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Wenn du meinst, dass dich bei Weihnachts-Außen-Deko nichts mehr schocken kann …

Bild © Endl 2008

Mein altes Dorf und seine Weihnachtsbräuche hatte ich irgendwie anders in Erinnerung.

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Zwerg Martin und die abhanden gekommene Glocke (3)

{Dies ist die Fortsetzung von Teil 2}

Der Raum in dem die Anhörung stattfinden sollte war ziemlich groß und trotzdem wirklich bis auf den letzten Platz besetzt, was Martin dann fast klar war, schließlich war so ein Zwergenheim an Höhepunkten arm und so eine Anhörung war eben auch lange nicht vorgekommen. Worum es ging sollte eigentlich nicht vor der Anhörung öffentlich werden, aber wozu braucht man Feinde, wenn man Freunde hat, und so tat sich insbesondere Roland als einer der begehrtesten Zeitzeugen hervor, der jeden der es hören wollte (und ihm bisschen was zusteckte) in den schillerndsten Farben das erste Gespräch mit dem Weihnachtsmann berichtete inklusive diverse zum Teil nach Tageslaune mutierende Erläuterungen, was mit der Glocke tatsächlich wahrscheinlich passiert sei. Als tragfähigste Versionen setzten sich durch: Die Story mit dem diebischen Industriellen, der das ganze Fest verhindern wollte um Halloween als Konkurrenzprodukt neu durchzustarten, dann die Version mit dem Zwerg aus dem Reinigungstrupp, der die Glocke stahl und dann verhöckerte um sich abzusetzen (basiernd auf der Tatsache, dass kurz danach tatsächlich ein Zwerg den Dienst quittierte, allerdings ignorierten die Anhänger dieser Theorie, dass der besagte Zwerg dann schlicht einen anderen Dienst antrat und das sogar in der selben Gegend), und schließlich die absolut quere Verschwörungstheorie, die von einer geheimen Organisation der Engel handelte, die die Glocke selbst stahl um dann die Herausgabe vom Weihnachtsmann zu verlangen und weil er dass dann nicht kann ihn deswegen zu stürzen um so das Fest wieder zurück zu bekommen.

Doch das alles war in diesem Moment vollkommen unwichtig, der Weihnachtsmann erhob sich (er trug im Übrigen nicht den roten Mantel, es war ja gut geheizt im Saal) und Martin stand wie bei diesen amerikanischen Gerichtsfilmen mit Schauspielern wie Spencer Tracy vor einer Art Tribunal. „Martin“ sagte der Weihnachtsmann, „ich mach es kurz: Du weisst warum wir hier sind, was hast du uns zu sagen?“ Das nun fand Martin nahezu unsportlich kurz. Er erwartete jetzt keine ergreifende Rede, aber doch bisschen ausholen über das was geschah, so ein Abriß der letzten Jahre, Bedeutung der ganzen Thematik, Hintergrund über so eine Anhörung im Allgemeinen und Besonderen, das wäre schon angebracht gewesen. Entsprechend unvorbereitet traf die Antwort auf die Frage: „Ähm, wie?“ Was strategisch unklug war, wahrscheinlich zu lässig und man hätte daraus schließen können, dass Martin die Sache nicht wirklich richtig ernst sei – was irgendwie ja auch stimmte und auch wieder nicht – jedenfalls lief Weihnachtsmann gleich wieder rot an und Martin dünkte, dass eine unmittelbare Fortsetzung seiner Ausführungen vielleicht strategisch ganz gut passen würden. „Also das mit der Glocke kann ich mir spontan also überhaupt nicht erklären und ich bin mir auch nicht sicher, wie das damals noch war und vielleicht sollte man da auch noch mal die ganze Sache …“ Martin war kein Mensch mit sonderlichen empathischen Begabungen, aber dass der Ansatz bisher nicht dazu beitrug, die Lage zu entspannen wurde ihm selbst klar. „… wie dem auch sei, ich habe hier was dabei, was die Sache wieder entspannen dürfte“. Und dabei hielt er eine Art Knopf in die Höhe, was es immerhin schaffte, im Saal eine größere Unruhe zu erzeugen, geprägt von rückenden Stühlen und Bänken, weil Leute versuchten besser sehen zu können und sich gegenseitig zu erklären versuchten, was das wohl sein könne. Da sich die Laune des Weihnachtsmannes aber nicht unbedingt in Richtung neugieriger Gespanntheit zu entwickeln schien, wollte Martin nicht übertreiben mit dem Spannungsbogen. „Es ist eine – von mir übrigens entwickelte – Art Sensor, der in der Lage ist, Menschen auf 10 Meter zu erkennen und durch ein entsprechende Diodenanzeige anzuzeigen und …“ – und diese Pause gönnte sich Martin dann doch – “durch eine weitere Anzeige ein Näherkommen zu signalisieren, was gewissermaßen die Funktion der Glocke kompensiert.“. Eine Mischung aus Gemurmel aber auch anerkennenden Raunen setzte ein. Martin begann eine gewisse Zufriedenheit in sich aufsteigen spüren, bis er nun mit einem siegesgewissen Lächeln nach einem Rundumblick nun den Blick des Weihnachtsmannes wieder suchte.

