Tag Archives: Wirtschaft

China: 5 Jahre um in die Luft zu gehen


Xianglong Dai – Oberbürgermeister der Stadt Tianjin

Es war der 25. Oktober 2005 als ich am Empfangsbankett für eine Regierungs- und Wirtschaftsdelegation auf Einladung der Regierung der Stadt Tianjin der VR China sowie der Deutsch-Chinesischen Wirtschaftsdelegation teilnahm. (Klick)

Damals verkündete Oberbürgermeister Xianglong Dai (aus der Erinnerung) auf die Frage, was denn Deutschland davon habe, mit China Kooperationen einzugehen: Man (China) würde doch auch konsumieren und importieren – wie bspw. die schönen europäischen Flugzeuge.

Tja, das war gestern: Heute baut China einen Airbus-Konkurrenten. Und dem Hersteller COMAC liegen nach Medienberichten für den C919 bereits über hundert Bestellungen vor. Keine 5 Jahre ist das her. Krass.

Quellen:
- Bereits hundert C919-Jumbojets werden bestellt
- Airbus: Neue Konkurrenz durch Passagierjet aus China

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Relationen

Um das mal später im Rückblick noch mal für mich dokumentiert zu haben:

Wir diskutieren aktuell in Deutschland heftigst über eine 5 Euro Erhöhung für Hartz IV-Empfänger (Anm.: im Prinzip “Arbeitslosengeld”, wenn man das später begrifflich nicht mehr zuordnen kann), während ein EINZIGER Broker an der Wall-Street binnen 20 Minuten mit dem Einsatz “4,1 Milliarden Dollar” eine “Billion Dollar Marktkapital vernichtet” kann, ohne dass einer was dagegen tun kann oder will.

Das Rätsel um den dramatischen Kursverlust an der Wall Street im Mai ist gelöst. Laut US-Börsenaufsicht war eine einzelne Brokerfirma mit computergesteuerten Blitzverkäufen für den sogenannten “Flash Crash” verantwortlich. [...]

Es war in Punkten gemessen der stärkste Kurssturz in der Geschichte der Wall Street. Am 6. Mai hatte der Dow-Jones-Index binnen Minuten um fast tausend Punkte nachgegeben und kurzzeitig für Panik an der Börse gesorgt. [...]

Der Verkauf mit einem Volumen von 4,1 Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) habe laut Börsenaufsicht eine Kettenreaktion ausgelöst. Marktteilnehmer hätten ihr Geld blitzartig von der Börse abgezogen. Binnen kurzer Zeit war nach Schätzungen fast eine Billion Dollar Marktkapital vernichtet worden. [...]

Quelle: Einzelner Händler löste Wall-Street-Crash aus

Nur mal so zur Relation.

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Schildbürger-Bürokratismus Umweltplakette – 1.1.10 geht’s los und hört gleich wieder auf

Es nähert sich mit großen Schritten: Wer bis 1.1. nicht mindestens die gelbe Umweltplakette an seiner Windschutzscheibe hat, kriegt in Frankfurt City ein empfindliches Knöllchen mit 40 Euro plus Gratis-Punkt in Flensburg. Dass ich die ganze Regelung vollkommen grotesk fand, hab ich ja schon einmal gesagt – dazu muss man Deutschland eben verinnerlichen… Jetzt wird nach dem ganzen Vorgeplänkel also ernst und der Rot-Stopp rückt mit großen Schritten näher.

Ganz unterhaltsam, was man dazu über die Presse verbreiten lässt:

‘Die Rußwolken auf Nasenhöhe sind weniger geworden’

Zu Jahresbeginn 2009 hatten noch etwa drei Prozent der in Frankfurt gemeldeten Kraftfahrzeuge eine rote Plakette, rund achttausend von insgesamt 315.000 Fahrzeugen. Einige Halter älterer Diesel-Pkw haben zwischenzeitlich die „Abwrackprämie“ genutzt, um mit einem abgasarmen Neuwagen freie Fahrt in Deutschlands 33 Umweltzonen zu haben. Während von der zweiten Stufe der Umweltzone nur etwa zwei Prozent der Pkw betroffen sind, liegt der Anteil bei den Nutzfahrzeugen mit elf Prozent deutlich höher. Gerade in dieser Fahrzeugklasse hat die Frankfurter Umweltzone einen beachtlichen Modernisierungsschub bewirkt. Von den insgesamt 19.781 Nutzfahrzeugen hatten Anfang 2009 schon 9.197 eine grüne Plakette (47 Prozent), ein Jahr zuvor waren es erst 6.013 Nutzfahrzeuge (31 Prozent). „Die Rußwolken auf Nasenhöhe sind weniger geworden“, sagt die Dezernentin für Umwelt und Gesundheit, Manuela Rottmann.

viaFrankfurt am Main: Freie Fahrt mit gelb und grün.

