch eine Mär, dass man sich damit isoliert. Im Gegenteil – ich tausche mich weit mehr aus mit anderen als früher. Das Internet ist einfach kein Einwege-Medium, es interagiert, es lebt vom lebendigen Gegenüber. Entsprechend wundert auch nicht, dass Online-Plattformen, die immer noch so kommunizieren, als hätten sie in einem weit entfernten Land eine Flaschenpost auf den Weg geschickt und der Empfänger soll nun die Nachricht entziffern, ebenso befremdlich wirken, wie “hoheitlich” und entsprechend unnahbar wirkende Presseorgane.

Zeit ist nicht die Frage, eher die persönliche Neigung. Hatte zuletzt mehrfach Diskussionen auch mit dahin siechenden Bloggerexistenzen (“dahin siechend” in Bezug auf ihr Blog), die händeringend beteuern, sie kämen einfach nicht mehr zum Bloggen, sie würden ja gern. Bleiben allerdings dann auf die erstaunte Nachfrage, wie das denn zu begründen sei, schließlich sei man Single oder Kinderlos und ohne große Verpflichtungen außer der täglichen Arbeit, eine Antwort schuldig. Muss ich schon dann immer bisschen schmunzeln, als Familenvater mit zwei Kindern und einem Nachbarn (*g), einer regelmäßigen Arbeit jenseits der 40 Stunden-Woche, und zwei Blogs an der Backe.

Es ist keine Frage der Zeit, die man hat. Sicher gibt es Leute die wenig davon haben, aber auch das ist oft ein selbst gewähltes Schicksal. Der Manager, von dem ich hörte, der sich über Weihnachten operieren lassen “muss”, weil er im ganzen Jahr keine “Zeit” dafür hat, den bedauere ich nicht um die Operation, sondern weil er offenbar sonst kein Leben außerhalb seines Berufs hat. Da hoffe ich nur, dass es wirklich so erfüllend ist, wie das an Zeit kostet. Die Zeit, die ich in “das Internet” stecke, macht mir Freude, sie bereichert mich, regt mich an Dinge zu denken und zu tun, sie führt mich zum Aktiv-werden, TV brachte mich jeher in die Passivität.

Es soll keine Anklage sein: Manche genießen TV und es erfüllt sie, sollen sie machen. Manche kommen an dieses Internet nicht ran, die Kommunikation ist für sie in geschriebener Form nicht ihr Ding – vollkommen in Ordnung. Jeder soll das nach seiner Façon handhaben und selbst PC- oder Konsolen-Spiele sind für manche schlicht eine spannendere Alternative zum TV. Aber ich wehre mich vehement, wenn man Internet mit “spielen” gleichsetzt und vermeintlich abschätzig was von wegen “deine Zeit müsste ich haben” kommentiert. Bei vielen würde ich dann nämlich gern kontern: Aus deiner Zeit könnte man richtig was nützliches machen!

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Google Friend Connect

Das Problem an Google ist: manche Dinge sind eben auch richtig gut. Gute Idee, einfach umgesetzt, dank Verbreitung durchaus auch mit der Chance auf Etablierung.

Google hat nun mit Google Friend Connect ein Tool zur Verfügung gestellt, das man problemlos in die eigene Website einbinden kann und so “Sozialkontakte” pflegt, wie man das ja von Twitter & Co. zu Genüge kennt. Der Vorteil: Google unterstützt dabei auch andere Accounts außer dem eigenen, Yahoo!-Accounts zum Beispiel und auch OpenID. Neben der Freundesliste können noch verschiedene Gadgets mit eingebaut werden, bspw. um Beiträge zu bewerten, Freunde einzuladen oder Kommentare in Form der immer weiter verbreiteten “Shoutbox” abzugeben.

Der “Witz” dabei ist eben die Plattformunabhängigkeit, da jeder selbst das Tool einbauen kann. Ich probier es mal aus.