Roland stand neben ihm, als Martin die letzten Sachen aus seiner Schublade in seinen Koffer verstaute. „Ich finde das nicht richtig, dass du gehen musst! Du musst da was gegen machen, Martin, da gibt’s doch bestimmt irgend so was wie Berufung oder so!“ … doch Martin war das alles gar nicht so unrecht eigentlich. Manche Dinge müssen eben unfreiwillig enden, dachte Martin, wenn man es freiwillig nicht auf die Reihe bekommt das richtige zu tun. Und hier raus zu kommen wäre eigentlich schon lange das richtige gewesen, eigentlich war Martin sogar froh. ‘Gut’, die Predigt vom Weihnachtsmann vor versammelter Mannschaft hätte er sich gern erspart und auch wenn er wohl im Grunde nach recht gehabt hatte, dass es hier gar nicht um das finden irgendeiner Alternativlösung gegangen sei, sondern um Verantwortung und Ehrlichkeit und den ganzen Kram eben – aber das hätte man vielleicht auch irgendwie anders kommunizieren können, fand Martin. Aber als dann noch dieser Johannes die Glocke auf den Tisch stellte, die er selbst damals „treusorgend“, wie er zu Protokoll gab, am nächsten Morgen an sich genommen hatte, bevor sie noch abhanden käme, war Martin ihm beinahe über den Tisch an die Gurgel gegangen. Aber nun alles schon wieder Vergangenheit und am Ende stand, dass alle Seiten es für das Beste hielte, wenn man getrennte Wege ginge. Das war kein echter Rauswurf also, so mehr so eine Vernunftstrennung auf Gegenseitigkeit, wie Martin fand. Am Ende hatte ihn der Weihnachtsmann sogar die Hand noch gegeben und ihm alles Gute für die Zukunft gewunschen. Nun war eben Zeit zu gehen und das tat er. …

Nun saß Martin in seiner neuen Bude, die sein Oheim ihm vermitteln konnte (der die Sache übrigens weit besser aufnahm, als er dachte, ja sogar irgendwie den Eindruck machte, er sei auch an allem irgendwie mit verantwortlich), schaukelte auf seinem Schaukelstuhl und starrte auf den kleinen offenen Kamin, der direkt neben dem kleinen Weihnachtsbaum vor sich hin flackerte. Es war heute Weihnachtsabend und Martin wusste nicht wirklich genau, wie es weitergehen sollte, aber es war eine positive, ja fast aufgeregte Unwissenheit, wie vor einer langen spannenden Reise. Faszinierenderweise war Martin auch nicht mehr so schlecht gelaunt, was ihm sogar selbst auffiel.

Er musste eingeschlafen sein, denn das Feuer war deutlich runtergebrannt, verbreitete aber noch Licht und Wärme. Er streckte sich – eine gute Zeit sich gleich noch mal hinzulegen, dachte er, es musste ja mitten in der Nacht sein, als er ein Ding unter seinem Baum entdeckte. Etwas rammdösig nahm er es in die Hand, eindeutig ein Geschenk. Er setzte sich wieder und packte es aus. Es war eine Flasche von in Zwergenkreisen äußerst geschätztem Zwergentee mit Schuß und dabei eine Nachricht. Sie war vom Weihnachtsmann:

Lieber Martin,

frohe Weihnachten und für deinen weiteren Lebensweg alles Gute.

Dein Weihnachtsmann

P.S. Ich hoffe der Zwergentee schmeckt dir, ich trinke ihn auch ganz gern – aber das bleibt unter uns.

P.P.S. Nur falls es dazu kommt: Ich bestelle vorsorglich 10 deiner Detektoren und dazu noch eine Option auf 20 weitere. Lass es mich wissen, wenn du das mal als Art Geschäft machen solltest, dann überweisen wir dir eine Anzahlung.

Martin öffnete die Flasche und goß sich ein Glas ein, erhob sein Glas und prostete in die Luft „Prost, Dicker, auf Dein Wohl“ und grinste dabei von einem Ohr zum andern “und frohe Weihnachten!”.