Faktisch fehlt nämlich der Beweis, dass die Umweltzone wirklich auch nur irgendwas gebracht hat, wie man ja bereits las. Tatsächlich mutmaßen eher viel mehr Leute den typischen politischen Aktionismus und die flankierende Unterstützung der Abwrackprämie zur verdeckten Subventionierung der deutschen Automobilindustrie.

Wir haben das ganze mal lange beobachtet und auch mit einem Kauf inkl. Abwrack-Prämie geliebäugelt, dann aber aus ganz anderen Erwägungen davon abgesehen – aber auch, weil wir es einfach nicht einsahen, unseren absolut noch tauglichen Wagen verschrotten zu lassen.

Das Nachrüsten war uns aber lange zu teuer und von Werkstätten mündlich auf ca. 800 – 900 Euro taxiert. Jetzt plötzlich dann auf nochmalige Nachfrage (nach Auslaufen der Abwrackprämie übrigens – ein Schelm wer da einen Zusammenhang sieht) kostete “der Spaß” nur noch knapp über 400. Ein dann sinnvoller Deal auch im Sinne der Umwelt, rechnet man vor allem die Erstattung vom Staat in Höhe von 330 Euro noch mit ein.

Bleibt die Frage:  Warum das Ganze? Wegen der 100 Euro? Das hätte man per Dekret allen aufbürden können und hätte sich den ganzen Schwachsinn mit Umweltzonen und Plaketten und Schildern sparen können. Was allein die ganze Einführung gekostet hat, hätte sogar locker die fehlenden 100 Euro noch kompensiert. Wenn man bedenkt, dass es von den 315.000 Fahrzeugen nur 8.000 betroffen hat (siehe Quelle oben!). Das sind 2,5% des Gesamtbestands! Dafür der ganze Aufmarsch!?!? Dazu kommt, dass es ja ein offenes Geheimnis ist, dass von den 8.000 sich genügend eine Sondergenehmigung holten, weil ihr alter Lieferwagen gar nicht mehr nachrüstbar ist.

Fassen wir zusammen: Riesenballyhoe für die paar Altfahrzeuge, die über kurz oder lang so oder so aus dem Verkehr gehen, kompliziertes Verfahren, kein nachweisbarer Nutzen, Klagen dagegen an vielen Orten – und dann muss man sich von einem Angestellten in der Zulassungsbehörde anhören, dass man aber jetzt keinen großen Aktionismus mehr über “Gelb hinaus” entfalten brauche, denn nach seinen Infos falle die ganze Regelung im nächsten Jahr wahrscheinlich sowieso, man warte offiziell ja nur noch bis ein bestimmter “Topf voll sei”.

Ein weiteres Kapitel des Schildbürger-Bürokratismus in Deutschland wurde ganz offenbar auf Kosten der Glaubwürdigkeit einer vernünftigen Umweltpolitik geschrieben und man hat hier eine gute Sache vor den Karren der (verdeckten) Wirtschaftsförderung spannen lassen.

Ganz traurig sowas. Und nächstes Jahr darf die Automobilindustrie die Sünden der Abwrackprämie selbst ausbaden – plus die unzähligen Verbraucher, die sich halb von der Versuchung, halb von der Verunsicherung getrieben einen Neuwagen anschafften, den sie sich dann nächstes Jahr vielleicht gar nicht mehr finanzieren können.

Aber ist klar, ist ja jetzt ne “andere” Regierung und die hat natürlich keine politische Verantwortung für das was bisher geschah … schon klar…

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made im speck

Das neue deutsche Qualitätssiegel 2009 und Ablöser der alten Bezeichnung “Made in Germany

Signalisiert den Konsumenten, dass das erworbene “made in Speck”-Produkt von Entwicklern und Managern erdacht und entworfen wurde, die in den 80ern und 90ern groß wurden und als einzige Sorge im Leben die Realisierung ihres gewünschten Lebensstils und eine reibungslose Karriere hatten. Dies garantiert eine 100% maximal mittelfristige Haltbarkeit und eine zugesicherte Planung ohne Generationenperspektivbedenken.

Mit dem Erwerb von “made in Speck”-Produkten haben sie als Käufer ein aktiven Marketing-gehyptes Wohlfühlgefühl und die Gelegenheit bereits kurz nach Ablauf der Garantiezeit ein Neugerät erwerben zu können. “made in Speck”-Produkte sind innovativ und garantiert nicht standardisiert, so dass bspw. im technischen Sektor auch im Peripheriebereich stets Neuprodukte miterworben werden können.
“made in Speck”-Produkte im Finanzsektor weisen dabei noch eine garantierte Käufer-Risikoverlagerung bei gleichzeitiger 100%-Absicherung des “made in Speck”-Vermittlers aus.

Bedauerlicherweise zeichnet sich ab, dass die “made in Speck”-Generation derzeit vermehrt Risikolebensbeendigungsmaßnahmen ergreift und aus Häusern springt oder individuelle moderne Wohnkonzepte in kommunenhaften Zusammenrottungen unter Brücken sucht.

Auch das schönste muss manchmal eben enden.