Kleine persönliche Anmerkung an der Stelle:
Ich weiß, dass mancher nun sagen wird: “Hey! Du kritisierst an der einen Stelle Googles Datensammelwut und auf der anderen Seite trägst du aktiv dazu bei! Ist das nicht irgendwie widersprüchlich?!”
Bleibt mir nur zu antworten: “Stimmt!”. Aber mit dem Widerspruch muss ich leben. Zum einen bin ich einfach total neugierig, auch aus beruflichen Gründen, wie solche Tools funktionieren und das hier ist eben auch mein Blog und damit meine Spielwiese, zum anderen sehe ich die Gefahren. Ich für meinen Teil habe eben für mich beschlossen einen Weg zwischen Nutzung und gezielter Verweigerung zu gehen. Manche Dinge gehen bei mir nie über bestimmte Kanäle, bei anderen ist es mir tatsächlich fast schon resignativ egal, weil ich eh sehe, dass wenn ich die Hand auf das eine Loch halte meine Daten aus dem anderen Loch fließen. Ich sehe meine “Aufgabe” eher darin zu informieren, damit jeder weiß was da läuft und wie er vielleicht auch seine eigene Entscheidung fällen kann. Und ich sehe auch meine Aufgabe darin einen Mini-Anteil an politischer Sensibilisierung voranzutreiben, denn dieses Thema “Unsere Daten in Händen von Unternehmen” muss politisch gelöst werden.

[via]

Update 16.12.2008:

Knapp ne Woche am Laufen gehabt, hier mein Fazit: Braucht keiner, da eh keiner mitmacht und es auch nicht so dolle aussieht. Also wieder raus damit.

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Meiner virtuellen Exekution persönlich beigewohnt – die Google PageRank-Strafe

Manchmal kann man einfach auch “Glück” haben! Eher per Zufall mal wieder für einen Kunden den Future Page Rank gecheckt und auch mal seinen eigenen durchlaufen lassen: Und siehe da! Ich durfte/darf wohl meiner eigenen Google-PR-Exekution beiwohnen. (Sozusagen live, denn nach und nach verschwinden die PR3-Einträge und ein uneinheitliches Bild beim Blick auf die Google Server bedeutet eine bevorstehende Veränderung)

Kurz zur Erklärung: Der Google™ PageRank™ sollte einst ein Indikator der Wichtigkeit einer Website sein und berechnete sich aus einem Algorithmus, der im Wesentlichen darauf sich gründete, wer auf dich verlinkt und wie wichtig wiederum der Verlinkende ist. Durch diese Konstellation wurde der PageRank bald zu einem “Wert”, der auch monetarisierbar war: Wer einen hohen PageRank (kurz: PR) hatte, galt demgemäß als begehrter Linkpartner – eine Anziehungskraft, die auch Geschäftsmodelle blühen ließ, dem Link-Handel. Und das war letztendlich auch das Ende der guten Idee des PR, denn natürlich wurde das auch gemacht und wird gemacht. Gekaufte Rezensionen und Link-Verkäufe sind vor diesem Hintergründe daily business im Web und wer eben einen hohen PR-Wert hatte, war ganz oben bei den Link-Head-Huntern.

Ich muss zugeben: Rein nüchtern betrachtet verstand ich den Groll, der seitens Google entstand. Da wird also versucht ein Algorithmus, der eigentlich dazu dienen soll, die Suche zu verbessern, zu unterwandern um des schnöden Mammons willen. Zugleich – aber das sagt man bei Google natürlich nicht laut – will man das Geschäft des Vermarktens von Websites ja selber machen. Ergo griff Google ein: Erst drohend und feinjustierend, zwischenzeitlich mit Rute und zur Not Verbannung. Wer sich nicht an die Regeln hält, der kriegt eben einen niedrigen PR und damit ruiniert man diese Einnahmequelle schlichtweg, denn eine PR0- oder PR2-Seite ist für den Linkpartner uninteressant.

In den Fokus rückten insbesondere auch in der deutschen Blogosphäre bekannte und verbreitete Geschäftsmodelle wie Linklift und Trigami. Es entstand damals schon eine mehr als nur hitzig zu bezeichnende Grundsatzdebatte, ob man generell sich dem Mammon hingeben dürfe als Blogger für Geld. Einen Konsens gab es damals nicht – es blieb bei verhärteten Fronten und einem fast kalten Krieg, der immer wieder in Bosheiten und Seitenhieben hochkocht.

Davon unberührt ob solcher verbalen Scharmützel des Mobs zieht Google seine Linie offenbar weiter durch. Frei nach dem Motto: We are good. Und was “gut” ist, bestimmen wir. Ich hab mir damals das alles angesehen und meine eigene Meinung gebildet, die im wesentlichen auf zwei Thesen fußt: 1. Linkverkäufe sind in der reinen Lehre nicht gut, was die Suche käuflich manipuliert, schadet im weitesten Sinne uns allen – und 2. Jeder hat das Recht darauf nach eigener Entscheidung seine Website zu vermarkten und darf nicht von Marktführern und Quasi-Monopolisten darin beinträchtigt werden.