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Zwerg Martin und die abhanden gekommene Glocke (2)

{Dies ist die Fortsetzung von Teil 1}

Die Tage vergingen und seit der Weihnachtsmann Zwerg Martin nach der Glocke gefragt hatte war dieser erst so richtig schlecht gelaunt. Er tat also das, was er immer tat, wenn ihm nichts mehr einfiel: Er meldete sich krank. Gastritis ging immer durch unter Zwergen, auch wenn einem das keiner abnahm, konnte man schwer was dagegen vorbringen – so von offizieller Seite aus. Was aber auch alles vollkommener Blödsinn war, denn der Fall, dass ein Zwerg sich krank meldete obwohl er nicht krank war, den schuf quasi Martin in seiner bisherigen Dienstzeit als Präzendenzfall, denn Zwerge waren zum einen wirklich selten krank, zum anderen nicht freiwillig – aber Martin war eben etwas eigen, wie man ja zwischenzeitlich wusste. Also war Martin offiziell eben krank, was den Weihnachtsmann dazu brachte – im Übrigen auch das erste mal in der aufgezeichneten überlieferten Geschichte – dass dieser bei Erhalt der Krankheits-Nachricht einen Gegenstand (der im Übrigen nicht näher benannt sein soll) „so heftig gegen die Wand warf, dass selbiger nicht wieder rekonstruirbare Beschädigungen erlitt“ (aus dem Reparaturbericht der Werkstatt).

Aber Martin wusste auch, dass er aus der Nummer nicht so einfach rauskam: Ohne Glocke kein Weihnachten, jedenfalls nicht so wie man das kannte. Wie der Heilige Abend genau ablief, das war Martin – wie er nun bei der 34ten Wiedergabe von Don Holi – Diggin’ Dead or Alive (ein Song, der gerade exzellent seine schlechte Laune unterstrich) feststellte – eigentlich überhaupt nicht klar. Für ihn gab es da einige gerade unglaubliche Ungereimtheiten in der Geschichte. Da war zum einen die Sache mit dem Weihnachtsmann an sich und was das alles mit einem Christkind zu tun hat. Letzteres brauchte jedenfalls dieses Glockendings um am Weihnachtsabend die Geschenke zu verteilen und mit dem Klingeln der Glocke irgendwie den eigenen Abgang einzuläuten. Was aber der alte Dicke da mit im Spiel zu suchen hatte, wurde ihm immer unklarer, je länger er drüber nachdachte. Irgendwie wurde das wohl – anders konnte Martin sich das auch nicht erklären – in den vergangenen Jahren rationalisiert oder umorganisiert oder harmonisiert wegen internationale Zusammenarbeit oder irgendwie so etwas. Jedenfalls war der Weihnachtsmann mal so im Früh-Dezember dran und Christkind machte das Weihnachtsgeschäft, aber dann war da irgend so ein Land dass wohl vor allem offene Kamine massiv verkauft hatte und nun den dicken alten darum bat doch dort runterzurutschen und die Geschenke brav dort abzuliefern. Vielleicht war es auch wegen Deals mit der Kaminreinigung, aber Martin wollte da lieber auch gar nicht zu tief nachdenken drüber. Jedenfalls waren die in dem Land auch nicht so mit dem Termin einverstanden und nach langen Debatten dachte man könnte man doch auch gleich so ne Art Nachfeier machen statt immer Abends den ganzen Streß zu machen. Jedenfalls war dann plötzlich das Christkind arbeitslos und musste sich als Beistell-Engel was zuverdienen – das dachten zumindest einige. Die ganze Geschichte brachte irgendwie alle durcheinander – Engel, Weihnachtsmann, Rentiere, Nikolaus und dann waren eben irgendwann die Zwerge auch mit im Boot, die angeblich die ganzen Geschenke in so einem versteckten Industriegebiet am Nordpol produzieren sollten. Das war natürlich hanebüchener Unfug, aber es ließ sich als Story gut verkaufen. Der Nikolaus machte nun also auf Weihnachtsmann, trieb seine Rentiere durch die Gegend, machte paar Deals mit namhaften Getränkeherstellern und Einzelhandelsketten und hatte nicht viel mehr zu tun als in die Kamera zu lächeln und „Ho Ho Ho“ zu rufen. Die Zwerge, die ja offiziell die Geschenke produzierten, mussten da auch auf Anfrage immer da sein, hatten aber faktisch die ganze Zeit eben nichts zu tun. Und am Weihnachtsabend machte das Christkind die Runde, durfte aber eben nicht gesehen werden, damit der ganze Schwindel nicht aufflog – und genau da kam eben diese Glocke wieder ins Spiel.

Die Glocke war im weitesten Sinne sowas wie ein ziemlich sensibles Sensorendings, das so eingestellt war, dass Christkind, Engel und Geschenke sofort vaporisierten, wenn Menschen den Raum betraten, das Klingeln deaktivierte die Marker auf den Geschenken und sorgte gleichzeit für ne Art Teleport-Funktion. Sehr clever also: Mensch rein, Christkind weg – und damit sich das auch rumspricht gleich die Geschenke mit futsch. Das braucht man dann nicht groß anzukündigen, das wenn einmal passiert ist das Mythen- und Legendenbildung pur. Christkind & Co. können also in Ruhe arbeiten – solange es die Glocke gibt. „Eigentlich gar nicht so schlecht“, dachte Martin so vor sich hin, „wenn man mal so in Ruhe drüber nachdenkt, so ganz objektiv gesehen.“ Was er vielleicht damals auch schon hätte tun sollen – damals nach dem Get together, das jedes Jahr nach erfolgreichem Fest mit Weihnachtsmann, Christkind, Engeln, Zwergen und namhaften Vertretern der Industrie abgehalten wird.