Oder: Wer sagte denn, dass nicht jede Krise auch seine guten Seiten habe…

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Money Money Money makes the world go round

[Video nicht im Archiv - Link zu Youtube unten]

Aus gegebenen Anlass: Monty Python Money Song (1969)

There is nothing quite as wonderful as money,
There is nothing quite as beautiful as cash,
Some people say it’s folly,
But I’d rather have the lolly,
With money you can ma-ake a splash.

There is nothing quite as wonderful as money
(money money money)
There is nothing like a newly minted pound
(money money, money)

Everyone must hanker for the butchness of a banker
It’s accountancy that makes the world go ’round
(round round round)

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Manager gönnen sich einen Riesenhapps vom Krisenkuchen

Obama ist sauer, stinksauer – und das macht ihn mir so richtig sympathisch. Die amerikanischen Manager, die wenigstens in der Breite einen großen Anteil an der aktuellen Krise und Wirtschaftsmisere haben (wie auch europäische, asiatische, …), sind erfindungsreich im Umschiffen juristischer Verantwortlichkeit, zeigen sich aber bereit für harte Einschnitte zur Sanierung – bei anderen. Sich selbst gönnt das Spitzenmanagement in den USA “Jahresend-Boni von insgesamt fast 20 Milliarden Dollar für 2008″ (Quelle: SPON)

Was schon zu Zeiten Schrempp dem Bürger auf der Straße aufstieß, als Schrempp für die verbrannten Millionen bei DaimlerChrysler nicht zur Verantwortung gezogen wurde, sonder im Gegenteil üppig entlohnt, ist gerade in dieser Zeit der nicht nur drohenden sondern existenten Weltwirtschaftskrise den Worten Barak Obamas nichte mehr hinzuzufügen (Quelle: SPON):

“Das ist der Gipfel der Verantwortungslosigkeit”, sagte er schäumend über die Bonus-Nachricht, die er aus der Zeitung erfahren hatte. Als “schändlich” bezeichnete er den Geldregen für die Missmanager von der Wall Street.

Obama sagte das nicht irgendwo, sondern im Oval Office, in das er die TV-Kameras zu einem Fototermin mit seinem neuen Finanzminister gebeten hatte. Zuvor stellte er sorgfältig sicher, dass auch jeder Reporter seine Worte mitbekam: “Achtet darauf, dass alle drin sind.”

Erst Milliarden erbetteln und den Steuerzahlern drohen, “dass uns das ganze System auf den Kopf fallen könnte, falls sie die Hilfe nicht gewähren” und dann sich selbst beschenken. Das gehe so nicht, rügt der Präsident. “Sie müssen anfangen, verantwortungsbewusster zu handeln”, sagte Obama in seiner typisch stillen Aufwallung. “Es wird wieder eine Zeit kommen, Gewinn zu machen, und es wird eine Zeit kommen, dass sie Boni bekommen – jetzt ist diese Zeit nicht.”

Bleibt zu hoffen, dass dies nicht nur Worte bleiben, sondern knallharte Taten folgen. Das Maß der Arroganz und Ignoranz ist ja kaum mehr zu toppen. Das Volk hat schon lange genug von der Selbstherrlichkeit der herrschenden Management-Kaste, wenn in solchen Zeiten mit Boni-Zahlungen dann noch dem Mann auf der Straße, der Kurzarbeit akzeptieren muss oder um seinen Job bangtm, ins Gesicht spuckt, braucht sich nicht wundern, wenn selbst eine stabile Gesellschaft durch einen Funken ins Ungleichgewicht kommt.

Bevor radikale politische Ansichten sich durchsetzen, sollten die gemäßigten politischen Kräfte das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen und sich von ihren politischen Fesseln und wirtschaftlichen Lobby-Zwängen befreien.

Wenn nicht jetzt, wann dann?

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Wenn unsere große Welt eine ganz kleine wäre

Nein, den Film kannte ich ebensowenig wie Robert, ich sehe ihn aber nicht ganz so defätistisch.

Dieser Film-Vortrag, der wohl schon über 10 Jahre alt ist, stellt die Verhältnisse auf der Welt dar, wenn man – rein statistisch – alles auf eine Gruppe von 100 Leuten reduzieren würde. Es ist natürlich nicht so auf die Realität übertragbar, aber es zeigt doch zum Teil anschaulich, wie man bei allem europäischen Jammern im Verhältnis zur Gesamtweltbevölkerung steht oder welch ungleiche Verteilung es gibt.

Ich weiß noch nicht, was ich damit anfange, aber es lässt mich nachdenken. Am Ende bestätigt es mich irgendwie in meiner gewissen Resignation gegen die Gesellschaft, dass es einfach ungerecht ist und man auf den “Mensch” als solchen nicht stolz sein kann. Und dann bin ich irgendwie dann doch ein bisschen bei Robert gelandet, nur das mir eine religiöse Hoffnung bleibt …

www.miniature-earth.com

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