Eine subjektiv unbrisante Meinung vom
12.09.2008 um 14:57 Uhr
Filzo würde gern reich werden durch’s bloggen – naja ok, wenigstens das Blog sollte sich selbst unterhalten, was nun eher wieder monetär zu verstehen ist und nicht als bloggendes Selbstgespräch.
Ich würde es ganz gerne hinbekommen, dass sich mein Blog selbst finanziert, zumal das Geld während des Studiums bei mir nicht sehr locker sitzen wird. Nun frage ich mich also, wie ich das am besten hinbekomme.
filzo.de
Hab ihm gesagt: Wenn er was gefunden habe, soll er sich melden!
Aber ich versuche mich in einer ernsthaften Antwort: Das ist gar nicht so einfach und Robert macht dazu ja immer wieder auch sehr interessante empirische Erhebungen und versucht Transparenz zu schaffen. Hier mein Versuch:
Google AdSense bringt ein bisschen was, aber dazu braucht man das Standing bei Google (gut erfasst, die richtigen Keywords) und genügend Hits (die Masse macht es da eben). Zudem bringt es enorm viel, wenn man die Google-Suchenden, die meist an deinem Blog auch NullkommaNull Interesse haben, mit einer speziellen Landingpage gleich weitere Suchtreffer von Google zu präsentieren um bei Bedarf gleich weiterzusurfen – ideal dann mit empfohlenen und damit vergüteten Links.
Link-Verkauf bringt was, aber kostet Image und ggf. die Google-Anerkennung. Mein Blog wurde damals auch mit abgestraft, die reumütige Einführung von nofollow-Tags hat hier aber keine echte Reputation geschaffen, noch immer führt Google das Blog hier künstlich auf PR 3 unten (dass er in Wirklichkeit höher ist, kann man über einen anderen Link sehen, aber egal). Man sollte sich das also gut überlegen und die Bedrohung mit dem vollkommenen Ausschluß steht ja auch noch im Raum.
Bezahlte Rezensionen schreiben ist nicht jedermanns (Lesers wie Bloggers) Ding, zudem ist das doch dann auch immer eine Frage des Engagements und mit etwas eigenem Anspruch wird es dann auch richtig zur Arbeit. Zudem: Auch hier braucht es Seitenaufrufe, denn nur Blogs mit mindestens ein paar Hundert Besuchern täglich bekommen eine “Aufwandsentschädigung” für eine Rezension, die das aufstehen überhaupt lohnt.
Die ganzen Partner-Programme, die Lead- oder Sale-basiert sind, kann man übrigens auch vergessen (so meine Erfahrung), wenn man nicht gerade sehr thematisch zugeschnittene und genau passende Blogs hat. Gewarnt sei auch vor so genannten kontext-sensitiven Einblendungen – nicht weil die an sich schlecht wären, im Gegenteil, aber sie schließen sich zum Teil aus (wie bspw. Google AdSense und Amazon – so jedenfalls der mir bekannte letzte Stand). Wer sich darüber hinwegsetzt, riskiert den Rauswurf.
Professionelle Vermarkter haben den Bloggermarkt nur bedingt erschlossen, zu kleinteilig und diffus sind die Blogs, als dass es sich wohl wirklich lohne. Zudem sind Blogs dann auch so “nervig” streitbar, wenn einmal eine Kampagne in den Radar gerät, wird die Imagekampagne schnell zum unfreiwilligen Sautreiben. Und spezielle Blog-Vermarkter, wie die Spreeblick-Lobo-Blogger-Vereinigung, lässt ja bis dato nur einen handverlesenen Bloggerkreis im Portfolio zu. Andere Vermarkter habe ich mir auch schon mal angesehen, von Ideen und Visionen und Aussichten lese ich viel, von Erfolgen ist mir wenig bekannt. Und die Eigenvermarktung ist wirklich hartes Brot, erfordert Know how der Branche, Verhandlungsfähigkeit, natürlich auch ein attraktives Produkt und bisweilen auch das Maß an technischem Verständnis, bspw. wie man mit AdServern agiert.
Bleibt also nur ehrliche Arbeit.
Eigentlich finde ich schade, dass es so schwer ist, sein Blog zu monetarisieren. Gerade weil die klassische Werbevermarktung kaum möglich ist, greifen viele eben zu dem was es gibt – wie eben Rezensionen (mitunter anbiedernd und thematisch unpassend) und seltsamen Linkverkäufen (bisweilen mit ‘Gschmäckle’). Klar: Wäre ja schön, wenn alle finanziell unabhängig wären und sich in der noblen werbefreien Zone befinden oder sich die Rosinen rauspicken können – für manchen sind die paar Euro Zubrot aber doch wichtig und würden eine gewisse Kompensation der Kosten bedeuten und auch den Spaß an der Sache etwas erhöhen. Denn es ist ja ungelogen doch schön, wenn man für den Aufwand, den man betreibt, auch und gerade wenn man es nicht in kommerzieller Absicht tut, am Ende mit ein paar Euro, die nebenzu abfallen, belohnt wird.
Meine Hoffnung geht stark in die Richtung, dass sich hier noch etwas tut, gerade in Richtung gemeinschaftliche Blog-Vermarktung. Die Google AdSense-Möglichkeiten sind ja ne gute Sache, aber die Bedenken ob der Informationsmacht und zwischenzeitlich auch Werbemacht, sind ja nicht von der Hand zu weisen. Zudem kann nur eine gemeinsame Vermarktung den Ausverkauf und den Fall ins bodenlose, was die Schaltpreise angeht, verhindern.
Wie gesagt: Schön, wenn es ganz ohne Werbung ginge, aber Werbung finde ich per se auch kein Verbrechen, solange man sie vernünftig und mit Maß einsetzen kann.
Eine Anleitung für die ‘schnelle Mark’ gibt es aber nicht. Zudem sollte man auch die steuer- und rechtlichen Aspekte bedenken. Viele begeben sich in vertragliche Konstellationen, die sie weder verstehen noch deren Bedeutung erkennen – allein wenn ich mir vor kurzem die Bedingungen einer einzelnen Produkteinblendung eines Partner-Programms durchgelesen habe, kam mir das ganze Juristen-Gefühl wieder hoch, an dessen Verdrängung ich seit meinem Examen hart arbeite. Und eines muss auch jedem klar sein: Einnahmen sind steuerlich relevant, wie relevant, das wird dir das Finanzamt sagen.
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