Klar hatte Martin mitbekommen, dass der Weihnachtsmann ihm sagte, nimm das Ding mit, es sei richtig wichtig und er (Martin) sollte es dann wieder rüber zu den Engeln schicken, die es ihrerseits neben den anderen Ausstellungsstücken hatten stehen lassen und Martin mit Roland und paar anderen mal wieder die letzten waren, die gingen. Aber hat er (Martin) eben nicht gemacht. Das ist irgendwie sein Fehler gewesen, ok, aber wer hatte das Ding denn stehen lassen? Die Engel. Und wenn es so wichtig war, warum hat es dann der Alte nicht selbst an sich genommen? Man kann doch nicht so im Vorbeigehen sagen „Nimm du es, ist wichtig!“ aber sich selbst nicht kümmern. Und außerdem hatte er am nächsten Tag (vielleicht waren es aber auch zwei Tage gewesen) nachgesehen und ging extra noch mal zum großen Saal, aber da war eben nichts mehr da. Dachte er eben, dass hätten eben die Engel selbst geholt oder sowas – da kann man doch nicht ein ganzes Jahr warten und dann einen auf Herausgabe machen. Blöd wäre eben, wenn irgendeiner aus der Industrie das dann hat beim Rausgehen mitgehen lassen, das wäre echt ein Problem, aber hey! Man kann ihm (Martin) doch keinen Vorwurf machen, wenn irgendeiner hier auf Langfinger gemacht hat von den feinen Gästen.

Martin merkte, wie er gerade richtig sauer wurde, warum er eigentlich für andere nun den Kopf hinhalten sollte. Da würde er nicht mitmachen, das ginge gar nicht. Aber der Gedanke an die „Anhörung“, wie er die Bitte des Weihnachtsmanns um ein Gespräch nannte, machte ihm dennoch ein verdammt ungutes Gefühl. So ganz mit leeren Händen da auftauchen ist auch keine gute Szene, da mag man Recht haben wie man will, aber das sieht kacke aus und du bist gleich in der Verteidigungsrolle, da kommt man dann gar nicht mehr raus. Aber er hatte da eine Idee, er war ja ein durchaus kluger Zwerg, auch wenn das hier keiner so richtig zu schätzen wusste, und früher wollte er eh immer sein eigenen Geschäft aufmachen, damals fehlte ihm nur die Idee, die aber sicher mal gekommen wäre im Laufe der Zeit … naja, dann kam eben die Sache mit der Einberufung.

Jedenfalls hatte er eine Idee und dazu brauchte er Zeit und deswegen ließ er das Gespräch mit dem Weihnachtsmann auch mal platzen (… und 1 oder 2 weitere). Dann kam es allerdings – schließlich wurde es mit Weihnachten nun wirklich richtig eng so langsam – zur echten Aufforderung zum Erscheinen zur offiziellen Anhörung. Übrigens die erste offizielle Anhörung dieser Art seit 418 Jahren, damals hatte ein Zwerg namens Rotbart unter Einfluß von Alkohol das halbe Zwergenheim abgefackelt. Seitdem war Alkohol im Zwergenheim auch strengstens untersagt worden, worüber im Übrigen Martin selbst wahrlich nicht erfreut war, denn es war nun äußerst schwierig an Alkohol ran zu kommen.

to be continued / hier weiter zur Fortsetzung Teil 3

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Zwerg Martin und die abhanden gekommene Glocke (1)

“Der geht mir gerade aber sowas von auf den Sack”. Martin war schlecht gelaunt, sogar für seine Verhältnisse.

Martin ist ein Zwerg, nicht zwergwüchsig oder so ne intellektuelle Beschreibungssache, ein echter Zwerg und 39 Zwergenjahre alt, was im Übrigen ungefähr 39 Menschenjahren entspricht. Denken Menschen an Zwerge stellen sie sich Vorgartenzwerge aus dem Baumarkt vor, wie sie viele deutsche Vorgärten verschandeln. Und genau so sah Martin auch aus – was er wusste! – und worüber der Spiegel jeden Morgen ja auch keine Zweifel ließ. Nur der ungepflegte Bartansatz passte nicht so recht ins Bild, denn Zwerge sollten dichte weiße lange Bärte haben, aber das war ein Mythos, die sich aus den Köpfen der Menschen nicht mehr rauskriegen liess. Wie auch? Durch die zwar dämlich aussehende spitze Tarnmütze hat seit ewigen Zeiten kein Mensch mehr einen Zwerg zu Gesicht bekommen. Die Hintergründe sind vielfältig und ob der Umstand der unerkannten Koexistenz besser für Zwerg oder Mensch war, sei dahingestellt, dass es aber das einzig richtige ist, war allen klar. Also trug auch Martin das “Zipfelmonster” und sah dann eben erst recht aus wie ein Zwerg.