Beide Thesen zusammen ließen mich zu einem Schluß kommen: Spiele nach den Spielregeln.

Und diese Spielregeln sind:
- Werbung machen ja, aber außerhalb des redaktionellen Contents und gekennzeichnet
- Rezensionen ja, aber gekennzeichnet und die Links mit rel=nofollow, damit es den Algorithmus nicht manipuliert (ein mit rel=nofollow gekennzeichneter Link sagt Suchmaschinen, dass sie den nicht für den Algorithmus berücksichtigen sollen)
und
- keine Linkverkäufe

Ich beendete damals daraufhin meine Partnerschaft mit Linklift, arbeitete aber weiter bspw. mit Trigami zusammen, die rel=nofollow voll unterstützen. Werbeangebote im redaktionellen Content lehnte ich ab, Linkangeboten erteilte ich eine Absage. Bis heute jedenfalls.

Ich informierte Google über die Webmaster Tools mehrfach, dass ich entsprechend reagierte und auch rückwirkend alle Rezensionen überarbeitet habe (mit rel=nofollow). Die Reaktion war: keine. Reaktion auf was? Reaktion auf meinen Antrag, meine Website schlicht wieder normal erfassen zu lassen, denn Google hatte ganz offensichtlich an meinen PR “Hand angelegt”. Statt PR 4 ging es auf PR 2 und auf meiner Hauptdomain gar auf PR0. Und (siehe oben) nun wurde aus dem händischen PR3 für das Weblog offenbar auch ein PR0. Begründung: keine. Dass der Wert manuell modifiziert wurde, lässt sich leicht belegen, da andere Domains von mir, als google-unbedenkliche Weiterleitung angelegt, selbst höhere Werte haben. Die Gründe sind aber unklar.

Faktisch ist es so, dass man meines Wissens gegen meine Interpretation der Spielregeln nichts einwenden kann, man mag anderer Auffassung sein, aber ich bewege mich innerhalb der Regeln. Warum reagiert Google dennoch nicht nur “nicht” sondern sogar “noch negativer”? Zwei Erklärungen fallen mir dazu nur ein: 1. Ich berichte hier sehr kritisch über Google und die zunehmende Konzentration von Universal- und Individual-Wissen in einem Unternehmen – und 2. Google geht es nicht um die Einhaltung irgendwelcher Fake-Regeln, man will schlicht nur seine eigenen Regeln spielen und die heißen: Wir bestimmen wo es lang geht und wer was im Netz mit Werbung verdient. – Was sich schon wieder nach Verschwörungstheorie anhört (vor allem beim ersten Punkt) mag man mal in dem Lichte sehen, warum andere bereits betroffene Blogs, die bereits einmal “ein bisschen” abgestraft wurden, ihre Praxis knallhart weiter durchzogen und dennoch bei noch moderaten PR wie 3 oder 4 blieben. Warum? Was macht den Unterschied im “Google Unrechtsbewußtsein”?

Heul doch! Wir jetzt mancher Kritiker denken und sich ins Fäustchen lachen. Und das darf der Kritiker auch. Ich könnte nicht wie Robert Basic mit Inbrunst sagen: So what! Mich stört es, weil ich es auch ungerecht empfinde, schlicht ungerecht in Bezug auf den kleinen Mann und das große Unternehmen. Ich kann auch nicht sagen, dass mir das Geld von Rezensionen egal wäre, das ist es nicht, das Zubrot durch Web-Einnahmen sind nicht für die Spielgeld-Kasse vorgesehen. Aber sie würden mich sicher nicht umbringen, wenn sie wegfielen. Ich finde es ungerecht, weil man versucht seinen Weg zu gehen und feststellen muss, dass die anderen sich nicht an die eigenen Regeln halten und gerade die, die sich selbst als die Guten gerieren. Und genau die haben über kurz oder lang den größten Wissenschatz der Welt in ihren Händen. Da sage ich nur: Gnade uns Gott!