Martin hasste es Zwerg zu sein und seinen Namen sowieso. Martin ist schon bei den Menschen ein grenzwertig trivialer Allerweltsname, wie Martin fand. Als Zwerg ist Martin aber überhaupt nicht tragbar. Aber damit hatte er sich ja abgefunden, meistens jedenfalls. Für seine besonders schlechte Laune am heutigen Tag gab es Gründe. Vor genau 10 Jahren hatte ihn sein Oheim (auch so ein furchtbares Zwergenwort, wie Martin fand) verraten und verkauft. Ohne sein Wissen meldete er ihn bei dieser Weihnachts-Fabrik an mit dem dicken Onkel aka Weihnachtsmann als Chef. Man wollte ihm das damals als ne besondere Ehre verkaufen, aber Martin wusste, dass der Oheim da paar Eisen im Feuer hatte und seine Beziehung spielen ließ. Als dann die “Einberufung” kam, wie Martin die Einladung ins Haus des Weihnachtsmanns nannte, gab es irgendwie kein zurück mehr, auch weil Martin dann verpennt hatte sich bei irgendwem irgendwie anderweitig zu äußern.

So saß er nun hier 10 Jahre einkaserniert in der schwulen Zwergenkommune, wie er das empfand, dabei hatte er nichts gegen Schwule – wie auch. Zwerge sind asexuell, was Martin bedauerte ohne den gegenteiligen Zustand zu kennen. Da es nur männliche Zwerge gab, könnte man sogar sagen, sie könnten auch Neutrum sein, denn ohne anderes Geschlecht macht Geschlechtertrennung nicht einmal Sinn. Jedenfalls war heute seine Ehrung zum Jubiläum und wenn es was gab, worauf er seit 9 Jahren kotzen konnte, wenn er nur daran dachte, dann war es der Moment – allerdings muss man dem alten Dicken zu Gute halten, es dann wohltuend kurz gemacht zu haben.

Das Leben war nicht mal so schlecht hier, genau genommen gab es – wenn man es halbwegs geschickt anstellte – so gut wie nichts zu tun. Und wenn es mal was zu tun gab, gab es so übereifrige wie Johannes, den Martin hasste wie die Pest, wenn man das noch erwähnen musste. Die meiste Zeit verbrachte man also im Zwergen-Casino und zockte ne Art Zwergen-Bingo. Was komisch klingt, aber aus irgendwelchen Gründen war Bingo genau das Ding, auf das Zwerge abfuhren – und zwar extrem. Wenn Martin nicht zockte zog er sich in sein Zimmer zurück, rauchte heimlich Gras und hörte Steppenzwerg – Born to be Dwarf – wobei Martin sich sicher war, dass es irgendein Cover-Song war, was ihm aber egal war.

Als Martin ins Casino ging und von seinen Buddys begrüßt wurde mit Zehnender! Zehnender! hatte er fast schon wieder bessere Laune, wäre da nicht die Durchsage durch die Lautsprecher gekommen, Martin solle noch mal beim Weihnachtsmann vorbeikommen. “Keine Ahnung was der alte noch will!”, Martin zuckte mit den Achseln – “wohl die Ehrenurkunde vergessen?”, feixte Roland, wofür er normalerweise ein Satz heißer Ohren bekommen hätte, wäre da nicht noch durch den Lautsprecher ein einziges Wort nachgekommen: “Gleich!”

Roland sah gerade noch, als Martin am Office vom Weihnachtsmann den Türknauf in der Hand hatte und offensichtlich lieber gleich als später gegangen wäre. “Ja, Chef … meine natürlich Herr Weihnachtsmann … ohne Herr, ok … ich weiß … ja … darf nicht passieren … ja … allein meine Schuld … mach ich … ja … gleich, ja! … versichere ich … melde mich … jawoll! … nein … doch doch … den ernst der Lage bewusst … bin schon weg!” Und als Martin die Tür endlich zubekam sah Roland ihn mit einem hochroten Kopf. “Martin!”, rief Roland. “Arschloch”, murmelte da gerade Martin. Worauf ein “Was hab ich da gehört?!?” eines ziemlich eskalierdender Basses aus dem Zimmer dröhnte. … und Martin und Roland suchten das Weite. Am Gang fragte Roland Martin während sie Richtung Martins Zimmer rannten “Was denn los in aller Welt?”“die Glocke, er will die Glocke sehen, jetzt”“welche Glocke denn?”“na die Weihnachtsglocke, das Bimmelding für den Heiligen Abend”“und die hast duu?”“eben nicht, das ist ja mein Problem”

{weiter zu Teil 2 der Geschichte}

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Engelchen Lavendel und das verlorene Weihnachtsglöckchen (2)

{Dies ist die Fortsetzung von Teil 1}

Die Zeit verging wie im Fluge und je mehr Geschenke kamen desto mehr verlor sich das Engelchen zwischen Glitzer und Schleifen, Perlen und Zweigen. Es malte und verzierte, es faltete und besprühte. Alles andere hatte es längst vergessen.

Bis jetzt nur noch wenige Tage bis Weihnachten blieben und Lavendel, die gerade vom gemeinsamen Morgenfrühstück kam und die nächsten Pakete angehen wollte, einen Zettel vom Christkind an seinem Basteltisch fand, das ihn bat nach dem Mittagstisch vorbeizukommen um den Heiligen Abend noch einmal zusammen durchzusprechen. Und da fiel es Lavendel wieder ein, was es ja vergessen hatte, und es durchfuhr es wie ein Blitz: Das Glöckchen!!

Die anderen Engelchen wunderten sich, warum Lavendel nicht zum Mittag erschien, und einige wollten nachsehen, was denn mit ihm sei. Doch an der Tür hing ein Zettel, dass es krank sei und nicht gestört werden sollte. Auch das Christkind hörte dies, machte sich aber keine Sorgen, denn auch Engelchen können sich einmal eine Engelchen-Erkältung zuziehen und brauchen dann einen guten Kamillentee und viel Schlaf, dann wurde dies schnell wieder besser und man konnte die geplante Besprechung ja auch noch nachholen. Doch ein weiterer Tag verging und das Engelchen erschien auch nicht zum nächsten gemeinsamen Treffen sondern ließ eine Nachricht bestellen, es müsse ganz dringend fehlende Schleifen besorgen, es würde morgen aber sicher vorbeikommen.

Am Abend des gleichen Tages klopfte es bei Lavendel an der Tür, doch niemand antwortete. Leise öffnete eine Hand den Türknauf, doch innen war es dunkel und still. Doch wenn man ganz ganz still war, konnte man doch etwas hören, was wie ein leises Schluchzen klang. “Lavendel?”, fragte eine sanfte Stimme in die Dunkelheit, “du musst dich nicht verstecken. Komm heraus.” Und ganz ganz langsam öffnete sich die Tür des großen Kleiderschrankes und unten auf zwei Kissen saß ein ganz ganz kleines Engelchen names Lavendel und vergrub sein Gesicht in ein vor Tränen schon ganz nasses Tuch. Eine Hand berührte die Hand Lavendels und langsam stieg Lavendel aus dem Schrank und ließ sich durch das Zimmer führen.

“Es tut mir so Leid”, schluchzte Lavendel – nun im großen Ohrensessel auf dem Schoß vom Christkind sitzend und sein Gesicht so an seine Schultern gepresst, dass man kaum etwas von den Worten hören konnte. Das Christkind schaltete die große alte Stehlampe ein und als es sich im Zimmer umsah war ein heilloses Chaos zu erkennen. Alle Schubladen waren ausgezogen, jede Kiste ausgeleert und sogar die Strümpfe umgedreht. “Du solltest mir vor allem einmal sagen, was du denn hast, liebes Engelchen Lavendel, sonst kann ich dir nicht helfen”. Und so sehr Lavendel sich genau vor diesem Moment gefürchtet hatte, es also nun dem Christkind sagen zu müssen, so sprudelte es nun doch alles aus Lavendel heraus und große Kullertränen liefen die beiden Wangen hinunter. Und es bereute so bitterlich, dass das so wichtige ihr anvertraute Gut, das Weihnachtsglöckchen, nun verschwunden sei und Weihnachten am Ende noch ausfallen müsse.

Das Christkind hörte alles genau an und fuhr dabei tröstend mit der Hand über den Kopf, dann sprach es: “Lavendel, das ist eine ernsthafte Sache. Das Glöckchen ist für Weihnachten ganz ganz wichtig. Wir müssen es unbedingt finden, doch was zunächst einmal viel wichtiger ist, ist dass du nun etwas verstehst.” Und das Christkind setzte sich etwas auf, nahm beide Hände Lavendels in die sein, und sah ihr in die Augen. “Es war nicht gut, dass du nicht gleich, als du es bemerkt hattest, die Aufgabe ernster genommen hast. Du hast dich ablenken lassen und damit viel Zeit verloren. Wenn man eine Aufgabe übernimmt muss man sie auch ernst nehmen.” “Noch viel schlimmer aber war, dass du dann, als du dich wieder erinnert hast, keine Hilfe bei deinen Freunden oder bei mir gesucht hast. Du hast sogar geschwindelt und dich versteckt, hast versucht davor davonzulaufen, statt dich dem zu stellen, was passiert ist. – Und das Christkind sah Lavendel dabei lange an. “Doch nun war es richtig mir alles gesagt zu haben, du hast dich entschuldigt und ich glaube du hast auch verstanden, dass man vertrauen muss, wenn man etwas falsch gemacht hat, auch wenn man Angst davor hat es zu sagen. Und nun lächelte das Christkind Lavendel sanft und aufmunternd an und dieses Lächeln durchströmte das Engelchen wie ein warmer Sonnenstrahl. – “Aufgestanden!” sagte dann das Christkind voller Tatendrang “Und nun brauchen wir erst mal viel mehr Hilfe! Viele Augen sehen mehr als zwei!”