Noch hat ein PR übrigens ganz offensichtlich keine Auswirkungen auf die Suchmaschinenerfassung, das berichten unisono auch andere Betroffene, die ich aber hier jetzt nicht zitiere aus gutem Grund. Noch dient der PR für Google offenbar als reines Belohungs- und Bestrafungsmittel und das funktioniert auch solange die meisten Werbe-Partner weiter den PR als relevant erachten (was er aber eigentlich nicht mehr ist). Aber darauf verlassen würde ich mich nicht. Wenn diese Rute nicht mehr ihre Wirkung tut, wird Google nachlegen und die Schrauben anziehen. BMW durfte das schon mal zu spüren kriegen, als man den Autobauer kurzerhand aus dem Index warf. Und heute ist eine Nicht-Erfassung bei Google – wenn man nicht bereits exzellent im Web 2.0 aufgestellt ist, was die allerwenigsten sind – wie ein Versetzung zum Eremiten-Dasein im Netz. Aber klar ist: Wenn Google dies durchzieht und bspw. auch “größere” Unbelehrbare (wie vielleicht Robert) aus dem Index werfen, dann geht es ans eigene Eingemachte und Google würde sich selbst um die Allwissenheit berauben und dem Anspruch, wirklich alles zu finden – denn am Ende ist nicht die Suchmaschine der Schatz, sondern die erfassten Websites. Dann geht es wirklich um die Glaubensfrage und ein Wirtschaftsunternehmen kennt da keine Freunde mehr und auch kein Gut oder Böse, sondern nur Gewinner und Verlierer.

Nicht nur aus eigener Betroffenheit prangere ich diese Missstände an, die natürlich nur meine eigene subjektive Sichtweise sind. Prangere an, dass wir im Netz bereits ein derartiges Monopol-artiges Gebilde haben, dass nicht nur über Erfolg und Misserfolg eines Online-basierten Unternehmens entscheiden kann (und dazu zählen auch werbe-finanzierte Angebote), sondern generell über die Awareness, die Möglichkeit eine Stimme im Netz zu haben. Und wer heute dabei weiter diebisch grinst, weil es eben zufällig im Ergebnis gerade mal zur eigenen façon passt, wird vielleicht morgen an seine eigenen Grenzen kommen, wenn vielleicht nicht mehr die Werbe- und Link-Spielregeln von Google definiert werden, sondern vielleicht die Meinungs-Spielregeln oder man um seiner politischen Ausrichtung direkt oder indirekt (Erklärungen bekommt man ja nie) mehr oder weniger im Netz präsent sein darf.

Nein, ich werde nun nicht bockig irgendwelche Konsequenzen ankündigen und sagen: So, aber jetzt nach meinen eigenen Regeln, who the fuck is … Dazu bin ich viel zu sehr Gerechtigkeitsfanatiker und tue nichts, was ich nicht selbst richtig oder falsch halte. Aber wenn Spielregeln nicht von beiden Seiten eingehalten werden, machen sie keinen Sinn. Man muss daran arbeiten, sich von diesem ganzen System zu emanzipieren! Wenn das nicht gelingt, geraten wir alle über kurz oder lang in eine brutale Abhängigkeit. Und das sage ich auch, wenn morgen die Begnadigung käme. Mir ist nicht wohl bei der ganzen Geschichte, ich hab da ein ganz ungutes Gefühl.

[Und dafür opfere ich meine Mittagspause ...]

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Abgemahnt wegen WordPress Plugin »Subscribe to Comments«

Bloggersdorf in Aufruhr, Anwälte wurden losgelassen.

Und “Nein”, es überrascht mich dann nicht wirklich, denn die latente Gefahr bestand in der Tat, dass sie sich dann realisierte, ist eine andere Sache.

Das Plugin »Subscribe to Comments« gehörte für mich aus Usablity-Gründen ganz oben auf die Liste der Plugins, die man haben muss. Es ist einfach unglaublich praktisch und unterstützt die Kommentarkultur, wenn man sich auf einen eigenen Kommentar hin benachrichtigen lassen kann, wenn zu dieser Thema/Artikel andere auch einen Kommentar abgeben oder eine Antwort erfolgt. Doch das Problem ist das gleiche im Grunde, wie bei Newsletter und eCards: Es “kann” eben missbracht werden.

Ohne auf die Details des zu Grunde liegenden Abmahnfalles im Upload-Magazin eingehen zu können oder zu wollen, ist der Umstand nicht wegzuleugnen:

Das Problem der Funktion: Die E-Mail-Adresse wird im Vorfeld nicht überprüft und bestätigt, jeder Nutzer kann im Feld “E-Mail” jede beliebige Adresse angeben. Mögliches Szenario: Dieses Feature wird missbraucht, indem eine fremde Mailadresse angegeben wird und die Benachrichtigungen über neue Kommentare landen dann bei jemandem, der sie nicht bestellt hat. Das klingt für manche sicher harmlos, aber genau diese Lücke im System ist der mögliche Auslöser einer Abmahnung.
Quelle: upload-magazin.de

Es ist reiner Zufall, dass wir das Thema hier in den Kommentaren gerade thematisierten: Es muss ja nicht immer Missbrauch sein, manchmal ist es Unachtsamkeit, fehlendes Unrechtsbewusstsein oder schlicht Unkenntnis oder ein “Jux”, der dazu führt, dass andere mit solchen Einträgen falscher E-Mail-Adressen faktisch belästigt werden. Und das darf man nicht außer Acht lassen bei aller Empörung, dass nun wieder ein nützliches und sinnvolles Feature im Web 2.0 rechtlich bedenklich und abmahnbedroht ist.