Im Engelsheim, das gerade davor war in seine nächtliche Schlummerstille zu verfallen, war in wenigen Minuten alles auf den Beinen. Alle Engelchen wuselten durch die Zimmer und Gänge. Alle Ecken und Winkel wurden durchsucht, das Christkind hatte einen großen Plan gemacht, auf dem alle Zimmer verzeichnet waren und der nach und nach abgehakt wurde. Es war ein Rascheln und Klappern, eine Ziehen und Schieben. Doch so sehr alle Engelchen auch suchten, das Glöckchen blieb verschwunden.

“Lavendel, lass uns noch mal alles durchgehen”, sagte dann das Christkind wieder im Zimmer von Lavendel über den Plan gebeugt, auf dem nun alle Zimmer einen großen Haken hatten. “Du hattest nach dem letzten Jahr das Glöckchen wieder zur Reinigung geschickt.” “Ja”, sagte Lavendel, “wie jedes Jahr”. “Und es kam auch wieder hierher zurück”, stellte das Christkind fest, “wir haben die Botenaufzeichnungen durchgesehen”. “Und daran kann ich mich auch noch gut erinnern!”, bestätigte Lavendel. “Es muss also hier im Engelsheim sein”, das Christkind wirkte entschlossen, “nur wo hat es sich versteckt?”

Viele Engelchen standen nun ratlos in Lavendels Zimmer – auch Marlene, ein ganz kleines und schrecklich neugieriges Engelchen. Während alle Engelchen mit ernster Mine nachdachten, spielte Marlene gedankenverloren mit den Bändern auf dem Basteltisch und freute sich an den schönen Geschenken, die Lavendel so kunstvoll eingepackt hatte. Das blaue Band am Geschenk für einen Jungen namens Tommy fand es besonders schön – und für wen wohl das in der kräftigen roten Farbe eingepackte ist? Auf dem Zettel stand, es wäre für ein Mädchen namens Liselotte. So durchstöberte es gedankenverloren Geschenk um Geschenk.

“Lavendel?”, fragte Marlene plötzlich in die Runde, “Ich weiß ich sollte gerade nicht stören, aber ich bin so schrecklich neugierig.” Und Lavendel blickte zu Marlene, die fortfuhr: “Ich möchte so unbedingt gerne wissen, für wen dieses Geschenk ist, das als einziges keinen Namen daran stehen hat” und deutete auf ein fein säuberlich eingepacktes Geschenk ohne Namensschildchen. Und da drehten sich wie auf ein Kommando alle Engelchen im Raum und auch das Christkind zu Marlene um und starrten es an, so dass es ganz rot wurde und verlegen lächelte: “Ich kann auch ein ander mal fragen!”. Doch da stürzte Lavendel schon auf Marlene zu und hielt das Geschenk ohne Namen lange in der Hand. Dann bewegte es das Paket ganz vorsichtig aber bestimmt hin und her und es erklang von Innen ganz leise, aber sehr vertraut, der feine Klang einer Glocke.

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Engelchen Lavendel und das verlorene Weihnachtsglöckchen (1)

Engelchen Lavendel hatte seinen Namen, weil es schon direkt nach seiner Geburt einen ausgeprägten Sinn für Blumen entwickelte. Standen Blumen in der Nähe seines Baby-Engelbettchens, begann es zu lächeln, brachte man es auch noch in die Nähe von duftenden Lavendel, beruhigte sich das sonst gern laut krähende kleine Engelchen im Nu und schlief friedlich ein. Ein Umstand, der den Eltern-Engel nicht verborgen blieb (denn das kleine Engelchen konnte wirklich sehr sehr laut schreien) und sie den erstgewählten Namen Lorelei wieder verwarfen und das kleine Engelchen nun Lavendel gerufen wurde.

Lavendel war ein ausgesprochen phantasievolles Engelchen, mit dunkelbraunen gelockten Haar und stets auf dem Sprung ins Land der Träume aus Farben und Figuren. Es malte für sein Leben gern und als es vom Christkind gefragt wurde, ob es nicht die Aufgabe eines Weihnachtsengelchens übernehmen wollte, war es überglücklich. Man muss nun wissen, dass nur ganz wenige Engelchen am Weihnachtsabend das Christkind begleiten dürfen und neue Engelchen werden vielleicht alle 10 Jahre einmal ausgewählt, wenn ein anderes verdientes Engelchen sich in den Engelchen-Ruhestand begibt. Und nun könnte man meinen, dass Lavendel die Ehre so erfreute – aber das war es eben nicht. Was Lavendel so glücklich machte war der Umstand, dass es als Weihnachtsengelchen die Geschenke mit einpacken sollte – und das war für Lavendel das allergrößte.

Es begab sich nun um die Zeit wie just gerade jetzt, nur einige wenige Tage vor Weihnachten, dass das Christkind nach Lavendel rufen ließ, um mit ihm noch einmal die Vorbereitung durchzusprechen. Das Christkind war hier sehr bedacht und achtete stets darauf, dass alles seine Ordnung hatte und auch kein Kind vergessen wurde. Jedes Geschenk war ihm vertraut, jeder Wunsch bekannt – und es wusste ganz genau, welches Geschenk von wem geschenkt werden sollte: Das ferngesteuerte Auto für den kleinen Marcel aus der Landwegstraße sollten seine Eltern schenken, das Puppenhaus für Marie hat die Oma Lotte auf der Liste. Und wenn irgendwie möglich, versuchte das Christkind auch noch Wünsche der letzten Minute noch buchstäblich an den Mann zu bringen – zur Not musste eben der sonst so grummelige Onkel Max herhalten, den plötzlich so ein merkwürdiges Weihnachtsgefühl überkam und er just an seinen Neffen Paule und eine kleine rote batteriebetrieben Lokomotive denken musste.

Das Christkind sprach mit Lavendel über alle Geschenke, die Lavendel einpackte und noch einpacken sollte. Und noch viele andere Dinge, die wichtig waren für den Heiligen Abend. Denn es gab viel zu tun und mehr als man manchmal denkt, wenn man nicht weiß, wie schwierig es manchmal ist, so einen Abend perfekt organisiert zu haben. Und während man so eifrig alles besprach durchfuhr Lavendel wie ein Blitz ein Gedanke: Wo ist eigentlich das Weihnachtsglöckchen? – Eine von Lavendels Aufgaben war es, das Weihnachtsglöckchen putzen zu lassen und gut aufzubewahren. Das Glöckchen war enorm wichtig für den Abend, nur mit seinem feinen Klingelton signalisierte das Christkind, dass es nun Zeit für die Kinder wäre und sie den Bescherungsraum betreten können. Und das Glöckchen blieb immer mit dem Christkind solange im Raum, bis wirklich alle Engel und Helfer verschwunden waren und auch das letzte Geschenk an seinem Platz war. Erst dann ertönte sein feiner Klang und mit seinem Klang verschwanden auch Christkind und Glöckchen.

Während das Christkind noch weitersprach schossen Lavendel schon tausend Gedanken durch den Kopf und ihm wurde ganz warm auf den Wangen und es wurde ihm auch ganz unwohl. Wo war nur eigentlich das Glöckchen? – Aber es beruhigte sich, dass es schon irgendwo in seinem Zimmer sein müsse – wo solle es auch sonst sein. – Dennoch beeilte sich Lavendel nach dem Gespräch mit dem Christkind und rannte die langen verschlungen Gänge des Engelsheims zu seinem Zimmer, sogar ohne dem Hauskater Miu seine sonst üblichen Streicheleinheiten zu geben. In seinem Zimmer angekommen schloß Lavendel die Tür und begann fieberhaft zu suchen.

Lavendel suchte erst in der Kommode, wo es dachte, das es sicher wäre – doch da war es nicht. Dann unter dem Bett, unter dem großen Ohrensessel, dann im Bücherregal und sogar hinter den Büchern! Es räumte alle Schubladen aus und suchte sogar in der Kiste mit den Holzklötzen, obwohl es mit denen ja erst gestern gespielt hatte – da wäre ihm ja ein Glöckchen aufgefallen. Dann suchte es in der Geschenkbastelecke und sein Blick fiel auf das Geschenk, dass da am Tisch stand, und bei dem es gerade dabei war es einzupacken, als das Christkind nach ihm rufen ließ.

Die große rote Schleife hatte es gerade fertig gemacht, das dunkelgrüne feste Geschenkpapier war perfekt gefaltet und verklebt. Gerade war es dabei gewesen, ein wenig Engelssternchen aufzubringen, die silbern und gold im Licht funkeln. Und als Lavendel den Sternchenpinsel in die Hand nahm, begann es zu lächeln und verlor sich gleich wieder in seine Arbeit und seine Gedanken waren nun bei duftenden Kerzen und glücklichen Kindern, es dachte an Blumen und Äpfel. Nur das Glöckchen, daran dachte es nicht mehr und es war schnell vergessen. Und die Tage vergingen.

{Teil 2}

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Unsere Nachbarn von der Bank machen jetzt auch auf Weihnachten

  • Meint Kollege so: »Gerade jetzt, wo es die Bankenkrise gibt, machen die einen auf fette Beleuchtung«
  • Meint Kollegin so: »Sagt man doch immer: “je schlechter die Zeiten, desto roter die Lippen.”«
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