Tatsache ist, dass ein »Subscribe to Comments« durch die nun bekannt gewordene Abmahnung neue Brisanz birgt. Die Abmahnung an sich ändert ja nichts an der rechtlichen Beurteilung, eine Abmahnung dokumentiert im Wesentlichen nur eine Rechtsauffassung, die vor Gericht nicht halten muss. Aber durch die Abmahnung wird der Finger auf die Wunde gelegt und könnte andere zum Trittbrettfahren einer weiteren Abmahnung ermuntern. Es ist ja nicht so, dass man noch nie davon gehört habe, dass es auch unredliche Anwälte geben soll (… sicher nur so ein Gerede …), die solche Fälle, die zur Abmahnung führen könnten, wenn nicht initiieren so doch aktiv sich herbeiwünschen … Kurzum: Ich sehe das Plugin genauso rechtlich bedenklich wie vorher, aber das Risiko, dass man deswegen belangt wird, ist sicher deutlich gestiegen – ich werde daher vorerst darauf hier im Blog verzichten und dies auch so als Empfehlung weitergeben.

Es ist sicher eine Krux, dass der rechtliche Bedenkenträger vieles im Netz behindert und das Risiko auf Abmahnungen viel Dynamik und Spaß an der Sache nimmt, gerade die Kommentarbenachrichtigung war für mich enorm wichtig um verschiedenen Threads folgen zu können, bei denen ich mich selbst mit einem Kommentar beteiligte. Aber jammern gilt nicht. Man darf eben nicht vergessen, dass es tatsächlich für manche eine Belästigung sein kann, dass ist nicht von der Hand zu weisen. Und man kann da nicht vom Belästigten verlangen, dass er alle Störer erst mal anschreibt und den ganzen Ärger der Nachverfolgung hat, vielleicht am Ende nur um dann von der Quelle ne blöde Antwort zu kriegen mit dem Hinweis: Dann wende dich doch an den, der die Adresse eingetragen hat – wohl wissend, dass dies in der Regel faktisch nicht möglich ist.

Auch wenn ich diese Abmahnpraxis für eine Plage halte: Das Übel steckt darin, dass solche Tools faktisch missbraucht werden können und missbraucht werden. Vor diesem Hintergrund muss man die Kröte wohl schlucken und sich anderes einfallen lassen. Eine gute Lösung wäre sicher, wenn man das Plugin so erweitern könnte, dass man nur als “Subscriber”, der seine Mail persönlich einmal bestätigt hat, diese Funktion nutzen kann. Wäre prima, wenn das der Plugin-Autor integrieren könnte.

Nachtrag/Anmerkung: Wie auch von donvanone und anderen Orts empfohlen, bietet das Plugin CommentMailer24 einen ganz entscheidenden Vorteil an dieser Stelle: Eine Opt-In-Mail, die man erst anklicken muss, um dann wirklich die Benachrichtigung zu erhalten. Das müsste der von der Justiz als bis dato akzeptablen Newsletter-Option jedenfalls sehr nahe kommen und das Risiko senken. Ich hab es jetzt hier mal eingebaut und getestet. Leider enthält die Benachrichtugung aber nur einen Hinweis, dass es nen neuen Kommentar gibt, aber nicht welchen. Das hat sicher sein Für und Wider. Einerseits war es – gerade um die Kommentare moderieren und überwachen zu können – wichtig, per Mail lesen zu können, was kommentiert wurde, andererseits war die Kombination mit dem Plugin »Edit Comments« ein gewisses Problem, da man nicht unbedingt die letzte Version las. – Kurzum: Eine Übergangslösung allemal, eine Vereiningung beider Plugins inklusive der Benachrichtigung bei Änderungen bestehender Kommentare wäre aber der Traum …

Update: Bei donvanone gibt’s die Anleitung zum Glücklichsein – oder: Wie bringe ich meine Benachrichtigung zum Reden, also zur Wiedergabe des Kommentarinhalts. Sollte Don unbedingt mal dem Plugin-Autoren schicken! Merci bien!

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